Das Wesentliche in Schwarz-Weiß

Der aus St. Ingbert stammende Fotograf Josef Matuschek hält seit fast 50 Jahren seine Stadt, mit all ihren Veränderungen und Besonderheiten im Bild fest. Noch bis zum 25. Juli kann man seine Fotografien in einer sehenswerten Ausstellung in der Rathausgalerie St. Ingbert bewundern.

 Einige der Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Matuschek aus St. Ingbert (von links): das Mühleck und Maxplatz 1976 und 2014 sowie ein Gebäude beim Walzwerk im Jahr 1976. Fotos: Josef Matuschek
Einige der Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Matuschek aus St. Ingbert (von links): das Mühleck und Maxplatz 1976 und 2014 sowie ein Gebäude beim Walzwerk im Jahr 1976. Fotos: Josef Matuschek
Das Wesentliche in Schwarz-Weiß
Das Wesentliche in Schwarz-Weiß

. Die vielgestaltigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Josef Matuschek in der St. Ingberter Rathausgalerie zu betrachten heißt, in die bewegte Geschichte der Mittelstadt einzutauchen. Denn der langjährige Mitarbeiter der Stadtverwaltung begann bereits 1967, die Stadt mit seiner Kamera zu durchstreifen. Erst analog, dann digital und stets mit einem guten Blick für das Besondere hat er so im Laufe der Jahrzehnte eine ansehnliche Zahl von Fotografien zusammengetragen, die nicht nur St. Ingberter Bürger interessieren dürften. Denn es sind allesamt zeitgeschichtliche Zeugnisse, die über die Stadtgrenzen hinaus so oder ähnlich auf viele andere Städte übertragbar sind.

VW Käfer, Männerhüte und zum Knoten gebundene Frauenhaare sind ebenso die Insignien vergangener Jahre wie die für heutige Verhältnisse überdimensionierte Leuchtreklame und der aussterbende Beruf des Schmieds. Solche Aufnahmen erzählen Geschichten, während andere in erster Linie Veränderungen im Stadtbild sichtbar machen. Wir blicken auf Baustellen (Ingobertus- und Stadthalle) und auf Trümmerhaufen beim Abriss der Pfarrgassschule. Wir sehen Fotos vom Walzwerk, von den Wohnhäusern auf der Alten Schmelz oder von Mühleck und Maxplatz. Besonders eindringlich wird der Wandel dann vor Augen geführt an einigen Vorher/Nachher-Aufnahmen, die aus dem gleichen Blickwinkel im Abstand von vielen, vielen Jahre aufgenommen wurden.

Der Struktur verpflichtet

"Ich habe das abgelichtet, was mich optisch interessiert hat und habe mich dabei auf das Wesentliche reduziert", erzählt der gebürtige St. Ingberter Matuschek und denkt dabei unter anderem auch an solche Aufnahmen, die in erster Linie den Strukturen der vorgefundenen Architektur verpflichtet sind. So ist etwa der Turm der Engelbertskirche vor neutralem Hintergrund so aufgenommen, dass die Konturen mit denen von Schwehms Haus in ein schönes formales Wechselspiel treten.

Da die ersten der insgesamt 68 Exponate aus dem Jahr 1968 und die neusten aus diesem Jahr stammen, spannt sich der Bogen über 46 Jahre. Und das ist wohl mit ein Grund, weshalb sich bereits bei der Eröffnung zahlreiche Besucher für diese Ausstellung begeistert haben.

Josef Matuschek - Bilder aus St. Ingbert. Bis zum 25. Juli. Rathausgalerie St. Ingbert, Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr.