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Das Programm des Festivals Junger Film in St. Ingbert

Filmfestival in St. Ingbert : Das Programm des Festivals Junger Film

Aus 486 Filmen, Musikvideos und Drehbüchern wurden von den Organisatoren für die Online-Veranstaltung vom 10.bis 13. Juni 77 Werke ausgesucht.

Auch wenn im vergangenen Jahr durch die Corona-Pandemie das Filmemachen erschwert wurde, sind für das diesjährige St. Ingberter Festival insgesamt 486 Filme, Musikvideos und Drehbücher eingereicht worden. Daraus haben die Organisatoren eine Auswahl von 77 Werken zusammengestellt, die bei der Online-Veranstaltung vom 10. bis 13. Juni in unterschiedlichen Filmblöcken und Wettbewerben präsentiert werden sollen.

Der künstlerische Leiter Jörn Michaely zu dem diesjährigen Programm: „Ich bin beeindruckt von der erneut große Zahl an starken Filmen, die uns erreicht haben. Aber die Corona-Pandemie geht auch an Filmemachern nicht spurlos vorbei. Viele Filme beschäftigen sich mit Isolation, mit der gesellschaftlichen Spaltung oder den finanziellen Nöten, mit denen Künstler sich dieser Tage konfrontiert sehen.“

Der organisatorische Leiter Fabian Roschy blickt positiv auf die vergangene Festivalausgabe zurück, die bereits online stattfand: „Mit 166 000 Zuschauern im vergangenen Jahr haben wir wirklich alle Erwartungen meilenweit übertroffen. Das Festival ist zu einer festen Institution in der bundesweiten Filmszene geworden. Und für St. Ingbert ein Leuchtturmprojekt mit hoher Strahlkraft. Diesen Schwung wollen wir jetzt auch in das diesjährige Festival mitnehmen.“

Eröffnet wird das Festival mit dem Dokumentarfilm „Haeberli“ des Hamburger Regisseurs Moritz Müller-Preißer. Er portraitiert Adolf Haberli, ein St. Moritzer Urgestein, der sein Haus nicht den Immobilienhaien zum Fraß vorwerfen will. Ein Mensch, der allen Irrungen und Wirrungen unserer Zeit trotzt und standhaft bleibt. Und eine Geschichte über das Recht auf unordentlichen Eigensinn im Dorf, im Haus und im Kopf.

Adolf Haeberli hat seit dem Tod seiner Mutter nie wieder aufgeräumt. Er sei schon für Ordnung, doch solle man sich auf das Wesentliche konzentrieren: Täglich verfasst er zwischen Bergen von Zeitungspapier zahllose Briefe auf seiner klappernden Schreibmaschine. Er kämpft gegen den Politapparat der Gemeinde. Dabei dreht sich alles um sein kaputtes Haus, mitten im schicken St. Moritz.

Nach der Eröffnung gibt es mehrere Filmblöcke und Sonderprogramme.

Filmblock 1: Aus den Fugen: Die Welt scheint Kopf zu stehen – sowohl im Großen, als auch im ganz Privaten. Der erste Filmblock beschäftigt sich mit den Wirrungen unserer Zeit. Mit Menschen, die zwar manchmal überfordert sind, aber sich dennoch nicht geschlagen geben. Und die Filmemacher stellen sich die Frage: Wie sehr ist unsere Welt aus den Fugen geraten?

Filmblock 2: Echte Kämpfer/innen: Sie haben es nicht leicht. Und dennoch bleiben sie standhaft. Die Filmautoren schauen auf echte Kämpfer/innen. Darauf, was sie antreibt. Was ihnen Kraft gibt. Und wie sie allen Widerständen trotzen.

Filmblock 3: Leben, Tod und das dazwischen: In diesem Filmblock begleiten die Filmemacher Menschen in schwierigen Zeiten. Es geht um Verlust und Trauer – und den Umgang damit. Die Filme schaffen es, sich behutsam einem Tabuthema anzunähern und uns zum Nachdenken zu bringen.

Filmblock 4: Wir und die anderen:
Egal, was die anderen sagen: Wir zeigen Filme mit mutigen Menschen, die zusammenhalten – komme, was wolle. Es geht um Liebe, Freundschaft und gesellschaftliche Konventionen.

Filmblock 5: Vor nicht allzu langer Zeit: Früher war angeblich alles besser? Von wegen! Die Zuschauer reisen in diesem Filmblock in die Vergangenheit und schauen uns an, was die heute noch mit uns zu tun hat.

Filmblock 6: Point of view: Die Filmemacher blicken aus neuen Perspektiven auf die Welt. Die Filme in diesem Block schaffen es, Zuschauer zu überraschen: Mit anderen Blickwinkeln und ungeahnten Einblicken in das Leben von anderen Menschen.

Filmblock 7: Geschichten von zuhause: Daheim ist es am schönsten? Die Zuschauer bekommen Einblicke in private Rückzugsräume und beobachten Menschen, wie sie von zuhause ausbrechen, oder der Alltag über sie einbricht.

Filmblock 8: Mein Körper, mein Leben: Über meinen Körper entscheide nur ich! – Das wissen auch die Figuren in diesem Filmblock. Sie lernen, mit ihrem Menschsein umzugehen – mit allen Herausforderungen, die das manchmal mit sich bringen kann. Die Zuschauer dürfen sie beobachten: Auf der Suche nach sich selbst und ihrem Platz in der Gesellschaft.

Filmblock 9: Willkommen im Leben: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Das wissen auch die Filmschaffenden in diesem Block. Deshalb entführen sie die Filmfans in Geschichten, in denen kräftig gemenschelt wird. Das führt natürlich zu Konflikten – aber auch zu schräg-schönen Momenten.

Filmblock 10: Echt jetzt?: Was ist Fiktion – und was ist echt? In diesem Block lassen die Filmemacher die Grenzen verschwimmen. Und stellen den Zuschauern immer wieder die Frage, wer hier lügt, und wer die Wahrheit sagt. Das kann ganz schön überraschen.

Junger Clip: Der Musikvideowettbewerb: Was wäre Musik ohne das dazugehörige Video? Das Festival bietet Musikvideos eine Bühne. Eine Fachjury wählt unter den Einreichungen aus und vergibt den Musikvideopreis.

Junger Pitch: Der Drehbuchwettbewerb: Nichts geht über ein gutes Buch: Das gilt auch bei Filmen. Deshalb haben die Festival-Verantwortlichen Nachwuchsautoren eingeladen, ihnen ihre Konzepte und Filmideen zu schicken. Sie haben eine Auswahl der vielversprechendsten Projekte zusammengestellt. Jeder Autor hat vier Minuten Zeit, Jury und Zuschauer zu überzeugen.

Newcomer-Filmwettbewerb für Filmemacher·innen bis 21 Jahre:
Präsentiert werden ausgewählte Filme von Schulklassen, Projektgruppen und jungen kreativen Köpfen.

Mondo Trashfilm: Der Wettbewerb der schrägen Filme. In diesem Block wird das Beste aus Horror und Trash gezeigt. Filme, die mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind. Und dazu freuen sich die Organisatoren auf die beiden (nicht ganz ernsthaften) Filmkritiker Serge Immanuel Pocken und Dr. Harbert Stofeles, gemimt von Ensemble-Mitgliedern des Saarländischen Staatstheaters.

 Die beiden Organisatoren des St. Ingberter Bundes-Festivals Fabian Roschy und Jörn Michaely (rechts).
Die beiden Organisatoren des St. Ingberter Bundes-Festivals Fabian Roschy und Jörn Michaely (rechts). Foto: Sebastian Knöbber

Eine vollständige Übersicht mit allen Filmen ist ab sofort auch auf der Festival-Homepage zu finden unter www.junger-film.de