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Das Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert vom 9. bis 13. Juli

Kinowerkstatt St. Ingbert : Der „Rolling Stone“ und der kleine Hitlerjunge

Zwei Filme stehen auf dem Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert von Donnerstag bis Montag: ein Musiker-Porträt und eine Parodie auf Nazi-Deutschland.

Am Freitag, 10. Juli, und am Samstag, 11. Juli, jeweils um 20 Uhr ist der Film „Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me“ (Großbritannien 2019) von Mike Figgis mit Ronnie Wood, Mick Jagger, Keith Richards und anderen in der Kinowerkstatt St. Ingbert zu sehen. In den letzten Jahren gab es vermehrt Dokumentationen, die sich abseits von Mick Jagger und Keith Richards mit den Mitgliedern der „Rolling Stones“ befasst haben. Der renommierte britische Filmemacher Mike Figgis hat nun ein zwar recht konventionelles, aber ansprechendes Porträt des Gitarristen Ron Wood abgeliefert. Im intimen Gespräch mit Figgis wirft Wood einen Blick zurück auf sein Leben. Dass die Zeit zu schnell verging, ist alles, was er bereut. Er scheint ein Mensch zu sein, der mit sich und seinem Leben glücklich ist. Immer war er impulsiv, immer ließ er sich ganz und gar auf das ein, was er liebte. Es ist die Geschichte eines Mannes, der in der Rock-Historie nicht wegzudenken ist, der aber auch vom Überwinden seiner Sucht erzählt und von seiner neuen Leidenschaft – der Malerei.

Wood schloss sich den „Rolling Stones“ im Jahr 1975 an. Zuvor war er Mitglied anderer Bands, so etwa auch „The Faces“, deren Hit „Ooh La La“ er mitgeschrieben hat. Musik war immer sein Leben, aber nicht die einzige Leidenschaft: Wood ist auch ein passionierter Maler, dem bewusst ist, dass man ihn wegen seiner Karriere als Rock’n’Roller in dieser Disziplin niemals ernst nehmen wird. Aber er malt für sich. Es ist die Freude am Erschaffen, die ihn dazu antreibt.

„Es wird offensichtlich, dass es sich bei „Jojo Rabbit“ um große Kinokunst handelt,“ schrieb Hannes Stein in der „Welt“: Die Farben sind kreischbunt, die Nazis laufen als Karikaturen in kackbraunen Uniformen herum. Und der von Regisseur Waititi gespielte hüpfende - im Übrigen natürlich vollkommen blödsinnige – Über-Hitler ist mindestens so lustig wie der keifende, hustende Diktator, den einst Charlie Chaplin mit dem großen Diktator der Welt vermacht hat. Weiterhin zu sehen in dem Oscar- prämierten Spielfilm „Jojo Rabbit - Jojo Hasenfuß“ (USA/D/Tschechien 2019), Regie und Buch: Taika Waititi, Kamera: Mihai Malaimare jr. mit Roman Griffin Davis, Waititi, Sam Rockwell, Scarlett Johansson und anderen. Der Publikumspreisträger des Filmfestivals von Toronto 2019 ist am Donnerstag, 9. Juli, am Sonntag, 12. Juli, und am Montag, 13. Juli, jeweils um 20 Uhr in der Kinowerkstatt zu sehen, am Montag in der Originalfassung mit Untertiteln.

Der kleine Jojo, ein verwirrter zehnjähriger Junge, ist ein überzeugter Nazi, der in der liebevollen Obhut seiner Mutter Rosie (Scarlett Johansson) aufwächst. Er kann es gar nicht erwarten, Mitglied der Partei zu werden. Und er hat sogar einen besten Freund: Adolf Hitler persönlich. So lustig ist der deutsche Diktator im Kino noch nie gewesen, und das hat folgenden Grund: Es gibt ihn gar nicht – oder genauer, es gibt ihn nur im Kopf von Jojo Betzler (hervorragend gespielt von Roman Griffin Davies).

Güte und Menschlichkeit als Waffen gegen das Übel des Nationalismus, das ist allemal die Botschaft des Films, die über ein knappes Jahrhundert hinweg noch immer erschreckend zeitgemäß ist.

So kennt ihn die Welt: Ronnie Wood als Musiker und Teil der berühmten Rolling Stones. Weniger bekannt ist, dass Wood sich aucb der Malerei verschreiben hat. Zwei Szenen aus dem Film „Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me“ von Mike Figgis. Foto: dpa/Andy Muggleton
Scarlett Johansson spielt die Mutter von JoJo Rabbit. Foto: WDS

www.kinowerkstatt.de