Das Monster von Loch Wombach

Nun hat es also auch St. Ingbert getroffen.

Nach Waldkuh Yvonne, Problembär Bruno und der hochgiftigen Bananenspinne im Bexbacher Realmarkt vor ein paar Jahren, hat die Mittelstadt nun ihr eigenes Sommerloch-Vieh. Eine gefährliche Schnappschildkröte hat sich im Wombacher Weiher breitgemacht. Nachdem Artgenossin Lotti im Allgäuer Örtchen Irsee nach einer Schnappattacke für Panik und Jagdfieber sorgte, sollten die St. Ingberter ihre noch namenlose Monster-Schildkröte als Chance sehen. Als eine Chance für den Tourismus in der Region. Wie das gehen soll? Ein Beispiel aus der Geschichte: 1933 brachte die schottische Zeitung "Inverness Courier" einen Bericht über ein riesiges Tier im vorher unbedeutenden See "Loch Ness". Seit diesem Artikel reißt der Touristenstrom in die schottische Provinz nicht mehr ab. Zehntausende besuchen in jedem Jahr den See und sein Ungeheuer.

Ein Masterplan zur Vermarktung der Schildkröten-Invasion muss her. Neben Alter Schmelz und Baumwollspinnerei muss auch unsere Schnappschildkröte auf die Tourismus-Agenda. Statt auf dem Stadtbadgelände, sollte das geplante Hotel direkt am Wombacher Weiher entstehen, um den Touristenmassen Unterkunft zu bieten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Schildkröte bald etwas deutlicher zeigt, um Fotos für eine Biosphären-Werbekampagne zu ermöglichen. Denn auch das haben die Panzerechse und Nessi gemeinsam: Sie sind extrem kamerascheu.