Neubau der Grumbachtalbrücke: Das Mammutprojekt Grumbachtalbrücke

Neubau der Grumbachtalbrücke : Das Mammutprojekt Grumbachtalbrücke

Der Ersatzneubau der Grumbachtalbrücke soll 47 Millionen Euro kosten. Auch, weil viele Auflagen umgesetzt werden müssen.

Das Plangenehmigungsverfahren für den Ersatzneubau der Grumbachtalbrücke auf der A 6 zwischen den Anschlussstellen Fechingen und St. Ingbert-West ist abgeschlossen. Seit April 2017 ist der Genehmigungsbescheid bestandskräftig. Damit hat der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) Baurecht. Nach europaweiter Ausschreibung soll der Bauauftrag für das insgesamt 47 Millionen Euro teure Projekt voraussichtlich im Sommer 2018 vergeben werden. Die Maßnahme beginnt danach mit dem Bau einer Brücke auf Behelfspfeilern neben dem bestehenden Bauwerk. Die ersten vorbereitenden Tätigkeiten beginnen allerdings bereits im Spätsommer dieses Jahres.

Der Abriss des alten Bauwerks und der Neubau an gleicher Stelle ist für die Planer und Baufirmen gleichermaßen eine anspruchsvolle Aufgabe. Es müssen nach Angaben des LfS vor Baubeginn die naturschutz- und wasserrechtlichen Auflagen der Baugenehmigung umgesetzt, aber auch die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Der LfS will den Eingriff in den fließenden Verkehr während der Hauptbauphase minimieren, die Störungen durch die Baustelle für die umliegenden Ortslagen möglichst reduzieren und die das Baufeld kreuzenden Wege sinnvoll umleiten.

Dem Verkehr auf der A 6 – an dieser Stelle eine transeuropäische Route in Ost-West-Richtung und für tausende Pendler eine der wichtigsten Zufahrten nach Saarbrücken – sollen während der Bauzeit auf der A 6 kontinuierlich jeweils zwei Fahrstreifen für jede Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Um dies während der verschiedenen Bauphasen in der vier- bis fünfjährigen Bauzeit zu erreichen, ist laut dem LfS ein Wechsel in der Verkehrsführung erforderlich. Damit dieser Wechsel funktionieren kann, sind Mittelstreifenüberfahrten nötig, die der Verkehrsbelastung standhalten und eine dauerhafte Entwässerung ermöglichen. Daher müssen die Mittelstreifenüberfahrten und Kanäle jeweils vor und hinter der Brücke saniert und ertüchtigt werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich am Montag, 4. September, beginnen und sollen witterungsabhängig etwa vier Wochen dauern. In dieser Zeit wird eine Inselbaustelle auf der Fahrbahnmitte eingerichtet. In beiden Fahrtrichtungen muss der Verkehr auf einer Länge von etwa 1000 Metern einspurig am Baufeld vorbeigeführt werden. Eine Verlegung der Arbeiten in die Zeit der Herbstferien war nach Angaben des Landesbetriebs nicht möglich, da in diesem Zeitraum die L 108 – Flughafenstraße (Staffel) saniert werden muss. Die weiteren vorbereitenden Maßnahmen werden ab Spätsommer 2017 für den Autobahnverkehr störungsfrei ausgeführt, so die Planer.

Naturrechtlich geschützte Haselmäuse müssen im Bereich der Brücke eingefangen und umgesiedelt werden. Foto: picture alliance / Anka Agency I/dpa Picture-Alliance/Gerard La

Im vorgesehenen Baufeld für die provisorische Brücke leben im Übrigen Haselmäuse, die naturschutzrechtlich streng geschützt sind. Die Tiere müssen eingefangen und umgesiedelt werden. Das ist erst nach Aufzucht der Jungtiere ab dem Ende des Sommers zulässig. Die archäologischen Untersuchungen des Baugrundes müssen mit Rücksicht auf die Haselmäuse bis dahin zurückgestellt werden. In Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt werden voraussichtlich ab Mitte September drei Suchgrabungen auf sogenannten Verdachtsflächen vorgenommen. Diese archäologischen Grabungen sind Voraussetzung für die EU-weite Ausschreibung der Baumaßnahme. Die Rodung der für das Baufeld erforderlichen Flächen ist gemäß den naturschutzrechtlichen Vorgaben nur zwischen Oktober und Februar zulässig. Ab Oktober dieses Jahres ist der nach Angaben der Planer für die Baumaßnahme unbedingt erforderliche Holzeinschlag vorgesehen.