Kreiskrankenhaus: Das Kreiskrankenhaus als Netzwerk

Kreiskrankenhaus : Das Kreiskrankenhaus als Netzwerk

In der Altenmedizin wurde eine Kooperation im Saarpfalz-Kreis beschlossen. So soll eine gute Versorgung ermöglicht werden.

() Aufgrund des demographischen Wandels stellt die Versorgung älterer und multimorbider Menschen zunehmend eine Herausforderung dar. Dies ergibt sich aus der Vielfalt an Erkrankungsmustern in Kombination mit den unterschiedlichsten Krankheitsfolgen im hohen Alter. Um eine flächendeckende, hochwertige und auf die speziellen Bedürfnisse geriatrischer Patienten ausgerichtete Versorgung weiterzuentwickeln, wurde am Krankenhaus des Saarpfalz-Kreises im benachbarten St. Ingbert das Geriatrie-Netzwerk Saarpfalz gegründet.

Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligen Institutionen kann älteren Menschen eine möglichst individuelle und effiziente Versorgung vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt ermöglicht werden. Ein Teil dieser Zusammenarbeit soll in einem gemeinsamen Datenaustausch und standardisierten Kommunikationswegen liegen, welche gemeinsam von den Beteiligten entwickelt werden. Auf diese Weise kann im Netzwerk die Reduktion des bürokratischen Aufwands und der Komplexität von Prozessen für die einzelnen Akteure erreicht werden. Die so gewonnene Zeit kommt in der Folge einer intensiveren Betreuung des Patienten zu Gute. Neben dem Kreiskrankenhaus  und der Geriatrischen Rehaklinik in St. Ingbert sind niedergelassene Haus- und Fachärzte, ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, Apotheken und viele weitere Institutionen in das Geriatrie-Netzwerk involviert beziehungsweise aufgefordert, ihre Ideen in die Netzwerkarbeit einzubringen. Alle diese Partner tauschen sich im Rahmen des Netzwerks aus, unterstützen sich und beraten einander, um so eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten.

Bereits bei der Gründungsveranstaltung war das Casino des Kreiskrankenhauses  voll besetzt: „Die vielen Teilnehmer signalisieren das Interesse und auch die Notwendigkeit, sich den Herausforderungen des demographischen Wandels zu stellen“, so der Landrat des Saarpfalz-Kreises, Theophil Gallo. Die Ärztekammer des Saarlandes und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung begrüßen die Gründung des Netzwerkes ausdrücklich: „Das Konzept der sektorenübergreifenden Betreuung halten wir für sinnvoll und notwendig“, so der Präsident der saarländischen Ärztekammer, Josef Mischo. Auch die Chefärztin der Klink für Altersmedizin, Elke Gries, fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Für Saarländer ist das Vernetzen eine einfache Übung.“

Peter Schichtel, Vertreter des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, beschreibt: „Jeder von uns ist früher oder später ein potentieller Fall für die Geriatrie.“ Umso bedeutender ist es, dass das Geriatrie-Netzwerk Saarpfalz die notwendigen Rahmenbedingungen dafür schafft, dass die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens ihre spezifischen Kompetenzen noch besser einbringen und voneinander lernen können. „Die Gesamtleistung eines solchen Netzwerks ist größer als die Summe der Einzelleistungen der Gesundheitsakteure“, betont auch der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Thorsten Eich.

Das Angebot geriatriespezifischer Fortbildungsveranstaltungen und die Koordination von sektorenübergreifenden Qualitätszirkeln sind weitere Aktivitäten des Geriatrie-Netzwerks Saarpfalz.

Nähere Informationen, Kontaktdaten sowie die Beitrittserklärung zum Geriatrie-Netzwerk Saarpfalz sind unter: http://geriatrienetzwerk-saarpfalz.de zu finden. Interessierte Partner können sich bei Rückfragen an Anja Kräuter, Tel. (0 69 84) 1 08-1 35 oder E-Mail: a.kraeuter@kkh-geriatrie-igb.de wenden.

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