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„Das Friedenslicht von Bethlehem brennt in dieser dunklen Zeit“

„Das Friedenslicht von Bethlehem brennt in dieser dunklen Zeit“

Mit der Aussendung des von Pfadfindern gebrachten Friedenslichts von Bethlehem wollten Christen ein Zeichen für eine friedvollere Welt setzen. Das sagte Pfarrer Andreas Sturm in St. Franziskus, von wo das Licht seinen Weg in alle Teile St. Ingbert nahm.

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit holen die Pfadfinder das Friedenslicht als Zeichen der Hoffnung aus Bethlehem nach Deutschland, wo es den Weg in alle Gemeinden findet. So auch in die Pfarreien Heiliger Ingobertus und St. Franziskus, wo es am Samstag, musikalisch umrahmt vom Chor TonArt, von zahlreichen St. Ingbertern begrüßt und empfangen wurde.

"Wenn man sieht, wie viele heute hierher gekommen sind, könnte man meinen, es sei schon Heiligabend. Aber es gilt noch etwas zu warten", so Pfarrer Andreas Sturm angesichts der vielen Anwesenden, die zum Teil Laternen dabei hatten, um das Licht in ihre Wohnzimmer zu tragen oder aber auch an Freunde und Nachbarn weiterzugeben. In das Dunkel des Kirchenraumes hinein wurden zu Beginn des Gottesdienstes zum vierten Advent Zahlen verlesen. Zahlen, die für Tote stehen, die in den vergangenen Jahren und Monaten in New York, Beirut, im Irak oder Paris durch Terror und Kriege zu beklagen waren. "Weltweit sind 32 658 Menschen allein im Jahr 2014 weltweit ums Leben gekommen", so Gemeindereferent Holger Weberbauer, "ihnen wurde jegliche Hoffnung genommen."

Mit der Aussendung des Friedenslichts wolle man nicht nur ein Zeichen für eine friedvollere Welt setzen, sondern sich auch aktiv dafür einsetzen, wie Sturm sagte. "Ich hätte Ihnen gern andere Bilder gezeigt, als die, die wir gleich sehen. Aber es geht nicht um den Frieden, sondern um den Unfrieden in unserer Welt", so der Pfarrer , bevor die Bilder von Explosionen, Flucht und trauernden Menschen an die Kirchenwand projiziert wurden. Man sah Dinge, die aus hiesiger Sicht unbegreiflich und unfassbar sind, man hörte Worte von Angst, Hass, Liebe und Hoffnung. Es seien auch nach den Anschlägen von Paris mit 129 Toten offene Fragen geblieben. "So wie das Friedenslicht brennt in dieser dunklen Zeit, erhellen unsere Herzen", verwies Pfarrer Sturm auch auf das Motto "Hoffnung schenken - Frieden finden" des Gottesdienstes, "mögen Hoffnungslose und Lebensmüde ihren Weg damit finden, so wir wir alle auch." Was hinter dem Licht stecke, müsse jeder Einzelne für sich selber erfahren und erfahrbar machen, gab Weberbauer den St. Ingbertern mit auf den Weg. Am Frieden müsse täglich gearbeitet werden. "Wir haben den ersten Schritt für eine große Gemeinschaft getan", wies der Gemeindereferent auf die Bildung der Großpfarrei Heiliger Ingobertus hin, die es rein rechtlich offiziell ab Anfang kommenden Jahres gibt. Als Zeichen der Verbundenheit wurden die Vorsitzenden der Gemeindeausschüsse, auch Vertreter der protestantischen Kirchen, eingeladen, das Friedenslicht in die einzelnen Gemeinden zu tragen. "Geben Sie es weiter an Menschen, die guten Willens sind", so die Bitte der Geistlichen, bevor das Licht in Laternen und Windlichtern seine Wege in die verschiedenen Winkel der Stadt fand.