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Das erste Ludwigstraßenfest in St. Ingbert war ein voller Erfolg

Handel & Gewerbe : Die Ludwigstraße wurde zur Festmeile

Von einem regnerischen Nachmittag ließen sich die St. Ingberter am Samstag nicht stören. Die Geschäfte präsentierten sich.

Die Ludwigstraße gehört zu einer der ältesten Einkaufsstraßen in St. Ingbert. Die Geschäfte dort sind – früher wie heute – oft inhabergeführt und viele seit über hundert Jahren im Besitz der Familien. Vom Schange-Eck bis hoch zur Kohlenstraße zieht sie sich, direkt im Anschluss an die Kaiserstraße. Ein Teil gehört noch zur Fußgängerzone, der andere führt den Verkehr von der Poststraße zur Kohlenstraße. Seit einiger Zeit liegt die Ludwigstraße allerdings im Dornröschenschlaf. Oft laufen die Besucher der Fußgängerzone nur durch die Kaiserstraße. Das soll sich nun ändern. Bereits im Frühjahr trafen sich die Gewerbetreibenden mit dem Verein für Handel und Gewerbe zur Ideensammlung. Wie kann man die Einkaufsstraße wieder mit Leben füllen? Wo es dort doch von „Kopf bis Fuß“ alles zu finden gibt: Friseure, Gastronomie, Bekleidungs- oder Schuhgeschäfte. Vom Fachhandel für Haushaltsgeräte über eine Schneiderei bis zum Spieleladen. Eine der zahlreichen Ideen war die Organisation eines Straßenfestes. Richtig typisch, mit jeder Menge selbst gemachter Leckereien, Musik und einem „Tag der offenen Tür“, an dem jeder in die Geschäfte schauen kann. Gesagt, getan: Monatelang wurde geplant, geprobt und vorbereitet. Gemeinsam an einem Strang ziehen war das Ziel und das klappte hervorragend. Vergangenen Samstag war es dann so weit: Die Ludwigstraße wurde von 10 bis 18 Uhr zu einer bunten Festmeile.

Gemeinsam hatten die Läden sich herausgeputzt. Frisch gestrichene Fassaden und liebevoll dekorierte Schaufenster luden die Besucher zum Bummeln ein. Zum Beispiel beim Schreibwarengeschäft Eder-Glauben, das in diesem Jahr sein 133-jähriges Bestehen feiert. Dort wurde das Schaufenster ganz im Zeichen der Gründungszeit geschmückt. Mit alten Fotos, Kleidern der Zeit und Zeitungsauszügen, die von der Eröffnung erzählen. Ein paar Häuser weiter gab es bei den Maltesern nicht nur Kaffee und leckeren Kuchen, sondern auch Besuch von den Therapiehunden und die Möglichkeit, einen Blutdruck-, Blutzucker- und Herz-Stress-Test durchführen zu lassen.

Den roten Teppich rollten gemeinsam Boutique Janina, Haarschnitt Roth und Cosmetic Christine aus. Gemeinsam präsentierten sie eine Moden- und Frisurenshow mit aktueller Herbstmode, Abend- sowie Cocktail-Kleidern und natürlich auch Oktoberfest-Dirndln. Die großen und kleinen Models – das jüngste war drei Jahre alt, das älteste 70 - ließen sich vom einsetzenden Nieselregen am Mittag nicht aus dem Konzept bringen. Dann kam eben der Schirm als Accessoire mit auf den Laufsteg.

Auch „Star Wars Live“ und die Cosplayer, die in ihren Kostümen bekannte Figuren aus Spielen, Comics, Serien und Filmen verkörpern, ließen sich vom Regen nicht stören. Von „ins Wasser gefallen“ konnte beim Ludwigstraßenfest definitiv nicht die Rede sein. Geschäftsinhaber, Besucher und Musiker rückten einfach unter den Pavillons und in den Läden zusammen und machten es sich im Trockenen gemütlich. Ob beim Hobbykünstlermarkt in der „Grüne Neune“ oder bei einem kalten Getränk in einem der vielen Gastronomie-Betriebe.

Sogar so manche Anwohner beteiligten sich begeistert am Fest. Eine der ältesten Anwohnerinnen lebt seit 60 Jahren in der Ludwigstraße und beim ersten Straßenfest hier überhaupt gab es für sie nur eines zu tun: „Für mich war Mitmachen Pflicht“, sagte die Seniorin, deren Familie die St. Ingberter Traditionsbäckerei König gehört, die lange in der Straße ansässig war. Also bot auch sie selbst gebackenen Kuchen an. Das leibliche Wohl kam, wie es sich bei Straßenfesten gehört, nirgendwo zu kurz. Jeder trug seinen Teil dazu bei, so gab es Milchshakes, Canapés, Burger, Cocktails und vieles mehr.

Wer wollte, konnte sich an der Abschlagstation der Baseballmannschaft „Devils“ vom TV St. Ingbert versuchen, an der Fotoaktion von Alexander Weiß teilnehmen oder ein Bild mit dem berühmten Auto K.I.T.T. aus der Serie „Night Rider“ als Erinnerungsstück mitnehmen. Der Straßenmalerei für die kleinen Besucher machte das Wetter dann zwar leider doch einen Strich durch die Rechnung, dafür konnten sie sich an selbst gefilzten Werken und Trommelsteinen versuchen. Das Fazit der Organisatoren: Auch wenn das Wetter nicht optimal mitgespielt hat, wurde gemeinsam improvisiert, und der Tag war ein voller Erfolg. Im nächsten Jahr soll wieder gefeiert werden.