Das Baugerüst dient der Sicherheit

Keine große Kunst, sondern eine schlichte Sicherheitsmaßnahme: Das Baugerüst auf dem Kreisel in Rohrbach dient der Sicherheit für Passanten und Autos während der Montagearbeiten. Im Zuge der Sanierung der 110 Kilovolt-Leitung zwischen Homburg und Rohrbach werden einige Masten ersetzt.

Fährt man von St. Ingbert kommend nach Rohrbach , fragt man sich derzeit unweigerlich, was es mit dem Gerüst auf dem Kreisel auf sich hat. Es ist kein Kunstwerk einer isländischen Künstlerin wie am Festo-Kreisel, sondern vielmehr Teil einer viel umfassenderen Baumaßnahme. Denn seit Mitte Oktober fanden in Sichtweite des Kreisels bereits einige Tiefbauarbeiten statt, bevor zu erkennen war, was dort passiert. Mittlerweile stehen zwei neue Strommasten, die alten wurden abgebaut.

Wie Stefan Fels, Sachbearbeiter der Pfalzwerke Netz AG und Projektleiter dieser Maßnahme auf Anfrage bestätigt, mussten die in die Jahre gekommenen alten Masten des Energieversorgers abgebaut und durch neue ersetzt werden. Dabei erfolgt die Priorisierung der auszutauschenden Masten "aufgrund ihrer Standorte und des Gefahrenpotenzials, dass sich ergibt, wenn sie umkippen würden", so Fels. Die alten Masten stammten aus dem Jahr 1956, so dass es an der Zeit war, die Masten und deren Fundamente zu erneuern.

Die zwei Rohrbacher Masten sind Teil eines größeren Bauprojekts, nämlich der Sanierung der bestehenden 110 Kilovolt-Leitung zwischen Homburg und Rohrbach mit insgesamt zwölf neu zu errichtenden Masten mit rund 30 Meter Höhe. Dieser Abschnitt wird teilsaniert und zwar "bevorzugt an Stellen, in denen sich Kreuzungsbereiche befinden", wie der Projektleiter erzählt. Das ist oder war im Bereich der Autobahn A 8 in Höhe Limbach, im Industriegebiet Kirkel, im Bereich der A 6 und an eben an dem Wohn- und Industriegebiets neben dem Umspannwerk in Rohrbach der Fall.

In manchen Bereichen werden nicht nur die Masten, sondern auch die sogenannten Leiterseile ausgetauscht, wie es jetzt beispielsweise in Rohrbach geschieht. Deshalb arbeiten Fachleute angeseilt in luftiger Höhe. Das Gerüst auf dem Kreisel wurde aufgestellt, um die Sicherheit von Passanten und Fahrzeugführern während der Montagearbeiten zu gewährleisten. Das Schutzgerüst "fängt" die Leitungen auf, falls sie bei den Seilzugarbeiten zu tief hängen. In solch einem Fall wäre so die Durchfahrthöhe für Autos trotz laufender Arbeiten gewährleistet.

An den Strommasten, im Fachjargon Freileitungsmasten, arbeiten die Fachleute angeseilt in luftiger Höhe.

Der Austausch des Dutzend Masten wurde mit rund 2,5 Millionen Euro kalkuliert. Im Vorfeld gab es ein Planfeststellungsverfahren, das Ende 2015 eingereicht wurde. Mit der Genehmigung des Oberbergamtes und der Vorgabe der naturschutzrechtlichen Auflagen erging Mitte 2016 der Beschluss zur Durchführung des Projekts an der Hochspannungsleitung. In Einklang mit dem Naturschutz sei in den Industriegebieten bereits im September mit der Maßnahme begonnen worden, in den sensibleren Bereichen erst jetzt in der kalten Jahreszeit. Wie Stefan Fels sagte, rechne man mit dem Abschluss der Arbeiten in der nächsten Woche.

Mehr von Saarbrücker Zeitung