Damit verletzte Soldaten schnell heimkommen

Damit verletzte Soldaten schnell heimkommen

Hassel. Die Zahl der Auslandseinsätze der Bundeswehr nimmt immer mehr zu. Die Gefahr für die im Ausland eingesetzten Soldaten wächst, gerade in Afghanistan, wo ein Ende des Einsatzes nicht abzusehen ist. Angesichts der steigenden Zahl von Anschlägen mit Toten und Verletzten hat die Bundeswehr ein ausgefeiltes Logistikkonzept entwickelt, um verletzten Soldaten zu helfen

Hassel. Die Zahl der Auslandseinsätze der Bundeswehr nimmt immer mehr zu. Die Gefahr für die im Ausland eingesetzten Soldaten wächst, gerade in Afghanistan, wo ein Ende des Einsatzes nicht abzusehen ist. Angesichts der steigenden Zahl von Anschlägen mit Toten und Verletzten hat die Bundeswehr ein ausgefeiltes Logistikkonzept entwickelt, um verletzten Soldaten zu helfen. Wenn Selbst- und Kameradenhilfe und die medizinische Betreuung vor Ort nicht mehr ausreichen, um die volle Verwendungsfähigkeit des Soldaten innerhalb von zwölf Tagen wiederherzustellen, wird die Behandlung in Deutschland fortgesetzt. Dann kommt "StratAirMedeVac" ins Spiel, der Strategische Luftverwundetentransport. Über dieses Konzept hat kürzlich der Hauptfeldwebel der Reserve, Erwin Zemke, vom San-Zentrum des Fallschirmjägerbataillons 263 Zweibrücken im Heim der Reservistenkameradschaft Hassel auf dem Eisenberg einen gut besuchten Vortrag gehalten. Zemke weiß, wovon er spricht. Er war schon dreimal in Afghanistan, daneben auch in Usbekistan, im Kosovo und in Bosnien im Einsatz. Zur Einstimmung zeigte er schockierende Fotos von Anschlagsopfern, die unter die Haut gingen. "Das Medevac-System der Bundeswehr ist weltweit einzigartig", so Zemke. "Im Gegensatz zu den Amerikanern können wir im Medevac-Airbus der Luftwaffe Verletzte intensiv behandeln." Zentrale Planung, Priorisierung und Steuerung der Krankenrücktransporte aus dem Ausland obliegen dem Sanitätsführungskommando in Koblenz. Die im Ausland verletzten oder erkrankten oder im Einsatz verwundeten Soldaten werden je nach Zustand mit Dringend-, Vorrang- oder Routine-Flügen im Airbus aus Afghanistan via Usbekistan und mit Transall-Maschinen vom Balkan nach Deutschland ausgeflogen. Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um die beste Versorgung der in Einsätzen oder Übungen im Ausland verletzten Soldaten sicherzustellen. "Notfalls wird eine Maschine auch nur für einen Soldaten eingesetzt", sagte der Referent. "Bis jetzt haben wir noch jeden verletzten Soldaten nach Hause gebracht." Nach der Landung in Deutschland werden die Verletzten ins Bundeswehrzentralkrankenhaus nach Koblenz oder in die Bundeswehrkrankenhäuser Ulm, Berlin und Hamburg transportiert. Übrigens: Die "StratAirMedeVac-Maschine" fliegt nicht nur verletzte Angehörige der Bundeswehr, sondern auch Patienten anderer Nationen. red

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