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Christian Utzig ist landesbester Azubi zum technischen Produktdesigner

Landesbester Azubi aus St. Ingbert : Der Herr der dreidimensionalen Grafik

Christian Utzig ist landesbester Auszubildender im Beruf des technischen Produktdesigners. Jetzt wird er ein Studium aufnehmen.

Wenn Christian Utzig am Zeichenbrett steht, dann dient dessen große Fläche nur noch dazu, die überdimensionalen Pläne gut sichtbar auszubreiten. „Bei uns wird nicht mehr selbst gezeichnet“, sagt der landesbeste Auszubildende im Beruf des technischen Produktdesigners, und verweist auf die Computerprogramme, mit denen heute gearbeitet wird. Früher hieß sein Beruf noch „Technischer Zeichner“ und damals wurde mit feinem Stift und Lineal gearbeitet. Utzig weiß das, hat es aber in seiner Ausbildung gar nicht mehr kennengelernt. Stattdessen werde heute nicht mehr zweidimensional geplant, am Computer beherrsche die dreidimensionale Grafik den Markt. „Auch in der Berufsschule wird auf das Dreidimensionale hingearbeitet“, sagt der 24-Jährige aus St. Ingbert, der bei Thyssen-Krupp nach zwei Semestern Mechatronik-Studium eine Ausbildung begann. Das Studium sei ihm zu trocken und theoretisch gewesen. „Ich hatte technisches Interesse und habe mich gezielt umgesehen. Jetzt gehe ich wieder an die Uni und studiere Wirtschaftsingenieurwesen. Jetzt bin ich vernünftiger und will was lernen. Im Unternehmen habe ich einen Vertrag und kann ein duales Studium oder einen Nebenjob als Werksstudent bekommen“, sagt der junge Mann, der mit seinem Erfolg nicht rechnete. Da die übliche Bestenfeier der Industrie- und Handelskammer ausfiel, kam die Urkunde mit der Post. Das Unternehmen dankte mit einer Prämie und bietet Hilfe für das Studium an.

Ausbilderin Claudia Dill sieht sich bestätigt. Mit Studienabbrechern habe sie gute Erfahrungen gemacht. Im schwierigen Ausbildungsmarkt hätten die ehemaligen Studenten oft eine gute Perspektive. Heute hat Utzig erst einmal einen Festvertrag, das Studium beginnt in diesem Jahr. Aktuell plant er einen Waggonkipper, der in Polen gebaut und nach Kanada verschifft werden wird. „Ich durfte sogar eine Woche auf die Baustelle und war dann Teil der Produktion“, freut sich Utzig. Seine Vorstellungen von der Ausbildung seien übertroffen worden. Sein Waggonkipper sei ein typisches Produkt der St. Ingberter Konstrukteure, die Be- und Entladungsanlagen für Häfen konstruieren. In einem Waggonkipper werden Eisenbahnwaggons eingespannt und gedreht. Sie würden letztlich auf den Kopf gestellt, um die Schwergüter schnell in Bunker oder auf Förderbänder entladen zu können. In seiner Freizeit spielt Utzig beim Tennisclub Oberwürzbach, im Job konstruiert er Industrieanlagen.