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Christel und Toni Abel aus Reichenbrunn feiern Diamantene Hochzeit

60 Jahre verheiratet : Es waren Augenblicke, die zu einer langen Ehe führten

Am 4. Mai feiern Christel und Toni Abel in Reichenbrunn ihre Diamantene Hochzeit. Bereits seit 64 Jahren sind sie unzertrennlich.

Beständig und wertvoll wie ein Diamant sei eine 60 Jahre anhaltende Ehe heißt es zur Erklärung, warum man gerade nach so vielen Jahren die Diamantene Hochzeit feiert. Und so ähnlich empfinden es Christel und Toni Abel aus Reichenbrunn auch, wenn sie auf ihre lange Partnerschaft zurückblicken. Man sei zwar nicht mehr ganz so fit wie früher, aber die Liebe, ja die sei noch immer da.

Es war 1955 als die beiden zusammenkamen. Sie war als Lehrling in einer Kaffeerösterei beschäftigt und immer in der Mittagszeit ging sie dort vorbei, wo Toni zum Bauschlosser ausgebildet wurde. Man grüßte sich und wechselte ein paar Worte. Eines Tages wurde das damalige Fräulein Otto von Toni gefragt, ob sie mit zu einem Konzert gehen wollte. Doch sie musste passen, denn als Sängerin im Kirchenchor hatte sie selbst einen Auftritt. Und doch gingen sie zusammen zum Konzert, wenn auch zu einem anderen – Christel stand als Choristin auf der Empore und Toni saß als Zuhörer in der Kirchenbank. Von diesem 1. Mai vor 64 Jahren an waren die damals 16-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Freund unzertrennlich. „Wir haben uns vier Jahre gut gekannt, bevor wir heiraten gegangen sind“, sagen beide. Das war 1959 in St. Pirmin.

Sechs Jahre später kam ihr Sohn auf die Welt. „Wir waren überglücklich über den Bub“, sagt die Ehefrau heute. Kurze Zeit später ging Familie Abel in Reichenbrunn unter die Häuslebauer. Das Gebäude in der Würzbacher Straße, in dem sie heute noch leben, beherbergte von 1968 bis 1980 das weit über St. Ingberts Grenzen hinaus bekannte „Café Abel“, das Christel mit ihren Eltern führte, während ihr Mann als Lokführer unterwegs war. Er war wegen der Wechselschichten stark eingespannt, aber immer ehrlich und verlässlich. Das schätzte seine Frau schon damals an ihm, als sie noch nicht verheiratet waren: „Er war immer sehr zuverlässig – punktum. Da war er noch schlimmer als ich.“ Und was nahm ihn für seine Frau ein? „Es waren die Augen. Schauen Sie sich das Hochzeitsbild an – da sind Güte und Freude drin“, sagt Toni Abel verliebt, „da habe ich einmal reingeguckt und mir gedacht ,die sehen so gut aus, da kann mir nichts mehr passieren‘.“ Nie sei man allein irgendwohin gegangen. „Wir haben alles gemeinsam erledigt, nur auf die Arbeit musste ich allein“, erzählt Toni Abel lachend. Egal, wo man als Paar oder Familie hingegangen oder -gefahren sei, ob ins Kino, zum Spaziergang oder in den Urlaub, überall sei es schön gewesen, solange nur der andere Partner dabei war. „Wir haben schöne Jahre gehabt in der Ehe“, so Christel Abel. Es sei so schön wie früher, nur gehe alles etwas langsamer, sagt der gesundheitlich etwas angeschlagene Toni Abel. Bei der Gesundung lässt er niemanden anderen an sich heran – nur Schwester Christel.

„Bei dieser Pflege geht es immer wieder aufwärts“, sagt er. Wenn er über ihre Kochkünste spricht, fehlen ihm etwas die Worte. „Das schmeckt alles sehr gut. Eigentlich müsste ich so aussehen“, sagt der Ehemann und deutet mit den Händen eine Kugel um seine Körpermitte an. Sie sind glücklich, was man daran merkt, wie die beiden miteinander umgehen, wie sie übereinander sprechen und sich ansehen. „Ich habe immer gesagt, dass mir nichts besseres als Toni hätte passieren könne“, sagt seine Frau. Die 60 Jahre seien für beide erfüllt und schön gewesen. Zum Kennenlerntag am diesjährigen 1. Mai hatte Toni Abel seine Frau gefragt, womit er ihr eine Freude machen könne. Ihre Antwort? „Es wäre schön, wenn wir noch einige Jahre zusammenbleiben könnten.“ Das ist nicht nur der größte Wunsch von Christel Abel, sondern auch von ihrem geliebten Mann.