Chemie-Unterricht mal anders

Mit weißem Kittel und Schutzbrille experimentierten Schüler des Leibnitz-Gymnasiums bei einem Forschungsprojekt. Johannes Huwer, Doktorand der Chemie an der Universität in Saarbrücken, begleitete das Projekt.

In Vierergruppen sitzen die Schüler und Schülerinnen der 5c des St. Ingberter Leibniz-Gymnasiums an ihren Tischen und warten gespannt auf das, was der junge Mann da vorne, der heute ihre Biologielehrerin Elfie Müller ersetzt, gleich sagen wird. Er und noch zwei andere junge Männer haben nämlich heute das Kommando in ihrem Klassenzimmer übernommen und werden an diesem Morgen mit den Schülern zusammen ein paar interessante Experimente durchführen.

Aber bevor es an die Arbeit geht, muss natürlich erst einmal die richtige Arbeitskleidung angelegt werden, und das alleine ist schon spannend genug. Sehr diszipliniert holen sich die Jungen und Mädchen gruppenweise weiße Kittel und Schutzbrillen ab, denn so sind nun einmal die Vorschriften. Und dann kann es auch schon losgehen, mit Feuereifer machen sich die Kinder an die Arbeit. Aber was genau geschieht denn da? Die Fachdidaktik Chemie der Universität des Saarlandes führt in Zusammenarbeit mit der Klassenstufe 5 des Leibniz-Gymnasiums ein Forschungsprojekt durch. Mit diesem Projekt, das Spaß und Experimentieren verbindet, soll das Verständnis für Naturwissenschaften geweckt und gefördert werden. Der Doktorand der Chemie, Johannes Huwer, führt dabei zwei verschiedene Module durch: Fette und Öle sowie Wasser. Zuerst werden Kenntnisse über diese Themenbereiche und der Grad der Begeisterung für Naturwissenschaften erfragt. Dann erfolgt ein ausführlicher Unterricht durch die Fachlehrer. Anschließend können sich die Schüler als kleine Forscher fühlen, wenn sie in ihren Kitteln und Schutzbrillen kindgemäße Versuche zu den beiden Themen durchführen. Sie erhalten zwar Aufgaben, Geräte, Chemikalien und weitere Materialien, müssen jedoch selbst herausfinden, wie man zur gestellten Frage mit dem zur Verfügung gestellten Material einen Versuch durchführt. Dann werden die Versuche selbstständig ausgewertet. Das eigenständige Arbeiten unter der Aufsicht der Fachlehrer und der Studenten förderte Motivation, naturwissenschaftliches Denken und Nachhaltigkeit des Gelernten, was ein anschließender Fragebogen beziehungsweise Wissenstest bewies.

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