CDU will „sicher in die Zukunft“

Hassel · Das Thema Feuerwehr und nicht die Neuwahl stand klar im Zentrum des CDU-Stadtverbandsdelegiertentages. In einem Leitantrag beschreibt die Partei ihre Positionen zu den „Problemen“ der St. Ingberter Floriansjünger – wie dem Rohrbacher Gerätehaus, dem Brandschutzbedarfsplan oder der Ausstattung.

 Fast wie bei einer Feuerwehr-Ehrung: Der CDU-Stadtverbandsvorstand bei der Delegiertenversammlung in Hassel mit den Führungskräften der Wehr aus St. Ingbert und dem Saarpfalz-Kreis. Foto: Manfred Schetting

Fast wie bei einer Feuerwehr-Ehrung: Der CDU-Stadtverbandsvorstand bei der Delegiertenversammlung in Hassel mit den Führungskräften der Wehr aus St. Ingbert und dem Saarpfalz-Kreis. Foto: Manfred Schetting

Foto: Manfred Schetting

. Eine Gegenoffensive heißt das im Sport. Während der Haushaltsberatungen und in der Diskussion um ein neues Gerätehaus in Rohrbach stand der Eindruck im Raum, die CDU sei gegen die Feuerwehr. Das wollen die Christdemokraten aber nicht stehen lassen. Und um das ganz deutlich zu machen, bildeten beim Stadtverbandsdelegiertentag der St. Ingberter CDU in Hassel nicht wie sonst üblich die anstehenden Neuwahlen, sondern die Feuerwehr den Mittelpunkt. Nach fast zweistündigem Austausch mit führenden Feuerwehrleuten - in die evangelische Begegnungsstätte waren die Spitze der Wehren im Saarpfalz-Kreis, der St. Ingberter Wehrführer sowie die Löschbezirksführer aller fünf Stadtteile gekommen - verabschiedete die CDU einen Leitantrag unter dem Titel "Sicher in die Zukunft".

In ihrem einstimmig verabschiedeten Thesenpapier fordert die CDU unter anderem, dass unverzüglich ein neuer Brandschutzbedarfsplan in Auftrag gegeben wird. "Die Feuerwehrangehörigen müssen in allen Stadtteilen in zweckmäßigen, dem örtlichen Bedarf entsprechenden Gerätehäusern untergebracht sein", heißt es zudem in dem Beschluss. Die Verwaltung müsse daher schnellstmöglich die Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehauses in Rohrbach beauftragen. Klar ist auch die Position zur Zusammenlegung von Löschbezirken: Die sehen die Christdemokraten grundsätzlich kritisch - und allenfalls als Option, wenn die beteiligten Löschbezirke ein Zusammengehen ausdrücklich wünschen.

Die CDU formuliert aber auch bei den Feuerwehren einen Vorbehalt: "Um die finanzielle Stabilität der Gesamtstadt zu erhalten, ist es unbedingt erforderlich, dass der städtische Haushalt auf Dauer leistungsfähig bleibt", das müsse auch für die St. Ingberter Wehren gelten.

Ihre Thesen haben die Christdemokraten nach Angaben ihres Stadtverbands-Vorsitzenden Pascal Rambaud bewusst im engen Kontakt mit den Feuerwehrleuten erstellt. "Ein Beitrag zur Debatte um die Feuerwehr kann die CDU nur leisten, wenn auch mit dem Beteiligten gesprochen wird." Die Sicht der Wehr verdeutlichten dann in Hassel auch mehrere Gastreferenten.

So lieferte Uwe Wagner Details zur Situation der Feuerwehren im Saarpfalz-Kreis. Der Kreisbrandinspekteur erläuterte insbesondere das sogenannte Heide-Gutachten zu den Saarpfalz-Wehren. Hierin hat der aus dem baden-württembergischen Calw stammende Hans-Georg Heide die Lage der Feuerwehren auf Basis der Brandschutzbedarfspläne in allen sieben Kommunen des Kreises analysiert. Wagner: "Das Gutachten fragt, ob die Bedarfspläne sowie die personelle und materielle Ausstattung angemessen sind. Zudem wird hinterfragt, ob Fahrzeuge und Personal strategisch richtig verteilt sind." Die Vorschläge würden zurzeit in einer Planungsgruppe mit den Wehrführungen und Verwaltungen thematisiert. Diskussionsstoff bieten dabei nicht zuletzt die Suche nach Synergieeffekten sowie die Überlegungen, Hauptamtlichkeit bei der Feuerwehr punktuell zu steigern und in jeder der sieben Kommunen im Kreis einen Feuerwehr-Standort mit überörtlichen Aufgaben zu platzieren.

Der St. Ingberter Wehrführer Andreas Menges signalisierte Verständnis für die finanziellen Zwänge der Politik: "Niemand kann Geld aus dem Ärmel schütteln." Zugleich sprach der Wehrführer aber auch spezielle Fragen an, mit denen sich die Freiwilligen Feuerwehren in der Mittelstadt aktuell beschäftigten. So meinte Menges zum notwendigen Neubau eines Gerätehaus in Rohrbach: "Die Zeichen stehen gut, dass in naher Zukunft etwas passiert." Auf Ebene der Stadtverwaltung werde derzeit ein Ranking unter sechs verschiedenen Plätzen erstellt, an denen in Rohrbach ein neues Gerätehaus gebaut werden könnte.

Klare Worte fand Menges auch zu der Atemschutzwerkstatt, die derzeit im Feuerwehrgerätehaus in St. Ingbert ausgebaut wird (wir berichteten). "Beim Atemschutz, der Reinigung von Einsatzkleidung und der Schlauchwartung kann die St. Ingberter Wehr für die interkommunale Zusammenarbeit einiges bieten."