Cado-König in St. Ingbert schließt die Pforten

Handel : Cado-König schließt zum Monatsende

Rabatte ab 50 Prozent, verkündet ein rotes Schild mitten im Laden. Die sonst hübsch dekorierten Regale leeren sich zusehends. An der Tür hängt bereits das Schild des Immobilienmaklers: zu vermieten.

Langjährige Kunden bleiben vor „Cado-König“ in der Rickertstraße verwundert stehen. Noch ein Geschäft weniger. Eins von denen, die es schon so lange gibt.

„Es geht einfach nicht mehr“, erklärt Geschäftsinhaberin Sabine König traurig. „In St. Ingbert fehlt die Laufkundschaft. Das Einkaufsverhalten hat sich verändert.“ Ein Problem, das nicht nur St. Ingbert betrifft. Im Saarland müssen immer mehr Einzelunternehmer diese Hürden nehmen. Die Bereitschaft Service, Beratung und Atmosphäre der lokalen Händler zu zahlen nimmt stetig ab. Onlinebestellungen werden bevorzugt. Günstig, schnell, man muss nicht aus dem Haus. Geschaut werde von einigen noch vor Ort, so König. Dann werden Barcodes gescannt und Schilder mit Namen und Größen abfotografiert, nur um zu schauen, wo im Netz der Artikel günstiger zu haben sei, erklärt die Geschäftsinhaberin.

„Viele haben auch ein völlig falsches Bild von dem, was ein Geschäft an Kosten verursacht. Es ist mehr als nur die Miete. Dazu kommen Mitarbeitergehälter, Warenankauf, Versicherungen, laufende Kosten und vieles mehr“, sagt König. So wurde im „Cado“ auf Wunsch immer kostenfrei Artikel als Geschenke verpackt. Kunstvolle Kreationen, egal für welchen Preis die Kunden eingekauft hatten. Ihre Stammkunden lieben diese Wertschätzung. Sie kommen auch jetzt und kaufen fleißig ein. Sie stehen Sabine König zur Seite „Zu vielen hat sich über die Jahre hin ein persönliches Verhältnis aufgebaut. Ich werde sie vermissen.“

Über die Jahre hin hat sich jedoch immer mehr abgezeichnet, dass die Einnahmen nicht mehr ausreichen.

„Neue Läden haben es besonders schwer“, weiß Sabine König zu berichten. „Es ist traurig was aus St. Ingbert geworden ist.“ Die Stadt leere sich, und man müsse aufpassen, dass sie nicht kaputtgeht.

Mieten sind teuer, Kunden rar. Ende Januar schließt das „Cado“. Ein Lebenswerk, das für Sabine König wie ein zweites Kind ist. Ein schwerer Schritt. „Ich habe das mit Herzblut gemacht.“ Aber es führt kein Weg daran vorbei. Noch stehen die Türen für den Räumungsverkauf offen. Wahrscheinlich bis Dienstag, denn zum 31. Januar muss der Laden geräumt sein. Bis dahin gilt nach wie vor das Motto: „Bei uns ist der Kunde König.“