Busse fahren neue Wege im neuen Jahr

Jede Stunde fährt die 506 ab 2016 bis nach Saarbrücken – anstatt in Rentrisch zu enden. Die Linie kappt damit zwei Haltestellen abseits der Hauptstraße. Beschwerden treffen schon jetzt ein. Doch die Fahrplananpassungen haben auch gute Seiten.

Für Busfahrgäste in St. Ingbert und Umgebung ändern sich im kommenden Jahr viele Fahrpläne . Denn einhergehend mit dem Wechsel zur Firma Saar-Mobil, einem Zusammenschluss von fünf saarländischen privaten Busunternehmen , hat der Saarpfalz-Kreis Abfahrtszeiten und sogar das Liniennetz überarbeitet. Zum Teil fällt dies zum Vorteil von Busbenutzern aus: Rubenheim, Erfweiler-Ehlingen und Walsheim erhalten laut der Mobilitätszentrale Saarpfalz-Kreis erstmals samstags eine Anbindung. Diese Änderung entsteht durch eine neue Linie 504, die in Teilen die Strecke der vorherigen Linie 507 fährt, und zwar von St. Ingbert über Heckendalheim, Ommersheim, Aßweiler, Rubenheim nach Gersheim mit Walsheim. Die verbleibende Reststrecke der Linie 507 zwischen Aßweiler und Bliesmengen Bolchen war "sehr schlecht nachgefragt", berichtet Markus Philipp von der Mobilitätszentrale. Daher verbleiben dort nun Fahrten im Schülerverkehr, Kleinbusse und Anruf-Linien-Taxis.

Neben dieser Änderung im Streckennetz bedeutet das neue Jahr auch für die Linie 506 große Veränderungen - gute wie schlechte. Hier wird laut Mobilitätszentrale der Blieskasteler Stadtteil Webenheim nun besser angebunden sein. Die Zahl der Fahrten von und nach Saarbrücken soll sich mehr als verdoppeln. Besonders samstags sei die Region besser mit Saarbrücken verknüpft. In Rentrisch allerdings mag eine damit verbundene Änderung auf Unmut stoßen: Die Haltestellen Rentrischer Weg sowie Lottenhammer sollen nicht mehr von den Linienbussen angefahren werden. Stattdessen bahnt sich die 506 ihren Weg geradewegs über die Untere Kaiserstraße in Richtung Saarbrücken. Markus Philipp nennt als Grund, dass die Haltestelle Bahnhof Rentrisch verlegt werden müsste, wenn die Busse weiterhin die nun entfallenden Stationen anfahren würden. Den Bahnhof würde der Bus dann nämlich nicht mehr passieren. Zuvor sei dies möglich gewesen, da alle zwei Stunden ein Bus der Linie 506 in Rentrisch endete. Dem Rentrischer Ortsvorsteher Dieter Schörkl gefällt das nicht: "Am Lottenhammer wohnen ältere Leute, die auf den Bus angewiesen sind." Philipp empfiehlt Gegnern des neuen Plans, sich schriftlich beim Kreis zu melden. Dass der Kreis die Haltestelle Rentrischer Weg aus dem Angebot nehme, kann er gut verstehen. Dort habe es regelmäßig Beschwerden gegeben, weil Busse aufgrund von Hindernissen wie parkenden Autos die Haltestelle nicht erreichen und Fahrgäste nicht einsammeln konnten. Es gebe jedoch keine statistische Grundlage, die darauf hindeute, dass die Nachfrage an den beiden Haltestellen zu wünschen übrig ließe, teilt der Experte mit. Dennoch gilt die Linie 506 bei der Mobilitätszentrale als eine "verbesserte Linie": Sie fahre nun regelmäßig weiter und öfter, erstmals auch an Sonn- und Feiertagen, zwischen 8 und 21 Uhr im Zweistundentakt. "Damit haben in Zukunft auch weite Teile der Stadt St. Ingbert sonntags eine Anbindung an den Nahverkehr, zum Beispiel zum Schwimmbad ‚das blau' oder zum Waldfriedhof."

Beim Stadtbus "ingo" sowie den Linien 501, R6, R10, R14 und 170 ändere sich wenig. Bei einzelnen Schulverstärkern seien nur Änderungen im Minutenbereich vorgenommen worden. Der besseren Übersichtlichkeit halber habe der Kreis von der Linie 587 eine neue Linie 588 von Hassel über Rohrbach nach St. Ingbert abgespalten sowie von der Linie 592, Südschule bis Max-Braun-Straße, eine Verbindung von Rentrisch bis zur Rischbachschule. Auf der Linie 568 verzichten die Busfahrer ab sofort auf die Fahrten um 6.15 Uhr ab Blickweiler sowie 14.25 und 17.47 Uhr ab Blieskastel mangels Nachfrage. Zwei Fahrten dieser Linie sollen nun für Schüler der Mandelbachtalschule bis Brebach verlängert werden.

Fahrpläne gibt es ab Ende der Woche im Stadtbusbüro St. Ingbert , im Kreiskrankenhaus, in Blieskastel im Haus der Bürger und in den Rathäusern in Ormesheim und Gersheim.