Busbegleiter-Job soll nicht gegen die Wand fahren

Busbegleiter-Job soll nicht gegen die Wand fahren

Nach Oberbürgermeister Wagner machen sich nun auch Landrat Lindemann und Sozialdezernentin Zawar für die Schulbusbegleiter stark. Gemeinsam mit Land und Landkreistag wollen sie das Programm vor dem Aus retten.

Die Schwierigkeiten und die Weiterbeschäftigung der St. Ingberter Schulbusbegleiter hat nach Oberbürgermeister Hans Wagner auch den Kreis auf den Plan gerufen. Landrat Clemens Lindemann und die Sozialdezernentin des Saarpfalz-Kreises, Ulrike Zawar, stehen hinter der Weiterbeschäftigung der Schulbusbegleiter. Deshalb, schreibt der Kreis in einer Pressemitteilung, begrüße man das Engagement des St. Ingberter Oberbürgermeisters ausdrücklich. Die Schulbusbegleitung war ein Zugeständnis der Landesregierung nach den Schließungen zahlreicher Grundschulen, erinnert der Kreis. Damals wie heute sei es deshalb der ideale Fall für die sogenannte "Bürgerarbeit". Landrat Clemens Lindemann: "Dieses arbeitspolitische Instrument des Bundesarbeitsministeriums wurde speziell im Saarland häufig in Anspruch genommen. Doch nun läuft diese bundesweite Maßnahme ersatzlos aus. Und zu den ersten Betroffenen zählen nun leider die Schulbusbegleiter."

Mit dieser Tatsache wollen sich aber weder Lindemann noch Sozialdezernentin Zawar zufriedengeben. Mit der saarländischen Landesregierung und dem Deutschen Landkreistag wollen sie auf eine Weiterführung des Modellprojekts "Bürgerarbeit" hinarbeiten. Lindemann: "Es kann nicht angehen, dass die Schulbusbegleiter ohne Job dastehen, dafür dann von uns andere Hilfen erhalten - und zugleich die Kinder im Bus diese wichtigen Ansprechpartner verlieren."

Lindemann setzt auch auf die neue Bundesregierung. Sie müsse erkennen, dass durch den Wegfall von Programmen wie der Bürgerarbeit die soziale Realität in der Republik verkannt werde. Lindemann: "Durch die Bürgerarbeit - im konkreten Fall die Schulbusbegleiter - haben wir aus Hilfeempfängern Beitragszahler gemacht. Das ist gut für das Selbstwertgefühl und die Würde der Betroffenen und zudem leisten sie damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Das nenne ich effektive Sozialpolitik."

Nachdem das Aus für die Begleitung im Raum stand, hat St. Ingberts OB Wagner angekündigt, die Stadt werde in die Bresche springen, wenn die Finanzierungsmodelle auslaufen. Geld stehe im Haushalt zur Verfügung. Nach Auskunft der Stadt betreuen in St. Ingbert sechs Busbegleiter rund 160 Abc-Schützen.

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