Buntes Stelldichein in der Pension

Mit der Komödie „Pension von leichter Sitte“ hatte die Theatergruppe „Storcheschnäbbel" den Nerv des Publikums getroffen, wie der begeisterte Applaus am Ende zeigte. Die reichlich merkwürdigen Pensionsgäste und ihre Sonderwünsche sorgten für zahlreiche Lacher.

Viel umjubelt, frenetischer Applaus und reichlich Szenenkomik begleitete den Auftritt der Theatergruppe "Storcheschnäbbel" aus Althornbach bei der 28. Gersheimer Theaterwoche. Zum dritten Mal war eine Vorstellung der Theatertage ausverkauft, sodass die Akteure der Truppe, die zum 13. Mal im Kulturhaus gastierten, nach dem letzten Vorhang sogar ihren Zuschauern applaudierten. "Ihr ward ein super Publikum", meinte Petra Mohring, die im Dreiakter eine resolute "Übergangswirtin" spielte. Mit der Komödie "Pension von leichter Sitte" hatten die Schauspieler ins Schwarze getroffen. Vor allem die Besucher des "Etablissements" hatten es faustdick hinter den Ohren. Hilde (gespielt von Petra Mohring) und Franz Gerber (Eddi Adam) übernahmen gemeinsam mit Sohn Ralf (André Schneider) einer Freundin zuliebe kurzzeitig die Herberge. Was folgte, waren Überraschungen am Fließband. Nach und nach trafen Gäste ein, unter anderem stieg Hannelore Maus (Sophia Mohring) mit Sohn Joachim (Bernd Kipp) ab. Der entpuppte sich schnell als Muttersöhnchen, der es jedoch faustdick hinter den Ohren hatte. Gleich drei Frauen, darunter auch Dagmar Kraus (Corinna Licht), erwarten ein Kind von ihm. Hinreißend komisch auch die Auftritte von Jacqueline Euler alias Elfriede Wurm und René Licht als Friedemann Henneberger, die nach zwei Vorstellungen in Hornbach auch an der Blies überzeugten. Als Ulrike Fischer wirbelte Silke Peter über die Bühne; tolle Momente waren Manuela Kipp als Operndiva "Cecile Wegenberger" von Autor Carl Slotboom ins Drehbuch geschrieben worden. So waren sogar Gesangseinlagen enthalten Und die vielen Falschanrufe wurden auch noch geklärt, Metzger Lehmann (Stefan Christmann) erschien mit großem Messer auf der Bühne.

Die 28. Gersheimer Theaterwoche geht auf die Zielgerade. "Gibt es Unterschiede zwischen einem Mann, der arbeitet und einer Frau, die arbeitet? Nur äußerlich oder auch innerlich? Was meint in diesem Zusammenhang der Begriff "Muttivation"? So heißt das Programm der beiden Kölnerinnen Heide Michels und Rita Zimmermann zusammen mit ihrer singenden Praktikantin Laura Dilettante. Die Vorstellung beginnt am heutigen Freitag, 24. Januar, um 20 Uhr, im Gersheimer Kulturhaus.

Mobben Mann und Frau gleich oder anders und wie heißt das männliche Pendant zu zickig? Bockig? Und zu Stutenbissigkeit? Hengstwieherigkeit? Hahnenkämpfigkeit? Warum werden alle zum Tier, wenn sie arbeiten oder tun sie alle nur so? Wie arbeiten Frauen denn jetzt? Zu? Mit? Bei? Fach? Teil? Leih? Oder leider nicht? Sind Frauen gewollt Teilzeit oder eher gezwungenermaßen? Die neue, stets verfügbare Reservearmee? Ist das viel gepriesene Jobwunder ein Fräuleinwunder? Ist es ein Sieg der Frauenbewegung, dass jetzt beide arbeiten müssen, damit das Geld reicht? Und sind unsere einzigen Ziele nur noch ausreichend Kinderparkplätze und gleicher Lohn für Burn-ins und Burn-outs? Wenn alle Frauen in den Chefetagen sitzen, ist dann alles gut? All diesen Fragen geht das Comedy-Trio auf den Grund.

Am Samstag, 25. Januar, 20 Uhr, folgt die letzte Vorstellung mit der Theatergruppe des Musikvereins Mimbach. Sie feierte ihre "Theaterwochen-Premiere" mit dem Schwank "Lieber ledig und frei".

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Auf einen BlickKarten für die Vorstellungen gibt es an den Tageskassen. Vorverkauf in Postfiliale Gersheim (Bruckart), Bliesstraße 4, Telefon (0 68 43) 15 39, "Gersheimer Landhaus", Bahnhofstraße 3, Telefon (0 68 43) 12 22, Rathaus Gersheim, Bliesstraße 19a, Telefon (0 68 43) 80 13 02, Bäckerei-Filiale Lenert im Bickenalb-Center, Telefon (0 68 44) 17 47 66. ottgersheim.de