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Bunte Blätterpracht macht viel Arbeit

Bunte Blätterpracht macht viel Arbeit

St. Ingbert. Des einen Freud', des andern Leid. So könnte man das alljährliche Herbstthema "Laub" zusammenfassen. Kinder freuen sich und basteln aus Früchten und Blättern der Bäume Männchen oder bunte Collagen

St. Ingbert. Des einen Freud', des andern Leid. So könnte man das alljährliche Herbstthema "Laub" zusammenfassen. Kinder freuen sich und basteln aus Früchten und Blättern der Bäume Männchen oder bunte Collagen. Einige Gartenbesitzer nutzen das Laub zum Schutz frostempfindlicher Pflanzen, andere schimpfen, weil sich die abgestorbenen Pflanzenreste in Regenrinnen und auf dem Rasen sammeln und entfernt werden müssen. Und das Jahr für Jahr von Neuem. Im Wald dienen die Laubhaufen Igeln und einigen anderen Tieren als Kälte-Isolation und Winterquartier. Wen das Laub nicht stört, der sollte es also im Interesse der Kleinlebewelt erst im kommenden Frühjahr wegräumen. Auch wenn die bunten Blätter zum Teil dekorativen Charakter haben, möchte man sie wegen der Rutschgefahr auf den städtischen Wegen und Straßen aber nicht haben. Dann müssen durchschnittlich vier bis sechs Mitarbeiter der Stadt ran. Es ist ein schwieriges Geschäft, denn die Pflanzen orientieren sich mit dem Verlust ihrer Pracht nicht unbedingt daran, ob alle einzusetzenden Mitarbeiter auch gesund sind. Außerdem ist nicht vorhersehbar, wann witterungstechnisch mit dem stärksten Laubfall gerechnet werden kann. Denn erst wenn die meisten Blätter unten liegen, beginnt die Laubräumung. "Sonst müssten wir ja ständig an den gleichen Stellen im Einsatz sein", so Thomas Wunn von St. Ingberts Stadtgärtnerei. Derzeit ist es noch ruhig auf den Wegen der Mittelstadt. Weil es relativ warm ist und viele Blätter noch hängen, sind die Laubbläser vorerst still. "Doch nachdem es den ersten Frost gegeben hat, werfen alle Bäume ihre Blätter ab. Und dann werden wir täglich draußen sein. Und das bis Weihnachten", so Wunn.In dieser Zeit haben die Mitarbeiter sechs bis acht Wochen alle Hände voll zu tun. Sie arbeiten mit vollem Körpereinsatz und Laubrechen, einem Laub-sauger und vielen Laubblasgeräten. Letztgenannte Geräte arbeiten schneller und effektiver und können zudem auch eingesetzt werden, wenn das Laub nass ist. Sind die Wege freigeblasen, kommen eine Kehrmaschine oder ein Laubsauger zum Einsatz. Zirka 1000 Kubikmeter oder 120 Tonnen Laub kommen zusammen, welches auf die städtische Kompostieranlage gebracht, dort zerkleinert, gesiebt und kompostiert wird. Im Frühjahr tritt das Laub dann in Form von Kompostdünger wieder den Weg zurück in die Anlagen und Gärten an. Obwohl Thomas Wunn erst im November damit rechnet, dass im Stadtgebiet regelmäßig geräumt werden muss, sind die Laubbläser schon gefordert: Sie sorgen auf den Friedhöfen für Ordnung, wo das Laub immer wieder von den Wegen geblasen wird. Es soll ordentlich aussehen und die Rutschgefahr gebannt werden. Ungünstig wäre es, wenn das Laub erst zu Allerheiligen fiele, meint Wunn. Denn dann würden die Mitarbeiter überall gebraucht, aber auch die Friedhöfe sollen für den Gedenktag "tipptopp" sein. Obwohl prinzipiell die Bürger die Laubbeseitigungs- und Reinigungspflicht vor ihren Türen auf dem Gehweg haben, "hilft" zusätzlich eine Kehrmaschine des Betriebshofes bei der Bewältigung der Laubmassen in Straßen mit hohem Baumbestand. Man könne den Leuten nicht zumuten, dass die grünen Tonnen vor Laub überquellen, findet Thomas Wunn. Das gelte beispielsweise für die Albert-Weisgerber-Allee oder auch die Rohrbacher Detzelstraße. "Wenn es den ersten Frost gibt, werfen alle Bäume ihre Blätter ab. Und dann werden wir täglich draußen sein."

Thomas Wunn, Stadtgärtnerei

Hintergrund

Hauseigentümer müssen das Laub auf den Gehwegen beseitigen, bevor es zur Gefahrenquelle für Fußgänger wird. Die Verkehrssicherungspflicht schließt das Freihalten von Straßenrinnen und Gullys ein, wie die Eigentümerschutzgemeinschaft Haus&Grund St. Ingbert mitteilt. con