BUND gründet Regionalgruppe Bliesgau in St. Ingbert

BUND-Gruppe : Ein neuer Umwelt-Impuls für die Biosphäre

Der BUND will am heutigen Mittwoch in St. Ingbert eine neue Regionalgruppe Bliesgau um Adam Schmitt auf den Weg bringen.

Lange Jahre war Adam Schmitt als Stadtratsmitglied und Beigeordneter der Grünen in St. Ingbert bekannt. Mit diesen Funktionen ist es in wenigen Tagen offiziell vorbei. Doch als Umweltpolitiker will der 68-Jährige durchaus weitermachen. Seit den 80er Jahren schon Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), will Schmitt diesem Umweltverband in der Region aktiv auf die Beine helfen. Gemeinsam mit Heike Sicurella, der Ehrenamtskoordinatorin im BUND Saar, stellte Adam Schmitt in einem Gespräch mit unserer Redaktion die Pläne für eine Regionalgruppe Bliesgau vor, die in diesem Mittwoch in St. Ingbert erstmals die Öffentlichkeit sucht.

Das Kompetenznetzwerk des BUND mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern wolle man vorrangig nutzen, um die Entwicklung der Biosphäre Bliesgau voranzubringen. „Die Biosphäre ist eine Herzensangelegenheit, sie braucht aber auch unsere kritische Begleitung“, sagte Schmitt. Auf die Frage, warum die Umweltorganisation nicht nur eine Gruppe für St. Ingbert, sondern gleich für den gesamten Bliesgau gründen wolle, gaben die beiden Besucher eine ehrliche Antwort. „Die früher einmal bestehenden Ortsgruppen in unserer Region sind bis auf jene in Altstadt nicht mehr existent.“ Sich jetzt noch einmal auf größerer Ebene zu vernetzten, folge auch der Erkenntnis, dass sich viele Umweltfreunde noch für einzelne Projekte fänden, Mitstreiter für ein dauerhaftes Engagement aber neu organisiert werden müssten, so Sicurella.

An Themen, bei denen sich der BUND einbringen kann, mangele es nicht, unterstrich Adam Schmitt. „Nach zehn Jahren Biosphäre Bliesgau ist im Naturschutz viel Positives geschehen, aber in den Bereichen Gewässer- und Grundwasserschutz, bei der Siedlungsentwicklung, der ökologischen Landwirtschaft sowie dem Lärm- und Klimaschutz gibt es noch viel zu tun.“ Zwei konkrete Beispiele führte Schmitt näher aus. Zunächst die Siedlungsökologie. „Naturschutz in der Gemeinde fordert Gestaltungssatzungen, die dem Charakter der Landschaft gerecht werden. ,Gärten des Grauens‘ mit Schotterflächen und Gift-Buchsbaum passen nicht in die Biosphäre.“ Auch die ökologische Landwirtschaft soll ein Schwerpunkt sein. „Die Stadt-Land-Beziehung ist ein zentrales Thema in der Biosphäre. Aber trotz guter Ansätze ist die Förderung der ökologischen Landwirtschaft für eine regionale Vermarktung ihrer Produkte noch unterentwickelt. Wir müssen die kurzen Wege auch zu regionalen Produkten stärken. Für die Versorgung aus der Region ist bei uns noch einige Überzeugungsarbeit nötig.“

Zu einem ersten Orientierungstreffen lädt die BUND-Regionalgruppe Bliesgau am Mittwoch, 26. Juni, um 19.30 Uhr ins DJK-Sportheim, Obere Rischbachstraße 1 in St. Ingbert, ein. Angesprochen sind dabei vor allem die rund 400 BUND-Mitglieder, die es laut Heike Sicurella im Postleitzahlenbereich der Biosphäre Bliesgau gibt. „Aber auch jeder, der sich für den Umwelt- und Naturschutz in unserer Region konkret und gezielt einsetzen will, ist herzlich wilkommen“, betonte die BUND-Ehrenamtskoordinatorin.

Bei der Auftaktveranstaltung im DJK-Sportheim wird im Übrigen Hans-Henning Krämer Referent sein. Der Klimaschutzmanager der Biosphäre Bliesgau wird zum Thema „Klimaschutz als Herausforderung und Chance im Biosphärenreservat Bliesgau“ sprechen.

Wer an dem Treffen am 26. Juni und an der Gründung einer BUND-Regionalgruppe Bliesgau interessiert ist, kann sich über E-Mail: heike.sicurella@bund-saar.de oder über die Landesgeschäftsstelle des BUND Saar im Haus der Umwelt, Tel. (0681) 81 37 00 und info@bund-saar.de informieren.

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