Bürogebäude "P 43"in St. Ingbert kurz vor der Fertigstellung

Neue Mieter in St. Ingbert : Ein Ort der Lebensfreude soll es sein

Im März sind die ersten Mieter ins markante Bürogebäude gegenüber der Post eingezogen, im Juli folgen die letzten. Das „P 43“ will sich vor allem den Bürgerinnen und Bürgern in St. Ingbert öffnen.

Der Eigentümer des mittlerweile an der Ecke Post- und Schlachthofstraße „emporgewachsenen“ neuen Gebäudes ist stolz auf sein Werk, das er als Architekt bis ins letzte Detail komplett plante. Die Rede ist vom „P 43“, das seine Abkürzung von der Adresse der ehemaligen Trikotage-Fabrik, Poststraße 43, herleitet, die an eben jenem Platz stand. Dieser Industriebau ist Geschichte, ebenso die „Übergangslösungen“ an selbiger Stelle. Mal war in dem Flachbau gegenüber der Post ein Lebensmitteldiscounter untergebracht, in jüngerer Vergangenheit ein Getränke- beziehungsweise ein Matratzenmarkt. Noch scheiden sich die Geister an der Optik der Fassade. „Modern“, „puristisch“, „super gelungen“ sagen die einen, „zu wuchtig“ die anderen. Beide Seiten nehmen aber vor allem die optische Riesenveränderung an diesem Platz wahr. Die Kurve hat im Gegensatz zur früheren Schmuddelecke sehr gewonnen. Gerlando Giarrizzo ist überzeugt davon, dass die Ansiedlung der Firmen auch gut für die Innenstadt ist. Lob genug ist ihm allemal, dass er es ohne viel Werbung schaffte, die 6000 Quadratmeter Bürofläche schnell zu vermieten.

Seit März sind die ersten Mieter drin. Noch ist der Aufzug im Inneren mit Schutzfolie abgeklebt, soll doch auch nach Juli, wenn die letzten Mieter ihre Arbeitsplätze eingenommen haben, alles noch tadellos aussehen. Wenn der Architekt etwas macht, dann soll das auch sein Auge erfreuen. Schließlich zieht er selbst mit seinem Büro und 25 Mitarbeitern vom Turm in der Saarbrücker Straße ins „P 43“. Doch auch den dort Arbeitenden soll sein Haus eine neue Heimat sein. Deshalb wird nichts dem Zufall überlassen. Die kleinen Kiesel, die die umlaufende Terrasse in luftiger Höhe begrenzen, entsprechen nicht seinen Vorstellungen. „Die müssen raus“, sagt er, „ich wollte kleine Bruchsteine.“ Übel nimmt ihm das der Bauleiter nicht, der weiß, dass es gut werden wird.

Im Inneren verweist der St. Ingberter Bauherr auf die ein Quadratmeter großen hellen Fliesen, die in der Optik der Gebäudeverkleidung ähneln. Sogar die Treppenstufen sind fast so hell, wie es der Trikotage-Nachfolger außen ist. Stichwort Ästhetik: Selbst die Regenrohre sind nicht von der Stange, sind eckig, wirken fast wie Stahlträger und harmonieren mit der Architektur. Im Inneren wird im Foyer ein Kunstwerk an die frühere Strickwarenfabrik erinnern. Nicht jeder Winkel des Baus wird für die St. Ingberter ab Juli zugänglich sein, um sich selbst von der Ausführung der Arbeiten überzeugen zu können, aber ein Großteil schon. Schließlich sollen alle willkommen sein, ob als Gast der Gastronomie (,,GioSi“) oder des Sportbereichs. Nach außen öffnet sich GioSi mit einer Terrasse. Mit 300 Quadratmetern Fläche gibt es „genug Platz zum Genießen und Feiern“ wie Giarrizzos Geschäftspartner Simon Neis findet. Gemeinsam mit einem dritten Gesellschafter betreiben sie auch das „Movimenti“, das sie nicht einfach nur Fitness-Studio nennen wollen. Vor allem wolle man gemeinsam mit den künftigen Mitgliedern einen neuen Weg einschlagen, das Movimenti von innen heraus entwickeln, damit sich ein familiäres Wir-Gefühl einstellt.

Vor allem soll nach sieben Jahren Still-und Leerstand wieder Leben an besagter Kreuzung einziehen. Besucher und die 300 dort arbeitenden Leute sollen sich gegenseitig inspirieren. Über 200 Stellplätze stehen für das „P 43“, das auch eine Tiefgarage sein Eigen nennt, zur Verfügung. Das sind laut Eigentümer fast 30 mehr als behördlich gefordert. Die Bauzeit dauerte von der Oberkante Bodenplatte bis zur Fertigstellung 15 Monate. Knapp 40 Firmen, die überwiegende Mehrheit aus dem Saarland, sorgten für einen reibungslosen Verlauf der Arbeiten, die im Übrigen die Nachbarschaft freundlich begleitet habe.

Gerlando Giarrizzo (rechts) und Geschäftspartner Simon Neis im künftigen Büro des Eigentümers und Architekten mit Blick auf die Stadt. Foto: Cornelia Jung

Und was war die größte Herausforderung für den Eigentümer? „Alle Mieter unter einen Hut zu kriegen und den Handwerkern meine Details zu vermitteln.“ Nun ist es vollbracht und Ende August wird der Bauherr die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür einladen.

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