Bürger klagte über Raser Am Schafweiher in St. Ingbert

Bürger verärgert : Am Schafweiher wird gebaut und „gerast“

Eigens in die Redaktion bemüht hat sich vor einigen Tagen Johannes Vogelgesang. Der St. Ingberter wohnt in der Straße „Am Schafweiher“. Was ihm derzeit die Laune ein ums andere Mal verdirbt, sind motorisierte Verkehrsteilnehmer, die vermehrt an seinem Haus vorbeifahren, seit Tiefbauarbeiten in der Josefstaler Straße stattfinden.

Der Verkehr ist dort per Baustellenampel geregelt. Die Warterei bis zum Umspringen auf die Grünphase nervt offenbar etliche Autofahrer, sodass sie den Weg über die Straße Am Schafweiher wählen. Johannes Vogelgesang erzählt im Gespräch mit der SZ, dass der Verkehr enorm zugenommen habe. Und: „30 Kilometer pro Stunde fährt hier niemand.“ Manch einer der passierenden Autofahrer scheue auch nicht davor zurück, mal eben über den Bürgersteig zu fahren, kurzum: die Verhältnisse hätten sich für die Anwohner spürbar verschlechtert.

Mit dem Problem haben wir Andreas Menges, Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde im St. Ingberter Rathaus konfrontiert. Er schickt voran, dass die Verwaltung bisher noch keine Beschwerden aus der Straße Am Schafweiher entgegengenommen habe. Gleichwohl jedoch aus der Josefstaler Straße. Dort habe eine Anwohnerin moniert, dass zu nachtschlafender Zeit aus dem ein oder anderen Wagen, der hier bei Rot anhält, laute Musik nach außen dringe.

Was nun das Problem unseres Lesers in unmittelbarer Nähe angeht, so erklärte ergänzend Thomas Diederichs, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, dass die Baustelle sich nur noch etwa zwei Wochen halten werde. Man wolle die Bürger „nicht über Gebühr strapazieren“. Die Stadtwerke verlegen hier Elektroleitungen und arbeiten auch an neuen Hausanschlüssen. Das, so Andreas Menges, brauche halt seine Zeit, daran sei nichts zu ändern. An einer Ampelregelung komme man leider auch nicht vorbei, ohne diese Maßnahme wäre es an Ort und Stelle zu gefährlich. Die Örtlichkeit sei unübersichtlich. Und wenn auch die Straße „Am Schafweiher“ nicht als Umleitung deklariert sei, so würden ortskundige Leute sie doch nutzen, um schneller von A nach B zu gelangen. Gegen das erhöhte Verkehrsaufkommen könne man selbstredend nicht angehen, Menges werde aber das Ordnungsamt über die Beschwerde von Johannes Vogelgesang in Kenntnis setzen, so dass dort vor allem die Raser per Geschwindigkeitskontrolle zur Raison gerufen werden könnten.

Der Mann von der Verkehrsbehörde bringt überdies eine weitere Möglichkeit ins Spiel: die mobile Geschwindigkeitsanzeige, die man an besagter Örtlichkeit platzieren könnte. Diese Geräte, kurz und knapp Smiley genannt, zeigen dem Menschen hinter dem Lenkrad an, mit welchem Tempo er gerade unterwegs ist. Ob vorschriftsmäßig oder zu schnell – das drückt sich in einem ärgerlichen oder lächelnden runden Gesicht aus. Interessant zu wissen, dass diese Geräte nicht nur etwas anzeigen, sondern auch - per Datenauswertung – Auskunft geben über das Fahrverhalten. Es ist dies gewissermaßen die Vorstufe zum Blitzgerät. Wenn also per Smiley festgestellt wird, dass tendenziell in einer bestimmten Straße zu schnell gefahren wird, tritt das Ordnungsamt mit verschärften Maßnahmen auf den Plan.

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