Bürger halten an St. Martin fest

Das war deutlich: Wir wollten von Lesern in einer nicht repräsentativen kreisweiten Umfrage wissen, ob sie es richtig finden, Martinsumzüge umzubenennen, um keine Migranten auszuschließen. Die Leser sprachen sich überwiegend dagegen aus. Ebenso möchten die meisten auch nicht auf das Martinslied verzichten und wünschen sich, dass in kommunalen Kindergärten die Martinsgeschichte vermittelt wird.

Am Freitag wird wieder St. Martin gefeiert. Mancherorts, oftmals in kommunalen Kindergärten , werden diese Umzüge beispielsweise Lichter- oder Dunkel-Funkel-Fest genannt, um keine Migranten auszuschließen. In einer Online-Umfrage wollten wir wissen, wie die Leser aus dem Saarpfalz-Kreis das finden - und die Antwort fiel eindeutig aus. Natürlich ist unsere Blitzumfrage nicht repräsentativ, sie gibt aber durchaus den einen oder anderen Fingerzeig. 95 Prozent der 220 Teilnehmer finden es nicht richtig, die Umzüge aus besagten Gründen umzubenennen. Lediglich drei Prozent sind der Meinung, das ist der richtige Weg, zwei Prozent sind sich unsicher oder haben dazu keine Meinung.

Auf die Frage, ob es richtig sei, dementsprechend auf das Singen des Martinsliedes zu verzichten, antworteten sagenhafte 98 Prozent der Befragten mit Nein. Ein Prozent findet es richtig, ein Prozent hat dazu keine Meinung.

Wir sollten außerdem wissen, wie die Leser es finden, dass kommunale Kindergärten aus diesen Gründen eventuell darauf verzichten, den Kindern die Martinsgeschichte zu vermitteln. Auch diese Antwort fiel mehr als eindeutig aus. 99 Prozent sind dagegen, ein Prozent dafür und niemand hatte dazu keine Meinung.

In einer vierten und letzten Frage forderten wir die Leser auf, ihre Meinung zu diesem Thema zu äußern. So schreibt beispielsweise Thomas Baltes aus Blieskastel, dass die Martinsgeschichte zu unserer Kultur gehöre. "Sie sollte auch als solche vermittelt werden. Schließlich steht im Vordergrund das Teilen. Und das ist auch Bestandteil anderer Religionen ." Christian Junker aus dem Mandelbachtal teilt mit: "Am 11. November ist St. Martin. So ist das und so sollte das bleiben. Wer aus welchen Gründen auch immer daran nicht teilnehmen will, wenn an diesem Abend die Kinder mit ihren Laternen durch die Stadt ziehen, der kann zuhause bleiben oder wegsehen. Wenn wir alle ein Lichtzeichen setzen wollen, das diese Zeit dringend braucht, dann steht dem nichts im Wege. Lasst uns Lichter anzünden, zusammen singen und dem Gedanken des Miteinanders eine Chance geben. Dafür muss man aber keine Traditionen opfern."

Dass die Geschichte von St. Martin weitergegeben werden sollte, schreibt auch Manfred Steinfeltz aus Hassel. Und Bernd Zilles aus dem Mandelbachtal betont: "Integration umfasst auch die hier, im christlichen Abendland herrschenden Gesetze, Regeln und Gebräuche." Das Thema Teilen stellte auch Herbert Pattard aus St. Ingbert in den Vordergrund. Er schreibt, dass die Integration fremder Kinder nicht erschwert würde. Kinder hätten vielmehr durch den Umzug und die Vermittlung der St. Martinsgeschichte verstanden, was Teilen heißt.

Uller Mutke aus St. Ingbert fragt: "Sollen wir auch Weihnachten abschaffen? Integration heißt nicht, dass wir zu Muslimen werden."

Eduard Munz aus dem Mandelbachtal bringt es schließlich auf den Punkt: "Das Martinsfest ist ein fester Bestandteil und soll es auch bleiben."

Auch Michael Görg aus St. Ingbert betont, dass man viel besser integrieren könne durch Vermitteln und Erklären unserer Bräuche. Auch Erwin Kaiser aus St. Ingbert ist dafür, unsere Tradition beizubehalten. "Andere Religionen nehmen auf unsere Religion auch keine Rücksicht."

Zum Thema:

Zur Sache SZ-Umfrage-Center: Es gibt viele Themen, die die Saarländer bewegen und die intensiv diskutiert werden. Damit die Meinung der Leser in Zukunft noch größere Beachtung findet, hat die Saarbrücker Zeitung ihr Umfrage-Center neu gestaltet. Wer da mitmachen möchte, muss sich einmalig registrieren. Und wer schon an Befragungen unter sz-umfrage.de teilgenommen hat, kann seine Login-Daten weiter nutzen. Umfrage-Teilnehmer werden mit Punkten belohnt. Ab 20 Punkten können diese in verschiedene Einkaufsgutscheine umgewandelt werden. klö

Richtigstellung


Homburg/St. Ingbert. Was halten die Bürger von der Umbennung von Martinsumzügen, zum Beispiel in Lichterfeste? Diesem Thema wollte die SZ-Redaktion bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage nachgehen. Allerdings ist ihr bei der Fragestellung ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. "Finden Sie es richtig, dass in kommunalen Kindergärten Martinsumzüge meist nicht mehr Martinsumzug heißen…?, lautete die Frage. Das ist falsch. Richtig hätte es "mancherorts" heißen müssen. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. vf