Brücke am Weiher hat für Ortsrat Rohrbach Priorität

Rohrbacher Ortsrat : Für Brücke am Weiher fehlt noch Geld

Dass die Brücke am Glashütter Weiher fehlt, ärgert viele Besucher. Nun beriet der Ortsrat darüber, wie der nötige Ersatzbau finanziert wird.

Seit einiger Zeit ist die Fußgängerbrücke am Rohrbacher Weiher gesperrt. Entweder umrundet man diese, indem man neben ihr ein paar Meter tiefer den Weiherzufluss überquert. Oder man nimmt den Weg hinauf über das Kneipp-Becken. Man kann aber auch über einen längeren Spaziergang um den ganzen Weiher zur Liegewiese gelangen. Doch die Brücke fehlt immer wieder. „Die Brücke muss schnell wieder aufgebaut werden, da sind wir uns einig“, sagte Herdis Behmann (SPD), als Rohrbachs neuer Ortsrat das Thema behandelte.

Eigentlich habe man nach der Wahl ursprünglich keine Sitzung anschließen wollen, doch das Thema „Finanzierung Brücke am Glashütter Weiher“ dulde keinen Aufschub, wie Ortsvorsteher Roland Weber sagte. Denn schon länger sei der Neubau der Brücke geplant, das THW stehe für den Abriss bereit. Nicht geklärt war hingegen bis jetzt die Finanzierung. Die im Rathaus zuständige Abteilung hatte für das Neubauprojekt aufgrund einer eigenen Kostenschätzung Mittel in Höhe von 150 000 Euro gemeldet. Laut Haushaltsbeschluss genehmigte der Stadtrat allerdings nur 100 000 Euro, da das Gremium der Meinung war, dass die Kosten zu hoch seien. Doch Roland Weber sagte, dass man für die Arbeiten eine Fachfirma mit einem Autokran brauche, was auch Kosten verursache.

Erst in der vergangenen Woche sei er mit Mitgliedern des THW und weiteren Mitarbeitern vor Ort gewesen, um die Situation zu besprechen. Noch immer war bisher nicht geklärt, woher die restlichen 43 000 Euro kommen sollen, die noch fehlen. Denn nach einem Bieterwettbewerb für die Planungsleistungen war ein Planungsbüro mit der Planung der Brücke beauftragt worden und gab ebenfalls eine Kostenschätzung ab, die sich auf 143 000 Euro belief. Die Finanzierungslücke soll nach Vorschlag der Verwaltung durch die Umwidmung von Geldern einer anderen Buchungsstelle generiert werden, die eigentlich für den Ausbau der Verbindung zwischen Industrie- und Mühlstraße gedacht waren. Für die endgültige Bereitstellung der vorgeschlagenen Deckungsmittel fehle allerdings noch die Zustimmung des Stadtrates, der erst wieder am 26. September tage. Sollte dieser die Entscheidung mittragen, müssten die beim Projekt Verbindungsstraße abgezogenen Finanzen über einen möglichen Nachtragshaushalt oder im Doppelhaushalt 2021/22 wieder bereitgestellt werden.

„Uns gefällt die Verzögerung nicht“, sagte Herdis Behmann, „der Vorschlag mit der Verbindungsstraße ist 20 Jahre alt. Nun ist zwar das Befahren durch Fahrradfahrer möglich, aber ich hoffe, dass das nicht alles war.“ Man lege nach wie vor Wert auf diese Verbindungsstraße und man fordere deshalb, den Nachtrag für die Umgehung Mühlstraße einzustellen. „Die Gelder dafür werden immer wieder als Deckungsmittel entfremdet und verschwinden dann irgendwo“, meinte der Ortsvorsteher zu diesem Prozedere.

Trotz dieser wenig eleganten Lösung fasste der Ortsrat den Beschluss, die fehlenden Haushaltsmittel für die Brücke am Weiher wie vorgeschlagen zu decken. Der Betrag müsse aber über den Nachtragshaushalt wieder „aufgefüllt“ werden. Wenn alles vom Stadtrat beschlossen sei, könne man in die Ausschreibung der Leistungen gehen, wie der städtische Mitarbeiter Christian Lambert das Gremium in dessen Sitzung informierte. Die später anfallenden Baumaßnahmen könnten auch im Winter stattfinden, da der Aufbau der Brücke wegen der geplanten Stahlkonstruktion nicht wetterabhängig sei. Laut Ortsvorsteher Weber will das THW bereits in der nächsten Woche mit der Demontage des Geländers beginnen, um das alte Bauwerk zu entlasten.

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