Geschwindigkeitsmessungen: Braucht St. Ingbert stationäre Blitzer?

Geschwindigkeitsmessungen : Braucht St. Ingbert stationäre Blitzer?

In der Mittelstadt werden an verschiedenen Standorten regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Die Ergebnisse der Tempomessungen müssen aber noch ausgewertet werden.

Stationäre Blitzer scheiden die Geister und erregen die Gemüter. Von den Gegnern werden sie verschrien, als pure Abzocke abgetan, die eine Straßengefährdung eben nur kurz vor der offensichtlichen Kontrollstelle entschärft. Für die Befürworter bedeuten sie ein Stück mehr Sicherheit im Straßenverkehr und ganz nebenbei eine zusätzliche Einnahmequelle für die Stadt. Die Diskussionen jedenfalls werden immer gerne emotional geführt. In St. Ingbert ist dies noch nicht der Fall. Obwohl es kein Geheimnis ist, dass die Stadtverwaltung regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet durchführt, um eben solche potenziellen Gefahrenstellen zu orten und möglicherweise entgegenzuwirken.

Jüngst forderte Roland Körner, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und Sprecher der Familien-Partei in St. Ingbert in verkehrspolitischen Fragen, die Ergebnisse der Messungen zu veröffentlichen. Aus Sicht der Familien-Partei sollten die Ergebnisse und Orte mit massiver Geschwindigkeitsübertretung mit den tatsächlichen Unfallschwerpunkten der Stadt auf gemeinsame Schnittmengen überprüft werden. An diesen Orten müsse dann geprüft werden, ob das Aufstellen stationärer Blitzer ein sachgerechtes Erfordernis wäre – fair und sicher im Interesse aller Verkehrsteilnehmer. Bevor über feste Blitzanlagen gesprochen wird, geht es demach zunächst um die Prüfung und die Auswertung der bisher erhobenen Tempo-Messergebnisse im Stadtgebiet.

Wie Peter Gaschott, Pressesprecher der Stadt St. Ingbert mitteilt, plane die Stadtverwaltung zum aktuellen Zeitpunkt nicht, einen stationären Blitzer aufzustellen. Häufige Unfallstellen, also Stellen, an denen ein solches Instrument Sinn machen würde, so Gaschott weiter, seien in der Stadt nicht zu erkennen. „Wir sehen keinen Punkt, an dem ein fest installierter Blitzer angezeigt wäre“, erklärt Gaschott. Zudem würde die Stadtverwaltung zwei- bis dreimal wöchentlich Geschwindigkeitskontrollen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet vornehmen.

Ab dem Ortsschild beginnt die Zuständigkeit der Vollzugspolizei. Wie die Pressestelle des Landespolizeipräsidiums mitteilt gebe es aber auch um St. Ingbert „nur eine Unfallhäufungslinie: Die L 235 zwischen Sengscheid und Oberwürzbach“. Der Unfallschwerpunkt ergebe sich hier aber vor allem aufgrund vieler Wildunfälle.

Um Geschwindigkeitsverstöße im Stadtgebiet auszumachen, erklärt Gaschott, würden entsprechende Messgeräte für zwei bis drei Stunden an den jeweiligen Standorten die Verkehrsteilnehmer überwachen und gegebenenfalls aufzeichnen. Auch aktuell würden an wechselnden Standorten Kontrollen vorgenommen. Ganz angesehen davon, dass Raser zur Kasse gebeten werden, dokumentieren diese Messungen wann, wo, wie oft und in welchem Ausmaß im Stadtgebiet die Geschwindigkeitsgrenzen missachtet werden. Grundsätzlich, so Gaschott weiter, würde die Stadt vor allem potenziellen Gefahrenstellen und Örtlichkeiten, zu denen Beschwerden vorliegen, beobachten. Häufig im Umfeld von Kindergärten, Schulen, Schulwegen, Spielplätzen, Senioren- und Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen.

Demnach ist auch der Stadtverwaltung an der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in St. Ingbert gelegen. Mit verstärkten Kontrollen wolle man Verkehrsteinehmer zu einem gesetzeskonformen Verhalten bewegen. Dies wiederum führe, wie Gaschott ausführt, automatisch zu einer Verbesserung der objektiven Verkehrssicherheit, der Verhinderung und Feststellung von Ordnungswidrigkeiten und der Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls im Straßenverkehr.

 Bezüglich der Anzahl und der Höhe möglicher Geschwindigkeitsübertretungen könne die Stadtverwaltung allerdings keine konkreten Angaben machen. Denn hierfür müssten die Ergebnisse der einzelnen Messungen auch ausgewertet werden können.

Bislang aber, erläutert Gaschott, war dies noch gar nicht möglich. Die dafür nötige Software müsse erst noch beschafft werden, sei aber bereits bestellt, teilt der Stadtpressesprecher weiter mit. Bis dahin könnten die Ergebnisse also auch gar nicht veröffentlicht werden. Und so lange müssen sich die Gemüter über einen möglichen stationären Blitzer in der Stadt also gar nicht erregen.

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