Silvesterlauf in Saarbrücken: Blum beendet saarländische Durststrecke

Silvesterlauf in Saarbrücken : Blum beendet saarländische Durststrecke

22-Jähriger vom LC Rehlingen siegt beim Silvesterlauf in Saarbrücken. Erster Sieg eines Saarländers seit fast 30 Jahren.

Es ist ein geschichtsträchtiger Moment, der sich am Sonntag um exakt 14.33 Uhr im Leichtathletik-Stadion an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule abspielt: Unter dem Beifall der vielen Zuschauer nimmt Tobias Blum die letzten Meter beim 43. Bank-1-Saar-Silvesterlauf in Angriff. Der 22-Jährige vom LC Rehlingen breitet auf der Geraden kurz die Arme zur Seite aus, dann geht Blum mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht über die Linie. Als erster Saarländer seit Alfred Knickenberg vom SV Saar 05 Saarbrücken, der 1989 den Hauptlauf über zehn Kilometer gewonnen hatte, darf er sich in die Siegerliste beim traditionellen Jahresabschluss der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal eintragen.

„Es hat Spaß gemacht. Auf der Strecke war richtig gute Stimmung. Die Leute haben uns toll angefeuert, manche sind da am Rand förmlich ausgeflippt“, schilderte Blum seine Impressionen vom Parcours durch den Saarbrücker Stadtwald, der gerade für die Sportler im Hinterfeld immer mehr zur matschigen Angelegenheit wurde.

Blum hatte dagegen keine Probleme. „Ich bin erst kontrollierter angegangen, um zu sehen, wer da alles vorne mitmischt. Nach zwei Kilometer konnte ich mich dann absetzen. Drei Kilometer vor dem Ziel war ich mir dann sicher, dass es klappt“, sagte Blum mit Blick auf die 30:48 Minuten, mit denen er eine Sekunde schneller unterwegs war als beim Debüt im Vorjahr, als er Zweiter wurde. In Abwesenheit afrikanischer Lauf-Asse ging es diesmal wie erhofft ganz nach vorne. Zweiter wurde der für den TuS Heltersberg startende Limbacher Jonas Lehmann, der eine gute Minute später ins Ziel kam.

Hoch hinaus ging es generell in Sachen Teilnehmer – zumindest angesichts der Voraussetzungen: „Wenn der Lauf an Silvester selbst stattfindet, stehen wir in Konkurrenz zu acht Laufveranstaltungen im Umkreis von 80 Kilometern. Daher sind die 1290 Starter in allen vier Läufen und etwa 900 im Hauptlauf sehr gut“, sagte Chef-Organisator Manfred Kölzer. Zudem hätten die Abläufe reibungslos funktioniert.

Für Elena Burkard lief ebenfalls alles glatt: Die 25-Jährige von der LG Nordschwarzwald passierte in 34:47 knapp vier Minuten hinter Blum als starke Gesamtzehnte und schnellste Frau den Zielstrich – und sah eine lohnenswerte Silvesterlauf-Premiere. „Nach meinem Start bei der Cross-Europameisterschaft in der Slowakei starte ich in zwei Wochen bei einem Lauf in Edinburgh und wollte dazwischen nicht mehr so weit reisen. Es war mein Plan, weit vorne zu landen. Ich freue mich, dass es geklappt hat“, sagte Elena Burkard.

Die Cross-EM-Fünfte verwies Betty Chepkwony auf Rang zwei und empfing die kenianische Vorjahressiegerin 62 Sekunden nach der eigenen Ankunft mit einer herzlichen Umarmung. Dritte wurde Burkards Clubkollegin Bifa Jeshimebet. Als flotteste Saarländerin kehrte Martina Schumacher vom LC Rehlingen als Fünfte ins Stadion zurück. „So, jetzt gehen wir feiern“, sagte sie beim Smalltalk mit Gleichgesinnten im Zielbereich – sicher das Motto für die meisten Silvesterläufer.

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