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Bläse-Stiftung in St. Ingbert fördert Pharmazie-Studenten aus Hassel

Bläse-Stiftung St. Ingbert : Stipendium für Pharmazie-Studenten aus Hassel

Moritz Reif hat ein klares Ziel vor Augen. Dabei unterstützt ihn die Bläse-Stiftung aus St. Ingbert mit einem Deutschlandstipendium.

Knapp vier Jahre ist es her, dass Moritz Reif sein Abitur am St. Ingberter Leibniz-Gymnasium abgelegt hat. Seitdem studiert er an der Universität des Saarlandes (UdS) Pharmazie. „Ich habe ein grundlegendes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, und auch im familiären Hintergrund spielte das Gesundheitswesen immer eine Rolle. Zudem würde ich gerne an etwas forschen, das der Gesellschaft von Nutzen ist und im Idealfall Menschen helfen kann“, sagt der gebürtige Hasseler zu seiner Motivation, genau diesen Studiengang ausgewählt zu haben.

Im vergangenen Jahr hat er dabei besondere Unterstützung erfahren. Auf Vorschlag der Erich Ferdinand Bläse-Stiftung für Forschung und Wissenschaft erhielt der Student ein mit 3600 Euro dotiertes Deutschlandstipendium für das vergangene Wintersemester. Das war kein Zufall. Denn die Bläse-Stiftung, die die Hälfte des Stipendiums bezahlt hat, – die andere Hälfte kam von der Studienstiftung Saar – bat darum, dass das von ihr geförderte Stipendium an einen St. Ingberter geht.

Mit Moritz Reif haben sie jemanden gefunden, der fest mit seiner Heimat verwurzelt ist. Unter anderem ist er Mitglied im Tennisclub Viktoria St. Ingbert und dem Hasseler Karnevalsclub. Auch im Studium engagiert sich Reif ehrenamtlich. Bei der Studienstiftung Saar ist er als Mentor für Studieninteressierte oder neue Studierende eingetragen. Zudem ist der Student stellvertretender Vorsitzender des Fachschaftsrates Pharmazie.

Bei einem Kennenlernen im Rathaus zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der Bläse-Stiftung, Oberbürgermeister Ulli Meyer, begeistert von der Möglichkeit, dem jungen Studenten unter die Arme greifen zu können: „Ich freue mich besonders, dass wir mit dem Stipendium einen Studenten aus St. Ingbert unterstützen. Die Corona-Pandemie zeigt uns: Forschung, Wissenschaft und Gesundheitswesen werden mehr denn je gebraucht. Wir müssen in junge Menschen investieren, denn die Jungforscher werden unsere Probleme in der Zukunft lösen müssen.“

Was Reif das Stipendium nun bedeutet? Auch da eine klare Antwort: „Das Stipendium gibt mir mehr finanzielle Freiheit, wodurch es mir leichter fällt, mich auf mein Studium zu konzentrieren.“ Dankbar sei er, denn die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses sei nicht selbstverständlich und daher umso erfreulicher. Ziel sei jetzt erst einmal das zweite Staatsexamen.

Die Unterstützung des jungen Hasselers soll nicht das letzte Nachwuchsprojekt sein, das die Bläse-Stiftung unterstützt. Im Gegenteil: „Neben der erneuten Bezuschussung eines Deutschlandstipendiums der Studienstiftung Saar wird die Schulaktion ‚Jugend forscht’ wieder mit drei Preisen zu je 150 Euro unterstützt. Außerdem erhält das neue Schülerforschungszentrum eine einmalige Summe von 30 000 Euro zur Ausstattung ihrer Labore“, sagte Stiftungsgeschäftsführerin Andrea Kihm. Die Stiftung agiere damit ganz im Sinne des 2010 verstorbene Stifters.

Der 1913 in St. Ingbert geborene Erich Ferdinand Bläse war in der zweiten Hälfte des zurückliegenden Jahrhunderts ein tüchtiger Geschäftsmann in Berlin, Wiesbaden und Saarbrücken. Mit seiner Geburtsstadt war er bis zu seinem Tod tief verbunden. Im Jahr 1990 errichtete er in Darmstadt die Erich Ferdinand Bläse-Stiftung für Forschung und Wissenschaft. Sie wurde vom Gründer selbst jahrelang bewirtschaftet und dann auf die Stadt St. Ingbert umgeschrieben, wie es der Stifter verfügt hatte. Eine zweite Stiftung von ihm, die Erich Ferdinand Bläse-Stiftung für Wohlfahrtspflege, fördert Projekte im Bereich der Altenhilfe und Wohlfahrtspflege. So unter anderem das Bläse-Haus in der St. Ingberter Kaiserstraße. Die Stiftungen heißen ähnlich, rechtlich gesehen sind es aber zwei komplett voneinander getrennte, eigenständige private Stiftungen. Nur eben vom gleichen Stifter. Daher kommt es häufig zu Verwechslungen. Die Stadtverwaltung ist in beide Stiftungen engmaschig eingebunden, obwohl es sich um private und keine kommunalen Stiftungen handelt. Daher ist der Oberbürgermeister gemäß der Satzung Vorsitzender des Stiftungsvorstandes.