Bistum Speyer stockt die Zuschüsse auf

Bistum Speyer stockt die Zuschüsse auf

Auch eine Kirche muss gut wirtschaften. Das Bistum Speyer hat seinen Jahresabschluss für das Jahr 2015 veröffentlicht und auf der Internetseite des Bistums für alle Interessierten zugänglich gemacht.

Wie es den katholischen Pfarreien vor Ort geht, hängt auch maßgeblich damit zusammen, wie das Bistum wirtschaftet. Nun wurden die Haushaltszahlen bekannt gegeben. Der Haushalt weist für das Jahr 2015 eine Bilanzsumme in Höhe von rund 197 Millionen Euro aus. Das Jahresergebnis beträgt rund 7,8 Millionen Euro und ist vor allem auf die Erträge aus der Kirchensteuer zurückzuführen. Sie lagen mit rund 138 Millionen Euro um rund 18,7 Millionen Euro höher als im Jahr zuvor.

Dafür ist hauptsächlich das so genannte Clearing-Verfahren verantwortlich, ein komplexes Abrechnungssystem, mit dem die Finanzbehörden den einzelnen Bistümern die Kirchensteuern im Nachhinein exakt zuordnen. Aber auch die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich auf das Kirchensteueraufkommen positiv ausgewirkt. Bei den Aufwendungen entfallen rund 39 Prozent auf die Personalkosten. Den größten Teil der Haushaltsmittel - nämlich rund 83 Millionen Euro oder, in Prozenten ausgedrückt, rund 52 Prozent - reicht das Bistum Speyer jedoch in Form von Zuschüssen und Umlagen an die Pfarreien und andere kirchliche Körperschaften weiter. Ihnen stehen aufgrund der höheren Kirchensteuermittel also ebenfalls mehr Mittel zur Verfügung. So hat das Bistum Speyer im vergangenen Jahr die Zuschüsse an die Pfarreien um rund 9,5 Millionen Euro und den Zuschuss an den Caritasverband um rund 1,5 Millionen Euro erhöht. Der Diözesansteuerrat hat den Jahresabschluss des Bistums für das Jahr 2015 genehmigt und festgelegt, dass das Jahresergebnis hauptsächlich zum Abbau des Defizits bei der Emeritenanstalt sowie für Instandsetzungs- und Brandschutzmaßnahmen an Bistumsgebäuden verwendet werden soll. Zugleich soll eine Rücklage gebildet werden, um Schwankungen bei den Kirchensteuereinnahmen künftig besser ausgleichen zu können.

Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte erstmals eine Vollprüfung des Jahresabschlusses des Bistums durchgeführt und erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk, hieß es in einer Mitteilung der Diözese weiter. "Die Rechnungslegung des Bistums Speyer steht in Übereinstimmung zu den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und ist beispielhaft für den gesamten Bereich der kirchlichen Finanzverwaltung", stellen die Wirtschaftsprüfer in ihrem Prüfbericht fest.

bistum-speyer.de

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