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Bistum Speyer feierte 100-jähriges Jubiläum des Diözesan-Caritasverbandes

Bistum Speyer : Bischof Wiesemann: „Caritas ist gelebtes Evangelium“

Das Bistum Speyer feierte am vergangenen Sonntag das 100-jährige Jubiläum des Diözesan-Caritasverbandes mit einem Gottesdienst im Dom.

„Menschen helfen, Gesellschaft gestalten: sozial, verlässlich und innovativ“: Unter diesem Leitwort feierte das Bistum Speyer am Sonntag das 100-jährige Jubiläum seines Diözesan-Caritasverbandes mit einem Pontifikalamt im Speyerer Dom. „Die Caritas gehört zum Innersten der Botschaft Jesu. Caritas ist gelebtes Evangelium“, betonte Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der den Gottesdienst gemeinsam mit Weihbischof Otto Georgens, Generalvikar Andreas Sturm, dem Vorsitzenden des Diözesan-Caritasverbandes Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und dem Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes Prälat Peter Neher zelebrierte. Caritas stehe für die Grunddimension einer dienenden Kirche, die den Menschen in Not auf Augenhöhe begegnet. Bischof Wiesemann dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich von den Anfängen bis heute im Caritasverband engagiert haben: „Mit ihrem Einsatz lassen sie die Liebe Christi in dieser Welt aufleuchten.“

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes Peter Neher würdigte in seiner Predigt den Dienst der Caritas an der Seite kranker, alter und pflegebedürftiger Menschen besonders in der Corona-Pandemie: „Das war und ist erlebbare Kirche und ein starkes Zeugnis des Glaubens.“ Mit Bezug auf die aktuelle Caritas-Kampagne „Sei gut, Mensch!“ warb er dafür, selbst aktiv zu werden und sich politisch zu Wort zu melden. Die Gesellschaft sei angewiesen auf Menschen, die Verantwortung übernehmen. Die Corona-Pandemie habe viele Maßstäbe in Frage gestellt. Mehr denn je werde das persönliche Engagement gebraucht, verbunden mit der „göttlichen Perspektive, die darauf drängt, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und gleichzeitig über sich hinaus weist.“ Neher wehrte sich gegen die diffamierende Etikettierung von Engagierten als „Gutmenschen“ und unterstrich im Blick auf die Aufnahme von Flüchtlingen: „Ohne die vielen guten Menschen hätten wir es nicht geschafft, dass eine große Zahl derer, die nach ihrer Flucht in unser Land gekommen sind, heute Arbeit und Heimat gefunden haben. Da bleibt noch vieles zu tun, aber lassen wir uns das Erreichte nicht schlecht reden.“

Für die Regierung des Saarlandes würdigte Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, die Arbeit des Speyerer Diözesan-Caritasverbandes: „100 Jahre Caritasverband bedeutet: 100 Jahre Dienst am Menschen und 100 Jahre stetiger Entwicklung in einer Zeit voller Umbrüche.“ Die Caritas habe diese Zeit nicht nur durchlebt, sondern sozialpolitisch aktiv und verlässlich mitgestaltet. „Indem die Caritas immer wieder die Zeichen der Zeit erkannt hat und bereit war, Neuland zu betreten, ist sie mit und an ihren Aufgaben gewachsen.“ Caritas sei für sie „ein Weg zu mehr Gerechtigkeit, Teilhabe, Friede und Toleranz.“

Professor Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in der Landesregierung von Rheinland-Pfalz, erinnerte an die schwierige Zeit der Gründung des Caritasverbandes nach den Zerstörungen des Ersten Weltkrieges, die für viele Menschen mit persönlicher Not verbunden war. Heute genieße der Caritasverband als Träger sozialer Dienstleistungen und Gestalter des sozialen Miteinander hohe Anerkennung. Die praktizierte Sozialraumorientierung sei ein guter Weg, sich auf die veränderten Bedürfnisse der Menschen immer wieder neu einzustellen. Der Caritasverband als größter Wohlfahrtsverband in der Pfalz sei für die Politik ein „wichtiger und verlässlicher Partner“, betonte Wolf und ermutigte dazu, auch neue Aufgaben mit schöpferischen Ideen anzugehen.

Musikalisch wurde der Festgottesdienst von dem Vokalensemble des Domchores Speyer unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domorganist Markus Eichenlaub gestaltet. Zur Aufführung kam die Missa festiva für vierstimmigen Chor und Orgel des britischen Komponisten Christopher Tambling.