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Bischof aus Tansania besucht St. Ingbert

Bischof aus Tansania besucht St. Ingbert

Auf seiner Reise durch Deutschland sucht Bernardin Mfumbusa aus Tansania das Gespräch – auch in St. Ingbert. Im Albertus-Magnus-Gymnasium berichtete der Bischof vom afrikanischen Land und der dortigen Kirche.

Bischof Bernardin Mfumbusa aus Tansania ist 53 Jahre alt und derzeit auf Rundreise in Deutschland. Doch der Ostafrikaner macht keinen Urlaub, sondern will hier mit Menschen aller Altersgruppen ins Gespräch kommen und um Unterstützung für die Christen in seinem Land werben. Am Mittwoch war der frühere Journalist in St. Ingbert zu Gast. Pfarrer Andreas Sturm begleitete ihn zu seinen Besuchen, die den afrikanischen Geistlichen zur Kita St. Josef, den Senioren von Herz Mariä und zum Gottesdienst nach St. Konrad führte. Die Übersetzung übernahm Theologie-Studentin Mirka Müller, die derzeit ein Praktikum bei "Missio" macht, dem päpstlichen Hilfs- und Missionswerk, dessen Unterstützung auch Tansania erfährt. Am Mittwochvormittag weilten beide auch am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG), wo sich die zehnten Klassen versammelt hatten, um mehr über Tansania und die Arbeit der Kirche vor Ort zu erfahren. "Wir sind hier, um auch zu zeigen, wo die Spenden hinfließen", so Müller. Tansania rückt 2015 als Beispielland von "Missio" in den Fokus.

Der Bischof sei, wie er sagte, in Deutschland unterwegs, damit die "Solidarität weitergelebt" werde. Er stellte seine Heimat vor, in der es 120 verschiedene ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen gibt. Während der tansanische Bischof 43 Diözesen repräsentiert, wirkt er selbst in einer sehr kleinen im Landesinneren, wo 50 000 Christen wohnen. "Die meisten Menschen dort sind aber Muslime", erzählt er, "und bisher haben wir immer friedlich zusammengelebt." Er sagte aber auch, dass es zunehmend Spannungen gebe, die es auszugleichen gelte. In einem Film wurde auch seine Diözese, die es erst seit 2011 gibt, vorgestellt und gezeigt, wo Spenden bisher halfen. Vor allem Kinder und Frauen werden gefördert, es werden Krankheiten bekämpft und Mädchen vor Beschneidungen geschützt. Da der Regen drei Jahre ausblieb, werde Bauern mit Kleinkrediten unter die Arme gegriffen. Mfumbusa erzählte aber auch, dass es in seinem Land eine neue Hip-Hop-Richtung, den Bongo Flava, gibt und dass deutsche Wörter wie "Schule", "Kindergarten", "Schwein" und "Donnerwetter" in den Sprachgebrauch Einzug gehalten haben. In einer anschließenden Fragerunde interessierten sich die AMG-Schüler unter anderem für das Schulsystem. Obwohl sich das AMG in Ghana engagiert, findet es Schulleiterin Heike Scholz wichtig, den Schülern das Leben auch in anderen Ländern plastisch vor Augen zu führen: "Es ist etwas ganz anders, wenn einem jemand persönlich von seinem Land erzählt. Dann bekommt die Hilfe ein Gesicht."