Bilanz beim Löschbezirk St. Ingbert-Mitte der Feuerwehr

Löschbezirk St. Ingbert-Mitte : Rund um die Uhr einsatzbereit – eine Bilanz

Bei der St. Ingberter Feuerwehr ging es um Zahlen, Fakten und Personalien. Derzeit zählt der Löschbezirk Mitte 148 Mitglieder.

Die St. Ingberter können sicher sein, dass die Feuerwehr zu jeder Tag- und Nachtzeit für ihre Sicherheit im Einsatz ist. Das ist für die 77 aktiven Kameradinnen und Kameraden der Wehr so selbstverständlich, dass es der Erwähnung dieser Tatsache auf der jüngsten Jahreshauptversammlung gar nicht bedurfte. Im Jahre 2019 gab es 314 Einsätze, wobei sich die Zahl der Kleinbrände zum Vorjahr erhöhte. „Das war zwar alles nur Kleinzeugs“, so Löschbezirksführer Wolfram Zintel. Aber das Kleinvieh macht auch Mist und so bedeutet jede dieser nüchternen Zahlen einen realen Einsatz.

Viel Arbeit fürs Ehrenamt, bei der alle Sinne gefordert sind. An Heiligabend, wo andere feiern und den Baum schmücken, rückte die Wehr gleich vier Mal aus. Im vergangenen Jahr gab es zwar keine Mammuteinsätze durch gehäufte Unwetter wie im „Katastrophenjahr“ zuvor. Aber drei Großbrände, wenn auch nur als Unterstützung, galt es für die St. Ingberter im Zaum zu halten und zu löschen – in Ormesheim, bei einer Lagerhalle in Rohrbach und in Homburg. Immer wieder kommt es zu Fehlalarmen bei Brandmeldeanlagen wie die Statistik zeigte. Allerdings verringerte sich deren Anzahl von 56 im Jahr 2018 auf 36. Mehr Freizeit und weniger potenzielle Unfallgefahr für die Feuerwehrleute seien die positiven Folgen.

Wie die Jahre zuvor, nimmt die Technische Hilfe mit 46 Prozent der Einsätze immer noch den größten Teil der Zeit in Anspruch. Die Unterstützung des Rettungsdienstes, wenn beispielsweise eine hilflose Person aus einer Wohnung geborgen werden oder im selben Rahmen eine Tür geöffnet werden muss, nehmen jedoch zu. 55 Prozent aller 571 registrierten Einsätze im Stadtgebiet „fährt“ der Löschbezirk St. Ingbert-Mitte, dann kommt mit weitem Abstand Rohrbach, für das im Vergleich 15 Prozent zu Buche schlägt, gefolgt von den anderen Ortsteilen.

Insgesamt beläuft sich der Zeitaufwand beim Löschbezirk Mitte auf 9447 Stunden, davon entfallen 3155 auf Einsätze, 888 auf die Bereitschaft, 4118 auf Übungsdienste und 1286 auf den Brandsicherheitswachdienst. „Zählt man das zusammen und setzt eine 37,6 Stundenwoche an, kommen 5,7 Personenjahre zusammen“, rechnet der Löschbezirksführer vor, „das ist aber alles unentgeltliche Arbeit fürs Gemeinwohl. Wenn alle Einsätze abrechenbar wären, würden wir eine Rechnung in Höhe von 153 634 Euro schreiben.“ Dabei wurden beim Aufwand Lehrgänge, der Tag der offenen Tür, Beteiligungen Ereignissen wie Fronleichnam oder dem Barbaratag sowie einige „Aushilfen“ bei anderen Vereinen noch nicht mal gezählt.

Die Vielfalt der Arbeit, war auf Fotos zu sehen, die dem Jahresbericht beilagen. Darunter auch die Verteidigung des Rathauses bei der Fasenacht. Im vergangenen Jahr wurden dafür nur zwei Personen abgestellt. „Dieses Jahr soll die Rathausverteidigung aber wieder morgens stattfinden, dann sind wir wieder schlagkräftiger“, verkündete Zintel. Diese Entscheidung wurde mit viel Beifall begrüßt. Mehrere Arbeitseinsätze fanden aber auch am Marienrelief am Schafkopf oberhalb der Südstraße statt. Hier will sich die Wehr weiterhin engagieren.

Eine für den „Ernstfall“ gut gerüstete Truppe ist mittlerweile auch die Jugendfeuerwehr mit ihren mittlerweile 41 Mitgliedern, darunter fünf Mädchen. Sie verbucht auf ihrem Konto 42 Übungen und 4500 Stunden zusätzlich zum Einsatzdienst. Die Anwesenheit lag bei ihnen bei 70 Prozent. „Es ist toll, dass die Jugendlichen so mitziehen“, sagte Jugendbeauftrager Jonas Jung bei der Verlesung des Jahresberichtes stolz, „das ist die Bestätigung für eine gute Arbeit.“ Auch Zintel, der eine Spende der Aktiven in Höhe von 1500 Euro an den Feuerwehrnachwuchs überreichte, lobte dessen Engagement und das seiner Ausbilder, die jeweils 373 Stunden in die Jugendwehr investierten.

Bei der St. Ingberter Wehr wurde auch die Jugendflamme der Stufe 3, ein Ausbildungsnachweis in Form eines Abzeichens für 15- bis 18-Jährige, abgenommen. Das ist deshalb so besonders, weil die Prüfung eine sportliche Einheit, Beteiligung an einem sozialen Projekt und einen Erste-Hilfe-Kurs beinhaltet, demzufolge zeitintensiv ist und deshalb anderswo im Saarland selten gemacht wird. Auch die Alterswehr berichtete aus ihren Reihen. „Wir kriegen dieses Jahr noch Nachwuchs. Dann sind wir 32. Darauf freuen wir uns“, so Nikolaus Lang. Direkt im Anschluss wurden die zwei Aktiven, Matthias Thom nach 44 und Stefan Quirin nach 36 Dienstjahren, in die Alterswehr überstellt. An sie ging der Dank des Löschbezirks und der Stadt. „Man hat immer gemerkt, dass ihr für die Feuerwehr brennt“, sagte Oberbürgermeister Ulli Meyer, „ohne Leute wie euch kann der Brandschutz in St. Ingbert nicht gelingen.“