Feier von Schnapszahl am Rischbachstollen Besucherbergwerk bewahrt wichtiges Kulturerbe

St. Ingbert · Wenn ein Schnapszahl-Jubiläum gefeiert wird, handelt es sich meist um einen Karnevalsverein. Doch auch beim Besucherbergwerk Rischbachstollen wurde mit dem 33. ein solch „unrunder“ Geburtstag gebührend begangen. Mit viel Musik und einem ökumenischen Gottesdienst.

 Peter Wittling und Hartmut Paul vom Besucherbergwerks Rischbachstollen ernennen St. Ingberts Alt-Oberbürgermeister Winfried Brandenburg (von links) zum Ehrenhauer.

Peter Wittling und Hartmut Paul vom Besucherbergwerks Rischbachstollen ernennen St. Ingberts Alt-Oberbürgermeister Winfried Brandenburg (von links) zum Ehrenhauer.

Foto: Cornelia Jung

Seit 33 Jahren halten die Mitglieder des Vereins „Besucherbergwerk Rischbergstollen“ die Bergbautradition von St. Ingbert hoch. Anlass für die Festivitäten gab es bereits vor drei Jahren, aber Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Da bestand der Verein drei Jahrzehnte, wie der Vereinsvorsitzende zur Begrüßung sagte. 2022 sei ein weiterer Grund zum Feiern hinzugekommen, denn die 1842 bis 1957 betriebene Grube auf Sechs Eichen, für die der Rischbachstollen als Mannschaftsstollen die „Zuwegung“ war, hatte ihren Betrieb vor 180 Jahren aufgenommen. „Das weiß auch keiner mehr, aber wir wissen das“, so Peter Wittling, „und bevor wir das nächste Jubiläum gemeinsam im Altenheim feiern, machen wir das lieber heute.“

Viele Gäste, beispielsweise aus Knappschaftsvereinen, der Grubenwehr, von Barbaravereinen, aus dem Grubenmuseum Bexbach und dem Oberbergamt waren zum Gratulieren gekommen, die Bergkapelle umrahmte den Festakt. Ein nicht persönlich überreichtes Geschenk sorgte für einen besonderen Moment bei den Mitgliedern des Vereins. Es war eine Urkunde, die der Landrat geschickt hatte. „Da haben wir Gänsehaut bekommen“, berichtet Wittling. Theophil Gallo bescheinigte darauf dem „Kultur- und Traditionsverein“, einen „wertvollen Beitrag zur Überlieferung einer bedeutsamen Kulturgeschichte in St. Ingbert und damit auch im Saarpfalz-Kreis“ zu leisten, da er es sich durch unermüdliche Arbeit zur Aufgabe gemacht habe, Einblicke in das frühere bergmännische Leben zu gewähren, damit die Bergbautradition im Kreis und das damit verbundene wichtige Kulturerbe erhalten bleibe und der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Schirmherrin Christine Streichert-Clivot übernahm den Fassanstich. Die Bergkapelle (im Hintergrund) umrahmte die Festveranstaltung. Foto: Cornelia Jung

Schirmherrin Christine Streichert-Clivot übernahm den Fassanstich. Die Bergkapelle (im Hintergrund) umrahmte die Festveranstaltung. Foto: Cornelia Jung

Foto: Cornelia Jung

Dafür hatten sich in ihrer Amtszeit auch OB a.D. Winfried Brandenburg und Gallos Vorgänger Clemens Lindemann stark gemacht, die deshalb vom Verein zu Ehrenhauern ernannt wurden. Der anwesende Brandenburg lieferte noch einige Geschichtsdetails der einstmals bayrischen Steinkohlengrube. Nach ihrer Schließung habe es die Bergkapelle und in den Ortsteilen Knappenvereine gegeben, die die Bergbautradition hochhielten, „aber viele Dinge gab es nicht mehr wie die Bergehalde, die uns als Jugendliche begleitet hat, die Grubenbahn, den Sickerweiher oder die Umkleideräume der Bergleute“. Dies habe ihn bei Amtsantritt, trotz Ebbe im Stadtsäckel, veranlasst, den Grubenstollen wieder für Besuche erlebbar zu machen. Seine „Bettelei“ beim Landrat habe Erfolg gezeigt. Heute gehöre das Gelände dem Kreis. Er sei sehr „dankbar, froh und stolz, dass es noch welche gibt, die sich kümmern“. Diesen Einsatz würdigten auch Bürgermeisterin Nadine Backes und Ortsvorsteherin Irene Kaiser, die auch den jährlichen städtischen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro bei dieser Gelegenheit überreichte. Schirmherrin und Bergmannstochter Christine Streicher-Clivot freute sich, bei einem Verein zu Gast zu sein, wo seit 1990 auch Bildung und Kultur gelebt würden. Hier gebe es „Geschichtsunterricht der ganz besonderen Art, wo Jung und Alt anschaulich gezeigt werde, wie unter Tage gearbeitet wurde“. Und an das Team des Besucherbergwerks gerichtet: „Sie haben dieses Bergwerk, diesen Ort der harten, beschwerlichen Arbeit, zu einem Ort der Begegnung, zu einem touristischen Highlight des Saarpfalz-Kreises transformiert“.

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