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Berliner Geschichten in Schwarz-Weiß

Berliner Geschichten in Schwarz-Weiß

St. Ingbert. Als Abschlussfilm des Filmkollegs "Die zehn besten Filme der Filmkritiker" ist in der Kinowerkstatt St. Ingbert am heutigen Freitag, 8. März, um 19 Uhr "Fellinis Achteinhalb" in der italienischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu sehen

St. Ingbert. Als Abschlussfilm des Filmkollegs "Die zehn besten Filme der Filmkritiker" ist in der Kinowerkstatt St. Ingbert am heutigen Freitag, 8. März, um 19 Uhr "Fellinis Achteinhalb" in der italienischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu sehen. Es geht ums Kino: Der Regisseur Guido Anselmi, quasi das Alter Ego Fellinis, arbeitet gerade an einem Film, ist sich aber unklar darüber, was er eigentlich sagen will und gerät in eine Schaffens- und Lebenskrise. Die Albtraumszene zu Beginn des Films bringt die Lage Anselmis zum Ausdruck. Er sitzt in seinem Auto in einem Stau kurz vor dem Ende eines Tunnels gefangen, es geht nicht vorwärts. Plötzlich beginnt es in seinem Auto zu qualmen. Guido bekommt Panik und versucht zu entkommen, was nur sehr schwer gelingt. Dann fliegt er aus dem Tunnel heraus in die Höhe. Nun befinden wir uns an einem Strand. Guido frei schwebend in der Höhe. Ein Seil hängt von seinem Fuß herab und der Rechtsanwalt zieht ihn brutal zu Boden.

Die Kinowerkstatt zeigt zudem den preisgekrönten Film "Oh Boy" (Deutschland 2012) von Jan Ole Gerster mit Tom Schilling, Marc Hosemann, Friederike Kempter und Justus von Dohnányi am heutigen Freitag, 21.45 Uhr, am Samstag, 9. März, 21 Uhr, sowie am Sonntag und Montag, jeweils um 20 Uhr. "Oh Boy" von Jan Ole Gerster wurde mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2012, den der Verband der deutschen Filmkritik am 11. Februar in Berlin verlieh, als bester Debütfilm ausgezeichnet. Ebenfalls preiswürdig war die Musik von "The Major Minors und Cherilyn MacNeil" für "Oh Boy". Niko (Tom Schilling) ist Ende zwanzig und hat vor einiger Zeit seinem Studium Ade gesagt. Seitdem lebt er in den Tag hinein, driftet schlaflos durch die Straßen seiner Stadt und wundert sich über die Menschen seiner Umgebung. Niko ist ein Flaneur und Zuhörer, dem die Menschen ihre Geschichten erzählen. Mit stiller Neugier beobachtet er sie bei der Bewältigung des täglichen Lebens.

Bis zu diesem turbulenten Tag: Seine Freundin zieht einen Schlussstrich, sein Vater (Ulrich Noethen) dreht ihm den Geldhahn zu, und ein Psychologe attestiert ihm "emotionale Unausgeglichenheit". Eine sonderbare Schönheit namens Julika (Friederike Kempter) konfrontiert ihn mit den Wunden der gemeinsamen Vergangenheit, sein neuer Nachbar schüttet ihm bei Schnaps und Buletten sein Herz aus, und in der ganzen Stadt scheint es keinen "normalen" Kaffee mehr zu geben.

Sollte Niko nach diesem Tag wirklich seine "Komfortzone" verlassen und sein Leben ändern? Kriegt er am Ende vielleicht Julika? Und sogar die heißersehnte Tasse Kaffee?

"Oh Boy" ist das selbstironische Porträt eines jungen Mannes und der Stadt, in der er lebt - Berlin. In eindringlicher Schwarz-Weiß-Ästhetik changiert der Film zwischen Melancholie und Humor und zeigt die Suche des Protagonisten nach seinem Platz in der Welt, in der eigentlich alles möglich ist. "Oh Boy" ist das Spielfilmdebüt von Jan Ole Gerster, der ebenfalls das Drehbuch zum Film schrieb, und kann neben dem großartigen Tom Schilling mit einer herausragender Besetzung auftrumpfen. red

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