1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Bergkapelle St. Ingbert mit Carmina burana auf der Alten Schmelz

Carmina Burana : Vom Rad der Fortuna zum Schicksalsring

Die Bergkapelle St. Ingbert feiert ihr 180-jähriges Bestehen und stellt dazu nicht nur ein einmaliges Event auf die Beine.

Seit 1839 gibt es sie, die Bergkapelle St. Ingbert. Anfangs gehörte sie der einzigen Kohlegrube im damaligen bayrischen Königreich an, von 1918 bis 1960 unterstand sie den jeweiligen Grubenverwaltungen und war zeitweise nach den beiden Weltkriegen in französischem Besitz. Heute ist die Kapelle ein eingetragener Verein.

Nur eines wurde sie, wie so viele andere Gruppen, nie: aufgelöst. „Wir haben einfach immer weitergemacht“, erzählt der 1. Vorsitzende Reinhard Huy. Sieben Dirigenten gab es in dieser Zeit erst. Derzeit ist Matthias Weißenauer der Chefdirigent. Das 180-jährige Bestehen wird in diesem Jahr gebührend gefeiert. Nach dem Neujahrskonzert und dem Festkommers mit Talkrunde im März folgten Auftritte zusammen mit der Stadtkapelle Saarbrücken sowie im ausverkauften Staatstheater.

Am Wochenende 17. und 18. August steht nun der Höhepunkt des Jahres an: „Schicksale von Mittelalter bis Mittelerde“ ist kein Konzert, wie man es üblicherweise kennt. Gemeinsam mit Katharina Molitor, Regisseurin und Dramaturgin am Saarländischen Staatstheater, und der Firma Plan-events aus St. Ingbert stellte die Kapelle ein ganz besonderes Event auf die Beine.

Die Industriekathedrale der Alten Schmelz wird am Samstag, 17. August, zum Schauplatz einer fantastischen Reise. Zwei Geschichten erzählen, ineinander verwoben, vom Wandel der Zeit. Das Rad der Fortuna und der Ring des Schicksals – Carl Orffs „Carmina Burana“, gemischt mit Johan Meijs Sinfonie zum „Herrn der Ringe“. Eine spektakuläre Mischung, die nicht nur musikalisch einiges zu bieten hat.

Die rund 90 Musiker und der 250 Stimmen starke Chor werden von insgesamt drei Solisten begleitet. Zwei vom Staatstheater, einer extra aus Spanien angereist. Ebenfalls vom Theater in Saarbrücken kommt Christiane Motter, die die schauspielerische Begleitung übernimmt. So werden die Zuschauer sowohl live als auch mit bewegten Bildern durch die Geschichte verschiedenster Charaktere geführt. Ein aktives Stück, das nicht nur auf der Bühne und den drei LED-Leinwänden stattfindet.

Bereits im vergangenen Jahr ging die Planung dafür los. Ausschreibungen fanden statt und schon seit Januar wird geprobt. Musiker aus dem gesamten Saarland nehmen Teil. Kirchliche und weltliche Chöre tun sich zusammen, darunter nicht nur Erwachsene. Allein der Kinderchor umfasst 80 Singende. „Wir werden etwas Magisches, Großes passieren lassen“, erzählt Molitor. Zu viel verraten möchte sie aber doch nicht. „Die Zuschauer dürfen gespannt sein. So etwas gab es noch nie.“

Am folgenden Sonntag wird dann der große Familientag stattfinden. „Wir halten die Tradition aufrecht“, sagte Huy. Gemeinsam mit der saarländischen Bierkönigin und der Weinkönigin der Partnerstadt Rhodt unter Rietburg wird mit viel musikalischer Begleitung gefeiert werden. Nach dem Gottesdienst in der Industriehalle folgt der Fassanstich. Danach gibt es den gemeinsamen Frühschoppen und ein reichliches Mittagessen. Das Highlight des Tages ist schließlich der große Festumzug der Kapelle. Bis abends wird den Gästen ein buntes Rahmenprogramm geboten. Von der Ausstellung historischer Bilder und Filmdokumentationen der Bergkapelle bis hin zum Kinderprogramm inklusive Hüpfburg. „Für jeden ist etwas dabei“, erklärt Reinhard Huy, was die Besucher erwartet.

Die traditionsreiche Bergkapelle St. Ingbert stellt sich wieder musikalischen Herausforderungen. Foto: Jennifer Weyland

Karten für das Konzert am 17. August sind erhältlich auf www.ticket-regional.de und bei den bekannten Vorverkaufsstellen in St. Ingbert, etwa Klein Buch+Papier und Zigarrenhaus Bennung.