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Beratung über Stadtgärtnerei wird vertagt

Pläne für Wohnbebauung bleiben offen

Der Stadtrat hat Pläne für eine Bebauung des Stadtgärtnerei-Geländes diskutiert. Das Konzept eines Bauträgers sieht dort Wohnhäuser vor.

In einer Studie lässt die Stadt St. Ingbert derzeit prüfen, wie es am besten gelingen kann, auch die Stadtgärtnerei auf den Baubetriebshof am Kastanienweg zu verlagern (wir berichteten). Auf das dann frei werdende Gelände der Stadtgärtnerei zwischen der Prälat-Eckhard-Straße und der Straße "Am Alten Friedhof" hat Saarland Bauträger ein Auge geworfen. Die Firma hatte auch bereits das Planungsbüro 3bstoff aus Saarbrücken beauftragt, einen städtebaulichen Entwurf für das gesamte Gelände am Alten Friedhof zu erarbeiten. Und dieser Entwurf unter dem Titel "Wohnen im Park" war jetzt Thema im Stadtrat. Die Pläne sorgten dort für einige Verwirrung und lange Diskussionen. Denn obwohl Oberbürgermeister Hans Wagner mehrfach darauf hinwies, der Bauträger wolle nur ein Signal, um weitere Einzelheiten einer möglichen Bebauung prüfen zu lassen, kam die Präsentation vielen Stadtratsmitgliedern schon zu konkret vor.

Etliche Zeichnungen waren in der Sitzungsvorlage, auf denen zu sehen ist, wie auf zwei Geländeebenen über 90 Wohneinheiten entstehen können. Obendrein war die Beschlussvorlage etwas unglücklich formuliert. "Dem Konzept wird zugestimmt", hieß es darin unter anderem. Vorzeitig Nägel mit Köpfen machen, wollten viele aber nicht. Das galt insbesondere für Andreas Gaa. Das FDP-Stadtratsmitglied gehört nicht dem Ausschuss an, der bereits einige Wochen zuvor die Pläne gesehen und ihrer weiteren Prüfung zugestimmt hatte. Prompt zeigte sich Gaa von der Vorlage im Stadtrat überrascht. Dass das gesamte Gelände am Alten Friedhof verkauft werden solle, habe er zuvor nicht gewusst.

 Derzeit wird geprüft, die Gewächshäuser und weiteres Inventar der St. Ingberter Stadtgärtnerei auf das Gelände des Baubetriebshofs im Kastanienweg zu verlagern. Fotos: Cornelia Jung
Derzeit wird geprüft, die Gewächshäuser und weiteres Inventar der St. Ingberter Stadtgärtnerei auf das Gelände des Baubetriebshofs im Kastanienweg zu verlagern. Fotos: Cornelia Jung

Und dass ohne einen Verkaufspreis zu nennen, ein Bauträger solche konkrete Ideen anstelle, wertete der Liberale als "Überrumplungstaktik". Diesen Vorwurf wies OB Wagner angesichts des Umstands zurück, dass der Stadtrat nach wie vor alle Entscheidungsfreiheit bei dem Gelände der Stadtgärtnerei habe. Ein Beschluss war nicht mehr zu bekommen. Mit einer Mehrheit von 26 Stimmen wurde das Thema Bebauung des Stadtgärtnerei-Gelände an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt zurückverwiesen. Damit vertagt war auch der Zusatz, unter dem die weitere Ideenfindung bei Saarland Bauträger stehen soll. Den Plänen sollte nämlich nur unter der Maßgabe zugestimmt werden, dass sie zum Stadtentwicklungskonzept mit dem Schwerpunkt Wohnen passen, das derzeit für St. Ingbert vorbereitet wird. Wie im Stadtrat bekannt wurde, soll ein entsprechendes Konzept, das die Daten des Flächennutzungsplan von 1979 und des Landesentwicklungsplan von 2004 in Sachen Wohnen in St. Ingbert fortschreiben soll, am Jahresende vorliegen.