Bei der Zählung "Stunde der Wintervögel" des Nabu kann jeder mitmachen

Nabu-Aktion : Jetzt heißt es wieder Wintervögel zählen

Naturfreunde sind aufgerufen, den Bestand der überwinternden Vogelarten zu erheben und zu melden.

Unter dem Motto „Stunde der Wintervögel“ läuft Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Die vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern organisierte jährliche Zählung der überwinternden Vögel in Deutschland findet bereits zum zehnten Mal statt. Zur Teilnahme aufgerufen ist jeder.

Freude an der Natur ist alles, was man braucht, um mitzumachen. Auch Meldungen von den vertrauten und weit verbreiteten Vogelarten sind sehr erwünscht. Alle Teilnehmer liefern wichtige Daten über die Verbreitung unserer häufigeren, heimischen Vogelarten. Insbesondere stellt sich die Frage, wie sich anhaltende Dürre und Hitze der letzten beiden Rekordsommer auf die heimische Vogelwelt ausgewirkt haben.

Bei der Aktion im Januar 2018 hatten 13 000 Personen teilgenommen. Gemeldet wurden 3,5 Millionen Vogeldaten von 9511 Beobachtungsplätzen. Das ist ein neuer Teilnahmerekord und zeigt, wie groß das Interesse an der heimischen Vogelwelt ist.

Allerdings: Die Zahl der gemeldeten Vögel ging leicht zurück. Wurden im Rekordjahr 2011 noch fast 46 Vögel pro Garten gemeldet, waren es 2019 nur 37, ein Wert unterhalb des langjährigen Mittels. Beispiele für Rückgänge waren klassische Futterhausbesucher wie Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpf- und Tannenmeisen.

Vermutet wird, dass weniger Vögel in die Gärten kamen, weil die schneefreien Winterwälder ausreichend Nahrung boten. Auch Teilzieher aus dem Norden und Osten Europas waren vermutlich weniger nach Deutschland gekommen, da der Winter in ganz Europa eher mild war.

Ob vielleicht auch ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln die Ursache für die geringeren Zählwerte sein könnte, muss in Zukunft aufmerksam verfolgt werden.

Bundesweit waren Haussperlinge am häufigsten. Fast 600 000 wurden registriert und somit 14 Prozent mehr als im Januar 2018. Die Kohlmeisen konnten den zweiten Platz behaupten. Auf Platz drei schoben sich überraschend die Feldsperlinge vor, wobei es große regionale Unterschiede gab. Blaumeisen und Amseln folgen, beide jedoch mit Bestandsrückgängen über zehn Prozent. Die Plätze fünf bis zehn belegen Buch- und Grünfinken, Elstern, Erlenzeisige und Stare.

Das Rotkehlchen ist ein gern gesehener Gast im Garten. . Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Der Erlenzeisig war der große Gewinner der letztjährigen Zählung. Waren 2018 noch 41 212 Exemplare gemeldet worden, war ihre Anzahl auf 106 431 im Januar 2019 angewachsen. Die Art besiedelt ein Areal von Westeuropa bis Zentralasien. Dort werden Bergwälder, Nadel- und Mischwaldarten als Lebensraum bevorzugt, manchmal auch mit größeren Höhen bis um 1800 Meter. In deutschen Mittelgebirgen und im Alpenraum können Erlenzeisige ganzjährig beobachtet werden. Nordeuropäische Populationen ziehen im Herbst nach Mitteleuropa oder noch weiter nach Süden, um der winterlichen Nahrungsknappheit in ihren Brutgebieten zu entgehen. In ihrem Überwinterungsgebiet halten sie sich gerne in Parks und in Gärten auf, wo sie hauptsächlich Erlen- und Birkensamen fressen.

Im Saarland blieben die vorderen Platzierungen bei der Zählung unverändert. Wie 2018 belegten Kohlmeisen und Haussperlinge die beiden vorderen Plätze. Den Blaumeisen auf Rang drei folgen Stare, Amseln, Rabenkrähen und Elstern.

Wie ist bei der Zählaktion zu verfahren? Ein Platz im Garten, von dem aus man gut beobachten kann, genügt. „Notieren Sie im Laufe einer Stunde von jeder Vogelart die höchste Zahl an Exemplaren, die Sie gleichzeitig von Ihrem Standort aus beobachten konnten“, empfiehlt der Nabu. So soll vermieden werden, dass einzelne Tiere mehrfach gezählt werden und somit die Bestandszahlen verfälscht werden. Sofern verschiedene Stellen zur Beobachtung aufgesucht werden, können Sie auch an drei Tagen zählen oder jeden Tag mehrfach. Für jede Zählung wird eine separate Beobachtungsliste ausgefüllt.“ Wo kann gezählt werden? Zum Beispiel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon, im Park oder auf dem Friedhof. Auch Beobachtungen von Stellen in Wäldern oder in der offenen Landschaft sind willkommen.

Noch bis 20. Januar kann man seine Beobachtungen online beim Nabu melden:

www.nabu.de