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Bei Bücherbörse kamen Kenner auf ihre Kosten

Bei Bücherbörse kamen Kenner auf ihre Kosten

Hassel. Das Wetter und die damit verbundenen Radio- und Fernsehmeldungen waren es, die der sechsten St. Ingberter Bücherbörse zumindest am Samstag nicht besonders gut taten. Während sich die mehr als 40 Ausstellerinnen und Aussteller auf große Besucherströme eingerichtet hatten, tröpfelten am ersten Börsentag die Leseratten nur nach und nach in die Hasseler Eisenberghalle

Hassel. Das Wetter und die damit verbundenen Radio- und Fernsehmeldungen waren es, die der sechsten St. Ingberter Bücherbörse zumindest am Samstag nicht besonders gut taten. Während sich die mehr als 40 Ausstellerinnen und Aussteller auf große Besucherströme eingerichtet hatten, tröpfelten am ersten Börsentag die Leseratten nur nach und nach in die Hasseler Eisenberghalle. Am Sonntag war der Zuspruch aber deutlich größer. Die meisten, die den Weg zu der alle zwei Jahre vom Hasseler Heimat- und Verkehrsverein, unterstützt durch Ortsrat Hassel und Stadt St. Ingbert, veranstalteten Börse kamen, waren größtenteils Kenner. Und denen wurden echte Leckerbissen geboten. Von der Privatperson, die zu Hause Platz schaffen wollte, über Buchautoren, Verlage, Büchereien, Buchhandlungen bis hin zum Antiquariat war an den beiden Tagen alles zu finden. Die Angebote reichten von der Erstauflage bis hin zur Bibel aus dem Jahr 1535 aus den Beständen des Stadtarchivs. Auch für das diesjährige Schwerpunktthema der Bücherbörse "Gesundheit" war es Veranstaltungsleiter Dieter Wirth gelungen, hochkarätige Fachreferenten zu gewinnen. "Das Thema Gesundheit ist in aller Munde. Das war für uns auch der Antrieb, dies als Hauptthema anzubieten", sagt Wirth. Daneben gab es ein besonderes Schmankerl im Programm: Am Sonntag las der St. Ingberter Autor Günther Klahm aus seinem neuesten Buch "Aufgewachsen im Saarland in den 60er und 70er Jahren". Nicht nur, dass der Schulrektor und passionierte Jäger seine Geschichten mit Fotodarstellungen spickte, er hatte auch eine kleine Band im Schlepp, die mit der Musik der Sixties den Vortrag untermalte. Als besonderes Bonbon und als Überraschung für die Börsenbesucher war auch Manfred Sexauer in der Eisenberghalle eingeplant. Doch der "Hallo Twen"-Moderator blieb bei der Anreise am Sonntag im Schnee stecken. Mit einer Neuheit wartete der Heimat- und Verkehrsverein Hassel auf: Dieter Wirth präsentierte einen mehr als 1000 Seiten starken Vorentwurf eines Heimatbuches zu der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts, das in den nächsten Wochen erscheinen soll. Für die Börsenbesucher bestand Gelegenheit, Anmerkungen, Ergänzungen oder Verbesserungsvorschläge zu machen und so zum Gesamtwerk beizutragen. Mit einem neuen Kochbuch wartete auch das Hasseler Kleeblatt auf: mit dem zweiten Teil ihrer "Rezepte aus der Schublade", die man beim Weihnachtsmarkt und in der Ortsverwaltungsstelle erwerben kann, unterstützen sie wieder einmal die Initiative krebskranker Kinder in Homburg. Aber nicht nur das gedruckte Wort in gebundener Form war zu bestaunen. Auch wie es zum endgültigen Buch kommt, wurde gezeigt: Drucker Peter Morlo, der ein "Historisches Druckereimuseum" in St. Ingbert einrichten will, druckte im Bleisatz auf einer alten Druckmaschine. Buchbindermeister Martin Grieser, der auf der Limbacher Mühle Kurse erteilt, zeigte Buchbindearbeiten und Goldprägungen. "Wir sind bemüht, ein gewisses Niveau aufrecht zu erhalten und nicht zu einem Flohmarkt zu mutieren, wo jeder einfach nur seine Kisten hinstellt", so Dieter Wirth. "Wir sind bemüht, ein gewisses Niveau aufrecht zu erhalten und nicht zu einem Flohmarkt zu mutieren."Dieter Wirth