Bebelsheimer Kirche war offenes Denkmal

Bebelsheimer Kirche war offenes Denkmal

Der katholische Kirchenchor St. Margaretha umrahmte die Veranstaltung musikalisch: Am Tag des offenen Denkmals führten die Heimatfreunde durch die katholische Kirche in Bebelsheim. Dazu gehörten Lichtbilder und ein Referat.

Bebelsheim. Am Tag des offenen Denkmals führte der Verein der Heimatfreunde Bebelsheim durch die Geschichte des ältesten Bauwerks ihres Dorfes, der Kirche. Rund 100 Gäste verfolgten das mit Lichtbildern gestaltete Referat mit großem Interesse. Der katholische Kirchenchor St. Margaretha umrahmte die Veranstaltung mit Orgelmusik und Chorgesang."Da Bebelsheim in den Kriegen aller Jahrhunderte immer sehr stark gelitten hat, birgt die Rundturmkirche die ältesten Überreste alter Bausubstanz." Mit diesen Worten leitete Arno Soffel von den Bebelsheimer Heimatfreunden die Kirchenführung ein. Soffel erläuterte zusammen mit Volker C. Jacoby und Theo Winzent die wichtigsten Daten der Kirchengeschichte. Die einzelnen Bauphasen der Kirche wurden durch Planskizzen verdeutlicht: Der bemerkenswerte Rundturm der Bebelsheimer Kirche stammt wahrscheinlich aus dem 11./12. Jahrhundert. Früher war es wohl nur eine kleine Kapelle, die südlich an den Rundturm angebaut war. Die erste Vergrößerung konnte im Jahre 1737 ins Werk gesetzt werden. Bis dahin war die Spitze des Turmes durch Steine zugewölbt; erst dann erhielt der Turm einen Helm aus Schiefer.

Die heutigen Ausmaße des Gotteshauses plante 1831 Bezirksingenieur Denis aus Zweibrücken, der auch die erste deutsche Eisenbahnlinie Nürnberg-Fürth erbauen ließ. Die Altäre, die im 18. Jahrhundert nach Bebelsheim kamen, zeigen barocke Kunstformen. Die Heiligenfiguren auf den Altären und dem Altarsims wurden nach und nach angeschafft.

All den Anstrengungen bei der Einrichtung des Bebelsheimer Gotteshauses, die sich über fast 100 Jahre hinzogen, setzte der Krieg 1939 ein Ende. Durch die Kriegsschäden wurde die Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nur der Selbsthilfe der Bevölkerung war es zu verdanken, dass die Kirche, nachdem der Gottesdienst eine Zeit lang in einer Baracke abgehalten werden musste, wieder notdürftig hergerichtet werden konnte. Trotzdem konnte die Sperrung der Kirche im Jahre 1955 nicht verhindert werden. In diesen und in den folgenden Jahren hat die Pfarrgemeinde keine Kosten und Mühen gescheut, ihr Gotteshaus wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen.

Im Vortrag wurde auf die Beschaffenheit der Rundturmkirchen im Bliesgau (insbesondere derjenigen in Reinheim, Erfweiler-Ehlingen und Bebelsheim) eingegangen; die Referenten verdeutlichten dabei die vielen Jahreszahlen und Maßangaben durch Lichtbilder. Thema des Vortrags war unter anderem die bewegte Geschichte der Glocken. Lediglich die heute noch vorhandene "Margarethenglocke" (Margaretha ist die Schutzpatronin der Pfarrei Bebelsheim) konnte vor der Einschmelzung zu Kriegszwecken gerettet werden. Die in der Kirche aufgestellten Statuen auf den Altären wurden eingehend vorgestellt, wobei ein besonderes Augenmerk auf St. Wendalinus gerichtet war, weil von dem Viehheiligen noch heute eine Gewandreliquie in der Kirche aufbewahrt wird. Am Schluss des Vortrages nahmen die Heimatfreunde die Wegekreuze in den Fokus, die den Pilgerweg nach Gräfinthal säumen. Abschließend zollten die rund 100 Besucher den Heimatfreunden hohes Lob für die gelungene Präsentation. Der Kirchenchor erntete für die gekonnt vorgetragenen Liedbeiträge großen Applaus. red