Baustellen bremsen Feuerwehr aus

Sie sind immer da, wenn man sie braucht – die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Doch Baustellen im St. Ingberter Stadtgebiet sorgen aktuell dafür, dass es bei manchen ihrer Einsätze zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann.

. Bei immer neuen Baustellen in St. Ingbert heißt es flexibel zu sein. Das gilt nicht nur für genervte Autofahrer, sondern auch für die Feuerwehr. Was ist, wenn es brennt und die vorgeschriebene Zufahrt ist im wahrsten Sinne des Wortes verbaut? So geschehen am vergangenen Donnerstag am Maxplatz in St. Ingbert . Ein Anwohner schildert eine brenzlige Situation: "Es ist gegen 21 Uhr. Sirenen und Blaulicht in der Fußgängerzone. Eine verängstigte Mutter sitzt mit ihrem Kleinkind im Arm auf einer Bank. Nebendran der Vater. Alle sehen verängstigt und geschockt aus. Zwei Meter daneben liegt eine noch qualmende Decke und im 2. Stock einer Wohnung steht ein Fenster offen und es qualmt." Wie gut, dass die Feuerwehr keinen Kilometer weiter ihr Gerätehaus hat und schnell vor Ort ist. Doch sie will an diesem Tag von der Poststraße auf direktem Weg über den Maxplatz kommend zum Einsatzort und steht vor einer Baustelle. Rückwärtsgang rein und durch die Ludwigstraße, um am Brunnen links in die Kaiserstraße zu fahren. "Hier hat man mitgedacht und die Durchfahrt extra eingerichtet", berichtet der St. Ingberter weiter. Doch das Feuer ist auf der anderen Seite der Häuserzeile am Maxplatz. Also kehrt gemacht und wieder in die Ludwigstraße zurück. Wertvolle Zeit verstreicht. Ein Rettungswagen fährt durchs enge Petersgäßchen. Löschfahrzeuge und Leiterwagen müssen außen vor bleiben. Glücklicherweise war der Brand schnell unter Kontrolle, die Mieter hatten mit besagter Decke bereits erfolgreich einen Fritteusen-Brand im Keim erstickt. Die Feuerwehr brauchte nur eine Kübelspritze, die zu Fuß an das Haus transportiert wurde.

Auf den Anwohner, der dies alles beobachtete, machte der Einsatz wohl einen chaotischen Eindruck: "Ganz wohl fühle ich mich jetzt nicht mehr." Was so unkoordiniert aussah, war nicht nur der Baustelle geschuldet, sondern dem Umstand, dass der Mieter, in dessen Wohnung der Brand ausbrach, die Kaiserstraße als Adresse angab. "Es war ein ausländischer Mitbürger, der das aufgeregt meldete. Ein anderer hätte vielleicht gesagt, dass die Zufahrt und die Wohnung am Maxplatz sind", sagt Wehrführer Andreas Menges über den eingegangenen Notruf. Und so sei man erst zur Kaiserstraße gefahren, um festzustellen, dass es sich um einen Brand auf der rückwärtigen Seite handelte. "Ja, was der Anwohner berichtet hat, stimmt. Wir können derzeit mit unseren Fahrzeugen nicht auf den Maxplatz", so Menges, "wenn es nötig gewesen wäre, hätten wir Schläuche bis zu diesem Haus ausgerollt." Die St. Ingberter könnten sich aber trotz etwas Zeitverzögerung, die durch die Baustellen entsteht, sicher fühlen: "Wir kommen auf jeden Fall und löschen." Wobei es tagsüber schon schwierig werde, die nötige Einsatzstärke zu erreichen. Das liege aber laut Menges nicht an den Baustellen, sondern daran, dass dann viele Feuerwehrmänner und -frauen auf Arbeit und nicht so schnell verfügbar seien wie am Abend.

Mehr von Saarbrücker Zeitung