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Waldarbeiten: Baumfällung: Waldbesucher aufgepasst!

Waldarbeiten : Baumfällung: Waldbesucher aufgepasst!

Während der Holzernte müssen aus Sicherheitsgründen in den nächsten Wochen Wegsperrungen in Kauf genommen werden.

Im Spätherbst und Winter hat der Saarforst alle Hände voll zu tun, denn die Holzernte steht an. Rund um Schüren und den Wombacher Weiher beginnen die Waldarbeiter nach und nach ausgewählte Buchen zu fällen. Bis Weihnachten dauern die Arbeiten voraussichtlich an. Dies erfolge aus ökolgischen und ökonomischen Gründen, wie Förster Bodo Marschall erklärt. Viele Wege, auch kleinste Trampelpfade, werden mit Hinweis-Bannern in dieser Zeit für Waldbesucher gesperrt. Marschall appelliert an die Spaziergänger, Jogger und Radfahrer die Warnhinweise ernst zu nehmen, denn die Holzernte könne durchaus gefährlich sein. „Wir können nicht an jeden kleinsten Winkel Waldarbeiter postieren, die darauf achten, dass keiner dort entlang läuft. Daher die Banner, die auf die Gefahr hinweisen. Die Waldbesucher sollen sich bitte daran halten.“

Das Saarland ist Zentrum des Verbreitungsgebietes der Rotbuche, „daher haben wir eine besondere Verantwortung für den Schutz und die Biodiversität der Lebensgemeinschaft Buchenwald“, so Marschall. Der Schutz werde beispielsweise durch folgende Maßnahmen gewährleistet: Kahlschlagsverbot, Verbot von Chemie, Naturverjüngung, Artenschutz, Bodenschutz, Totholzstrategie und Zielstärkensetzung. Der Regenarationszyklus einer Buche, also vom Keimling bis zum Absterben, kann mitunter 300 Jahre dauern. Die Bäume, die in den kommenden Wochen gefällt werden, sind rund 150 Jahre alt. Dies hat gleich mehrere Gründe, wie Marschall weiter erläutert: „Der Wald hat gleichwertige Nutz-, Schutz und Erholungsfunktionen. Die Bäume sind Rohstoffliferant. Sie sichern den Boden, das Wasser, das Klima und den Lebensraum vieler Tiere. Außerdem dient der Wald unserer Gesundheit. Ohne Nutzung der Natur ist menschliches Leben nicht möglich.“ Welcher Baum gefällt wird, entscheiden die Experten des Saarforsts. Dabei gilt: die Buche muss mindestens einen „Brusthöhen-Durchmesser“ von 70 Zentimetern haben. Brusthöhen-Durchmesser bedeutet, es wird in Höhe der Brust gemessen. Die anstehende Baumfällungen beeinflussen die Lebensgemeinschaft nicht, so Marschall. Denn „anders als beim Kahlschlag früher, bleibt so die Dynamik im Wald erhalten“.

Das untere Stammholz der Buchen werde letztlich zu Schälfunier verarbeitet, aus den mittleren Stücken Paletten hergestellt, und nur ein geringer Teil der Krone werde zu Brenn- und Industrieholz weiter verarbeitet. „Die Bäume werden von uns fachgerecht filetiert.“ Aus Natur- und Bodenschutzgründen bleiben die oberen, dünneren Äste und Stämme meist im Wald liegen. Diese böten Lebensraum und Nahrung für Tiere und Pflanzen, der Zersetzungsprozess liefere außerdem Nährstoffe, die die verbleibenden Bäume und die Naturverjüngung zum Wachsen benötige, erklärt der Förster.

Auch Totholz sei ein wichtiger Bestandteil des Waldes. Durch das Alter oder durch äußere Einwirkungen, wie beispielsweise Blitzeinschlag, Sturm oder Trockenheit beschädigt, stirbt ein Baum nach und nach ab. „In der Rinde, im Holz und in Baumhöhlen entstehen so Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen, die sich auf dieses Totholz spezialisiert haben. Wir Förster versuchen durch spezielle Behandlung einen höheren Totholzanteil zu erreichen, weshalb auch viele dieser toten Bäume nicht gefällt werden.“ Durch ständige Kontrollen ginge von den toten Bäumen wenig Gefahr aus. Generell gilt aber, „zum Zwecke der Erholung betritt jeder den Wald auf eigene Gefahr. Jeder trägt ein gewisses Maß an Eigenverantwortung“, so Marschall. Mit den Warnhinweisen werde ausdrücklich auf die Gefahren während der Holzernte hingewiesen, missachtet ein Waldbesucher diese Hinweise, so bringe er sich selbst vorsätzlich in Lebensgefahr.