1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Baumfällung als Vorbote für geplante Veränderung

Baumfällung als Vorbote für geplante Veränderung

Auf Baumfällarbeiten in der Schnapphahner Dell konnten sich Anwohner keinen rechten Reim machen. Die Stadtverwaltung wusste aber Genaueres: Das Gelände der ehemaligen St. Christophorus-Schule ist verkauft. Und dort plane der neue Besitzer den Bau von Einfamilienhäusern.

. An vielen Stellen im Stadtgebiet von St. Ingbert waren in den vergangenen Wochen Baumfällungen zu beobachten. Mal in Zuständigkeit des Forstes, mal sind die Deutsche Bahn oder auch der Landesbetrieb für Straßenbau die Auftraggeber. In der Summe sorgen sie für besorgte Nachfragen bei manchem Bewohner der Biosphärenstadt. Lutz Hauck formuliert dieses so: "Warum werden in und um St. Ingbert so viele Bäume gefällt? Und steckt da wenigstens ein forstwirtschaftliches Konzept dahinter?" Dann wird der St. Ingberter deutlich: "Langsam mache ich mir Sorgen um die Lebensqualität und die grünen Lungen der Biosphärenregion."

Besonders alarmiert haben den Anwohner der Lautzentalstraße aber jene Baumfällungen, die in den letzten Tagen ganz nah an seine Haustür gerückt sind. Denn es wurden nicht nur entlang der Bahnlinie, sondern auch in der Straße Zur Schnapphahner Dell einige Stämme "plattgemacht". Der Einschlag in der Schnapphahner Dell kündet dabei von baulichen Veränderungen, die sich in den kommenden Monaten abzeichnen. Denn auf dem Gelände der ehemaligen St. Christophorus-Schule sind Neubauten geplant.

Ein neuer Bebauungsplan

Nachdem der Caritasverband seine Förderschule Mitte 2011 geschlossen hatte, wurde zunächst vergeblich nach einem neuen Eigentümer für das Gebäude und das umliegende Gelände gesucht. Dieser ist aber inzwischen gefunden, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigte. Und der neue Eigentümer habe auch die jüngsten Baumfällungen veranlasst, wie Stadtpressesprecher Peter Gaschott erläuterte. "Das Grundstück an der Schnapphahner Dell wird derzeit arrondiert", sagte Gaschott. Sein neuer Besitzer habe wohl die jetzige Vegetationsperiode noch genutzt, um die ohnehin vorgesehenen Fällungen auszuführen. "Andernfalls hätte man noch einmal ein ganzes Jahr für die Fällungen warten müssen."

Die konkreten Bauarbeiten auf dem ehemaligen Schulgelände sollen aber erst im Laufe dieses Jahres beginnen. Geplant sind dort nach Informationen des Rathauses Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften.

Wie das neue Baugebiet an der Schnapphahner Dell aber genau aussehen wird, stehe derzeit noch nicht fest. Zuvor müsse hier noch ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Dieser werde in Kürze offengelegt, wie Gaschott ankündigte. Zudem werde das Bauvorhaben demnächst auch noch in den kommunalen Gremien thematisiert.

Für Verwirrung sorgten unterdessen mehrere Transparente, die noch am Mittwoch am Bauzaun um das Gelände in der Schnapphahner Dell hingen. Darauf wurde, verbunden mit dem Signet einer Baumarktgruppe, auf den "Neubau eines Baustoffgroßhandels" hingewiesen. Hierzu stellte der Stadtpressesprecher auf Nachfrage aber klar: "Auf dem Gelände ist nichts anderes als eine Wohnbebauung vorgesehen." Somit seien die Neubau-Transparente offenkundig irreführend und müssten daher umgehend entfernt werden.