Bauarbeiten in der Louise-Scheppler-Kita in St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Martin-Luther-Kirchengemeinde St. Ingbert : Kita-Baustelle: Vieles ist fast wie verhext

Seit März laufen die Arbeiten zur Erweiterung der Kindertagesstätte Louise Scheppler und am Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirchengemeinde. Nicht alles verlief seither nach Plan.

Dass die Kita Louise Scheppler der evangelischen Kirchengemeinde dringend mehr Platz braucht, ist seit Jahren bekannt. Besonders Krippenplätze sind stark gefragt. Von 2009, als die Erweiterungspläne entstanden, bis März dieses Jahres dauerte es, bis endlich mit dem Bau begonnen werden konnte (wir berichteten). Schon zu dieser Zeit kam immer wieder etwas dazwischen. Und mit der Baustelle ist es „wie verhext“, wie Pfarrerin Michelle Scherer und Architekt Gerhard Müller berichten. Seit August tauchten immer wieder neue Probleme auf, mit denen niemand vorher gerechnet hatte.

So zum Beispiel stimmen die den Plänen zugrundeliegenden Unterlagen nicht immer mit der Wirklichkeit überein. Es tauchte hinter einer Wand plötzlich ein Schacht auf, der in keinem Bauplan verzeichnet ist, aber vom Erdgeschoss bis unters Dach reicht.

Nachdem das Fundament für die Außentreppe, die als zweiter Fluchtweg vorgeschrieben ist, begonnen war, kamen neue Auflagen der geplanten Variante in die Quere. Die Fortsetzung stagnierte, bis umgeplant war. Nun bekommt die Treppe eine Überdachung sowie einen Witterungsschutz, der trotzdem lichtdurchlässig ist, damit den Gruppenräumen dahinter nicht zu viel Licht verloren geht.

Ein noch größeres Problem stellten die Decken im ehemaligen Gemeindehaus dar. Im gesamten Gebäude, auf drei Etagen, sind Rippendecken verbaut. Vor Baubeginn wurden deren Substanz per Stichproben untersucht, die keine Auffälligkeiten ergaben. Als die Unterdecken dann entfernt waren, kam jedoch der große Schock: Der verbaute Stahl wies mehrfach Mängel auf. Ausgerechnet an den Stellen, an denen nicht geprüft wurde. Neue Untersuchungen standen also an, und die Decken mussten letztendlich doch saniert werden. Eine erneute Ausschreibung und die Suche nach einer neuen Firma waren die Folge. Inzwischen sind die Decken in Ordnung gebracht und auch mit dem Bau der Außentreppe geht es bald weiter. Nur wenige von vielen neuen Problemen, mit denen nie einer gerechnet hatte. „Es war sehr schwierig“, sagte Gerhard Müller, „tagtäglich kamen irgendwelche Überraschungen.“

Obwohl sich inzwischen für alles eine Lösung fand, ist das Umbauprojekt vier Monate in Verzug geraten. Der eigentliche Plan war, bis Sommer 2020 fertig zu werden. Nun ist das Jahresende angepeilt.

Bauphase eins, die Umgestaltung des Gemeindehauses, ist fast abgeschlossen. Die Fenster stehen als nächstes auf der Liste. Sobald dieser Teil fertiggestellt ist, ziehen die Kinder aus der Kita in das frisch renovierte Gebäude um, und der Umbau des hinteren Teils, Bauphase zwei, kann beginnen. All das im laufenden Betrieb. Für die drei normalen Gruppen und die Krippengruppe wird in der Übergangszeit improvisiert. Die Krippengruppe zieht in den zukünftigen Speisesaal im Erdgeschoss, die Erzieher nutzen die neue Küche als ihren Raum. Solange findet die alte, eigentlich zu kleine Küche weiter Verwendung. In der Kita wird, im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen, weiterhin frisch gekocht. Ausgabeküchen, die von Großküchen beliefert werden, kommen für die Kita Louise Scheppler nicht infrage. Hier liegen Einkauf und Zubereitung in der Hand einer Hauswirtschaftskraft. In Zukunft wird es außerdem einen Lift geben, der zur barrierefreien Gestaltung der neuen Einrichtung gehört. Als Fertigstellungsziel bleibt das Jahr 2020 bestehen.

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