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Matinee: Barocke Werke zum Kirchenjubiläum

Matinee : Barocke Werke zum Kirchenjubiläum

Zum 200-jährigen Bestehen der Evangelischen Kirche in der Pfalz gab es am Sonntag in St. Ingbert eine Konzertmatinee.

Einen Sonntagmorgen kann man auch ruhig und besinnlich beginnen. Weist dieser Wochentag auch noch prachtvolles Hochsommerwetter, wie am letzten Sonntag, aus, gelingt dies umso besser. Gelegenheit dazu bot die Konzertmatinee, welche in der Christuskirche stattfand. Dorthin hatte der Förderverein für Kirchenmusik an der Martin-Luther- und an der Christuskirche anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Evangelischen Kirche der Pfalz eingeladen. Am 2. August 1818, fand in Kaiserslautern der Unionszug zur Stiftskirche statt.

Im Gotteshaus in der Wolfshohlstraße ging es an diesem Morgen mehr darum, Werke aus dem Barock und der Romantik zu Gehör zu bringen. Die Bandbreite spannte sich dabei von Vivaldi bis Edward Elgar. Die eigentlich geplante Sopranistin Muriel Schwarz musste krankheitsbedingt absagen. Das hatte Auswirkungen auf den vorgesehenen Ariel-Teil mit Werken von Heinrich von Herzogenberg. Diese wurden aus dem Programm genommen, wie Organisator Christoph Jakobi eingangs mitteilte. Jessica Weißenauer (Querflöte) sei ein „heimisches Gewächs“, wie Jacobi meinte. Die Violinistin Noëlle Grüebler kommt aus der Schweiz. Passend zum Morgen und zur Sonntagsstimmung steuerte Weißenauer den „Chanson de Matin“ von Edward Elgar bei.

Auch das Cantabile aus der Sonate G-Dur (TWV 41:G9) von Georg Philipp Telemann ging ebenfalls in diese Richtung. Bei „Singe Seele“ aus den „Neun deutsche Arien“ (HWV206) musste ein wenig umdisponiert werden. Das Werk war eigentlich für die Sopranistin, Violine und Orgel vorgesehen. Da die Sängerin ausfiel, spielte die Jessica Weißenauer mit ihrer Querflöte den Gesangsteil. Das harmonierte so, als sei es immer schon so geplant gewesen. Überhaupt schien es, als stellten Weißenauer und Grüebler generell eine Einheit dar. Und dies nicht nur wegen der beiden gleichfarbigen Kleider, die sie an diesem Tag trugen. Ein besonders langer Applaus belohnte alle drei Künstler für diesen Teil des Auftritts. Niccolo Paganini gilt weithin als „Der Teufelsgeiger“. Ihn prägen zahlreiche Legenden, erklärte Noëlle Grüebler. Meist seien diese jedoch unanständig. Sie steuerte deshalb die Anständigste bei.

Durch das wilde Spiel wären ihm einmal alle Saiten seines Instrumentes gerissen. So, dass er nur noch auf der G-Seite weiterspielen konnte. Deshalb spielte Grüebler gleich das ganze Stück auf dieser. „Wenn sie reißt, sollte jemand aus der ersten Reihe sie aufheben“, scherzte die Musikerin. Doch soweit kam es nicht, der Auftritt gelang. Und die Schweizerin erhielt neben einem begeisternden Applaus auch Bravo!-Rufe. Romantisch kam anschließend das noch junge Werk ihrer Kollegin Jessica Weißenauer daher. „When the Love falls“ von Yiruma wurde erst 1978 komponiert. Den Choral und sechs Partiten über „Was Gott tut, das ist wohl getan“ von Johann Pachelbel hatte sich Christoph Jakobi als reines Orgelwerk anschließend ausgewählt. Alle drei Künstler spannten abschließend wieder den Bogen zum Sonntagmorgen, als sie das Concerto a-moll von Antonio Vivaldi zum Besten gaben.