Barmer Arztreport: Junge Erwachsene öfter wegen Depressionen in Behandlung

Arztreport : Junge Erwachsene leiden zunehmend an Depressionen

Junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren im Saarpfalz-Kreis sind immer öfter wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung. Das geht aus einem Arztreport der Barmer hervor. Hansjörg Lambix, Regionalgeschäftsführer der Barmer, sagt: „Junge Erwachsene mit Depressionen sind überdurchschnittlich oft von weiteren seelischen und körperlichen Erkrankungen betroffen.

Das macht die Situation für sie besonders dramatisch.“ In Studium und Beruf seien sie einem stetig steigenden Leistungs- und Zeitdruck ausgesetzt, der zunehmend zu psychischen Problemen führe.

Laut Arztreport waren im Mittel der Jahre 2013 bis 2016 im Saarpfalz-Kreis 6,0 Prozent der 18- bis 25-Jährigen wegen Depressionen bei einer Praxis in Behandlung. Im Mittel der Jahre 2004 bis 2006 waren es nur 4,7 Prozent. Der Anteil der jungen Erwachsenen, denen ein Antidepressivum verschrieben wurde, stieg im gleichen Zeitraum von 3,1 Prozent auf 4,9 Prozent.

Lambrix fordert mehr niederschwellige Angebote, die psychische Erkrankungen vermeiden und junge Erwachsene gut erreichen. „Häufig meiden Betroffene aus Scham den Gang zum Arzt. Ein großes Potenzial beim Kampf gegen Depressionen haben daher Online-Angebote.“ Bei wenig ausgeprägten Beschwerden, die keine Psychotherapie nötig machten, könne das Online-Training genutzt werden. Hausärzten käme eine wichtige Lotsenfunktion zu bei der Frage, ob der Gang zum Psychotherapeuten ratsam sei.

Mehr von Saarbrücker Zeitung