Bagger knacken alte Fundamente

St. Ingbert. Drei Baggerfahrer sind derzeit auf dem Drahtwerk-Nord-Areal (DNA) voll in ihrem Element. Ein Geländestreifen zwischen der Dudweiler- und der Sophie-Krämer-Straße in St. Ingbert wird von ihnen mit der baustellentypischen Mischung aus Geschick und Rohheit sichtbar umgestaltet

St. Ingbert. Drei Baggerfahrer sind derzeit auf dem Drahtwerk-Nord-Areal (DNA) voll in ihrem Element. Ein Geländestreifen zwischen der Dudweiler- und der Sophie-Krämer-Straße in St. Ingbert wird von ihnen mit der baustellentypischen Mischung aus Geschick und Rohheit sichtbar umgestaltet. Die Schaufeln des schweren Geräts graben sich tief in die Erde, Baggerkräfte zertrümmern dicke Steinschichten. Thomas Diederichs sieht solchem Tun gerne zu: "Mit der unteren Terrasse wird jetzt auch einer der letzten Teile des DNA baureif gemacht", erläutert der Geschäftsführer der Gewerbegelände-Entwicklungs-Gesellschaft (GGE) die aktuellen Arbeiten.Die rund 10000 Quadratmeter große Fläche gehörte für die Entwickler des großen Gewerbegebiets zu den harten Brocken. Und das ist wörtlich zu verstehen. "Die ehemaligen Werkshallen, die hier standen, hatten mächtige Fundamente", sagt Diederichs. Auf diesem Untergrund wäre es unmöglich gewesen, die Neubauten zu schaffen, für den der GGE-Aufsichtrat diesen Bereich reserviert hat: Zukunftsunternehmen aus den Bereichen IT, Nanotechnologie und Software. "Drei Meter tief werden die Fundamente abgetragen, um bis zu zwölf Meter hohe Bürogebäude an dieser Stellen errichten zu können", so Diederichs. Nach seinen Angaben wird die untere Terrasse in zwei Abschnitten hergerichtet. Begonnen wird dabei mit der der Innenstadt näheren Fläche. Und weil die Arbeiten viel bautechnischen Sachverstand und hohen Aufwand erfordern, wurden sie separat ausgeschrieben. Hierfür hat die GGE allerdings offenbar einen guten Zeitpunkt erwischt. "Die Arbeiten, die bis Ende November abgeschlossen sind, werden rund 300000 Euro kosten. Das ist nur ein Drittel dessen, womit wir ursprünglich rechneten", erklärt der Verantwortliche. Die Arbeiten führt die Neunkircher Baugesellschaft aus.Zu deren Bauarbeiten gehört aber auch eine spezielle Aufgabe. "Wie überall auf dem ehemaligen Drahtwerk-Gelände muss man mit Altlasten rechnen." Also wird das Stein- und Sandmaterial nicht nur fein geschreddert, um es wieder verwenden zu können, sondern auch genau untersucht. "Ein Umwelttechnik-Büro aus Spiesen-Elversberg untersucht die auf dem Gelände abgebrochenen Materialien auf mögliche Belastungen. Bislang hat man allerdings nichts zu beanstanden gehabt." Von der derzeitigen Umgestaltung auf dem DNA nicht berührt werden die beiden sogenannten Torhäuser an der Dudweilerstraße, zumal diese unter Denkmalschutz stehen. "In dem kleineren linken Torhaus wird nach den noch erforderlichen Umbauten ein Bistro eröffnet", kündigt der Wirtschaftsförderer Jürgen Schmidt an. In dem rechten Torhaus soll womöglich ein Ingenieurbüro seine neuen Räume finden. Mit dem Hinweis auf die entsprechenden Verhandlungen ist Schmidt dann auch gleich bei den weiteren Ansiedlungen, die sich für das Drahtwerk-Nord-Areal abzeichnen. "Zurzeit sind wir mit zwei Firmen in Kontakt. Bis zum Jahresende werden diese spruchreif", sagt der städtische Wirtschaftsförderer.