Bäume fallen für sichere Bahnlinie

Rohrbach. Schon seit 1970 wohnt Annette Bergsträßer in der Kahler Allee in Rohrbach, die ihren Namen Rohrbachs Patengemeinde Kahl am Main verdankt. Gerade in jüngster Zeit habe allerdings die Wohnqualität in der Straße im Neubaugebiet in den Königswiesen nochmals spürbar gelitten

Rohrbach. Schon seit 1970 wohnt Annette Bergsträßer in der Kahler Allee in Rohrbach, die ihren Namen Rohrbachs Patengemeinde Kahl am Main verdankt. Gerade in jüngster Zeit habe allerdings die Wohnqualität in der Straße im Neubaugebiet in den Königswiesen nochmals spürbar gelitten. Denn schon Anfang Juni wurden in der Kahler Allee auf einem städtischen Grundstück mehrere Bäume gefällt, die nach Einschätzung der Anwohnerin eine besondere Lärmschutzwirkung hatten."Weil die Kahler Allee parallel zur Bahnanlage in Rohrbach verläuft, war es schon wichtig, dass zwischen der Bahnlinie und unserer Straße ein dicht belaubter Mischwald stand", sagt Bergsträßer. Anfang Juni haben allerdings Mitarbeiter vom Saarforst im Auftrag der Stadt St. Ingbert an mindestens 30 Kiefern-, Eichen- und Buchenbäumen die Axt angesetzt.Die Anwohnerin berichtet weiter: "Dass gerade diese Bäume gefällt wurden, ist auch deshalb ärgerlich, da kurz vor diesem Waldstück die rund 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand endet, die beim Ausbau der ICE-Strecke zum Schutz der Anwohner der Kahler Allee und der Straße ,In der Haseleck' errichtet wurde." Aber genau mit der ICE-Strecke rechtfertigt die Stadtverwaltung die jüngsten Baumfällungen. "Die Fällungen waren dringend erforderlich, weil die angrenzende Bahnstrecke aufgrund der derzeit stärker und häufiger werdenden Stürme vor umstürzenden Bäumen geschützt werden muss", erläutert Stadt-Pressesprecher Peter Gaschott. Nach seinen Angaben waren daher die Fällungen unumgänglich, weil die Stadt der an der Stelle wörtlich zu nehmenden Verkehrssicherungspflicht nachkommen musste. Die mit der Maßnahme verbundene Beeinträchtigung des Lärmschutzes in dem Rohrbacher Wohngebiet gegenüber Bahn-, Auto- und Industrielärm sei bedauerlich, aber letztlich "unvermeidbar", so Gaschott.Eine Sorge konnte der Pressesprecher allerdings den Anwohnern in der Kahler Allee nehmen. Obwohl in dem Waldstück entlang der Bahn weitere Bäume farblich markiert sind, seien derzeit keine weiteren Abholzungen geplant, versicherte die Stadt. Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von unserer Leser-Reporterin Annette Bergsträßer aus Rohrbach. Sie haben auch Spannendes zu erzählen und sogar Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles als Leser-Reporter: per Sprachnachricht, SMS/Fax, MMS mit Foto an Tel. (06 81) 59 59 800, Mails an leser-reporter@sol.de.