Literatur auch aus der Mittelstadt Unterhaltsames Lesebuch um Corona

St. Ingbert · Einige namhafte St. Ingberter Autoren haben an dem Werk zu Gunsten der krisengeschüttelten Buchhandlungen mitgewirkt.

 SZ-Mundart-Autor Horst Lang hat einige „Atzel“-Beiträge für das Corona-Buch beigesteuert.

SZ-Mundart-Autor Horst Lang hat einige „Atzel“-Beiträge für das Corona-Buch beigesteuert.

Foto: Claus Kuhn

„Literatur in und aus der Coronakrise“ nennt sich eine Anthologie, die soeben im Bestverlag erschienen ist. Die Idee dazu entstand, als der Lyriker Jan Hemmer seinem Verleger Claus Kuhn das Gedicht „Auf lange Distanz“ zuschickte und die beiden via Whatsapp darüber chatteten. Schnell war der Gedanke geboren, ein Coronabuch entstehen zu lassen. Bald folgte die Idee, die Einkünfte den Buchhändlern zukommen zu lassen, denn diese mussten ihre Läden aufgrund der Allgemeinverfügung der Landesregierung schließen, was übrigens nicht überall so gehandhabt wurde. Kuhn kontaktierte eine Reihe von Autorinnen und Autoren und so fanden sich insgesamt 18 Schriftsteller, Lyriker, aber auch „Ersttäter“ zusammen, die bereit waren, einen kostenlosen Beitrag zu dem Buch zu leisten. Besonders viel Resonanz fand sein Aufruf in St. Ingbert, das ja insgesamt als Kunst- und Literaturstadt einen Namen besitzt. Volker C. Jacoby, Manfred Kelleter, Horst Lang, Renate Rittershofer und Albrecht Zutter nahmen sich die Zeit und dichteten für das „Corona-Lesebuch“. Heraus kamen sehr individuelle Beiträge, die mal nachdenklich, mal humoristisch, aber immer unterhaltsam mit dem Thema umgingen. Horst Langs „Atzel“ stellt fest, dass in diesem Jahr „Kää Friehlingsgefiehle“ aufkommen und sie froh ist, „kää Bollidigger“ zu sein. Im „Stimmungsberichd uff Dischtanz“ empfiehlt die „Atzel“ dem Leser, einmal in sich zu gehen, falls er den Eingang findet. Ebenfalls in Mundart verfasste Manfred Kelleter das Gedicht „Corona“, während sein „COVID-19“ in hochdeutsch daherkommt. Volker C. Jacoby lässt sich „nicht kirre machen“ durch Corona. In „Versprechen“ versprüht er eine Selbstsicherheit, die aus seinem Glauben rührt. An eben diesem scheint Renate Rittershofer zu zweifeln, wie in „Die Schleife“ durchdringt. Und ganz am Ende des Bandes, seinem Nachnamen geschuldet, bleibt Albrecht Zutter das Schlusswort, das jeder selbst lesen sollte. „Literatur in und aus der Coronakrise“ ist keine Bewältigungsliteratur. Es ist ein unterhaltsames Lesebuch geworden, das immer ein wenig das Thema streift, aber nie den Leser aus dem Auge verliert.

 Auch Volker C. Jacoby „spendierte“ Beiträge.

Auch Volker C. Jacoby „spendierte“ Beiträge.

Foto: Claus Kuhn

„Literatur in und aus der Coronakrise“, 110 Seiten Bestverlag, Saarbrücken ISBN 978-3-947822-20-1 14,90 Euro.

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