Autobahn-Anschluss abgespeckt

Homburg. Es ist zwar ein Ärger im Konjunktiv, doch die Stadt Homburg wird durch Pläne der Bahn AG massiv eingeschränkt. Dabei geht es um eine Brücke, die über die Trasse der alten und längst stillgelegten Glantalbahn führt und letztlich um einen möglichen zweiten Autobahnanschluss im Homburger Osten. Über dessen genaue Lage und den Zubringer wurde in der Vergangenheit heftig diskutiert

Homburg. Es ist zwar ein Ärger im Konjunktiv, doch die Stadt Homburg wird durch Pläne der Bahn AG massiv eingeschränkt. Dabei geht es um eine Brücke, die über die Trasse der alten und längst stillgelegten Glantalbahn führt und letztlich um einen möglichen zweiten Autobahnanschluss im Homburger Osten.Über dessen genaue Lage und den Zubringer wurde in der Vergangenheit heftig diskutiert. Viele hätten die neue Trasse gerne entlang eben dieser Bahnstrecke gesehen - die ja überdies noch unter Denkmalschutz steht. Um Bruchhof zu entlasten, plante man, die künftige Zuwegung durch die Brücke zu führen. Daraus dürfte jetzt nichts werden. Dennoch will Oberbürgermeister Karlheinz Schöner die Idee der Ostanbindung über die Bahntrasse verfolgen. "Dann halt eben nicht bis zur Landstraße nach Bruchhof, sondern nur zur Berliner Straße." Der Stadtrat Homburg befasst sich heute ab 17 Uhr im Unterrichtsraum der Feuerwache Homburg-Mitte, Am Hochrech, unter anderem mit diesem Thema.

Hintergrund des Bahn-Theaters ist, dass die Bahn ihre ICE-Strecke von Paris nach Frankfurt ausbaut. Sie will das Brückenbauwerk aufgeben, den Hohlraum komplett verfüllen, also zumachen. Die Bahn begründete ihre Pläne damit, dass sie durch das Verfüllen anstelle einer Sanierung erheblich Geld einspare. Ist aber die Öffnung zu, dann kann logischerweise auch kein Auto hier mehr durchfahren. Als weiteren Akt forderte dann noch das Landesamt für Umweltschutz (LUA) einen Wilddurchlass, also eine kleine Öffnung, ein.

Aber auch der wäre wesentlich günstiger zu haben, als eine richtig breiter Durchlass, wird in der Sitzungsvorlage weiter erläutert. Nicht mal ein Radfahrer wird dann unter der Brücke durchfahren können. Um sich die Option auf die Straße zu sichern, hatte sich die Stadt damals dazu durchgerungen, diese endgültige Schließung zu verhindern, indem sie die Mehrkosten, zu der Zeit geschätzt auf 400 000 Euro, tragen wollte, erläuterte Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff im Vorfeld der Sitzung. Als zwischenzeitliche Nutzung sollte ein Geh- und Radweg angegangen werden. Doch nun, nachdem die Planungen weiter fortgeschritten sind, stellte sich heraus: Es wird deutlich teurer. Derzeitige Schätzungen gingen von einer Million Euro aus, so Kruthoff weiter. Daher stoppte die Stadt die weiteren Planbearbeitungen und kündigte der Bahn AG an, dieses Projekt nicht mehr weiter zu verfolgen. Der Stadtrat soll heute die Beschlüsse vom 5. Mai und vom 30. August 2011 aufheben.

Karlheinz Schöner zeigte sich auf Nachfrage unserer Zeitung dennoch optimistisch. Auch im Fall, dass die geplante Autobahn-Anschlussstelle dann nur zur Berliner Straße hin erschlossen werden könne, sehe er Bruchhof entlastet. "Der Schwerlastverkehr zu Bosch, Michelin oder Schaeffler müsste nicht mehr durch Bruchhof rollen. Er hätte eine direkte Anbindung zum Industriegebiet Ost", so der Oberbürgermeister. Deshalb werde man das Vorhaben weiter verfolgen. Die abgespeckte Variante sei immer noch besser als die Alternativlösung bei Reiskirchen.

Hintergrund

Eine ziemlich stramme Tagesordnung hat der Homburger Stadtrat bei seiner Sitzung heute, 17 Uhr, in der Feuerwache, Am Hochrech, vor sich. Es geht unter anderem um das Abstimmungsverhalten des Homburger Vertreters bei der anstehenden Verbandsversammlung des Entsorgungsverbands Saar (EVS), in der es erneut um die Erhöhung der Müllgebühren geht. Weiter wird im öffentlichen Teil über die Anordnung einer Umlegung für den Bebauungsplanbereich "Industriepark Zunderbaum" in Erbach entschieden, genauso wie über die Gründung einer Bäder GmbH. Weitere Punkte sind der Eintritt Homburgs in den Verein Zukunfts-Region Westpfalz, der Masterplan Klimaschutz und der Antrag der Grünen über die Erweiterung der Biosphärenregion Bliesgau. Zu Beginn der Sitzung ist erneut eine Einwohnerfragestunde angesetzt, sofern Fragen eingereicht wurden. ust