Auszubildende stellen Betrieb vor

Junge Menschen auszubilden ist Tradition bei Herges Stahl- und Blechbau und „Basis und Garant für die Zukunft des Unternehmens“, so Geschäftsführer Wolfgang Herges. Derzeit gibt es dort 14 Azubis aus acht Nationen.

Wenn Wolfgang Herges davon spricht, dass Flüchtlingskrise, Digitalisierung und demografischer Wandel auch die Arbeitswelt immer stärker beeinflussen, weiß er, wovon er spricht. Denn er ist nicht nur Geschäftsführer bei "Herges Stahl- und Blechbau", sondern auch im Präsidium der IHK, Kreisvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU und Landesvorsitzender bei "Die Familienunternehmer". Das St. Ingberter Familienunternehmen , das vor 76 Jahren gegründet wurde, stellt sich den Herausforderungen und versucht mit einer hohen Ausbildungsquote dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Gute und qualifizierte Auszubildende seien die Basis und ein Garant für die Zukunft eines Betriebes, so Herges. Mit dem "Ja" zur Ausbildung stehen die Brüder Herges in der Tradition ihrer Vorfahren, die seit Bestehen der Firma junge Leute kontinuierlich anlernten. Mit derzeit 14 Auszubildenden aus acht Nationen habe man nicht nur eine extrem hohe Ausbildungsquote, sondern auch eine dem entsprechende kulturelle Vielfalt. Am Mittwoch konnten sich Lehrer, Eltern und Angehörige selbst ein Bild vom Ausbildungsbetrieb ihrer Schützlinge machen. Souverän, nervös, humorvoll, kurz angebunden, ausführlicher, auswendig oder vom Blatt gelesen stellten die jungen Männer ihren Arbeitsplatz und damit ihren ausbildenden Betrieb vor. Eins vereinte sie trotz unterschiedlichen Ausbildungsstandes, Alters oder Herkunft, sie fühlen sich wohl.

Unter den Gästen war Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer , die sich "gern aus dem Blickwinkel der Azubis" durch die Hallen führen und die Abläufe im "Fußgängerdeutsch" erklären ließ. Diesem Wunsch entsprachen die Jungs, die unter anderem die Funktionsweise einer CNC-Brennschneidemaschine, das Blechlager, die Blechbiegemaschine, eine Kantbank, Schweißverfahren, die Genauigkeit der Arbeiten oder die Umsetzung der zeichnerischen Vorlagen für Laien verständlich darstellten. "Ich glaube, es hat ihnen gefallen", war der Thailänder Saengthong Yanuwong nach seinem Vortrag erleichtert. "Mir macht die Arbeit hier Spaß", stellte Sefa Degirmen seinem Betrieb ein gutes Zeugnis aus.

Auch Mechthild Falk, Schulleiterin des BBZ St. Ingbert , schaute den Azubis über die Schulter. Ihr Kollege Josef Paul vom BBZ Sulzbach war auf der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung für die Flüchtlinge an seiner Schule. Der studierte Maschinenbauer war begeistert von der Arbeit: "Die Schweißnähte sind sauber und hervorragend gemacht." In diesem Betrieb mit der guten Atmosphäre und dem hohen Qualitätsanspruch würde er seine Schüler gerne sehen. Und dass die Azubis aus Usbekistan, Sri Lanka, Russland oder Brasilien stammen, machte ihm diese Firma noch sympathischer.