Außen-Aufzug für die Stadthalle?

Klaus Schulz, Mitglied des Seniorenbeirates, hat der Stadtverwaltung und den Fraktionen einen neuen Vorschlag zum Thema Stadthallen-Aufzug vorgelegt. Dieser sieht als Lösung einen Außen-Aufzug vor.

Dauerthema Aufzug für die St. Ingberter Stadthalle: Jetzt hat sich mit Klaus Schulz eines der Mitglieder des St. Ingberter Seniorenbeirates des Themas angenommen und einen neuen Lösungs-Vorschlag vorgelegt. Schulz schlägt einen Außen-Aufzug an der seitlichen Rampe der Stadthalle mit Parkplätzen für Menschen mit Behinderungen vor. Der Bereich an der Schule würde gemäß der Brandschutz-Vorschriften freigehalten. Der Weg zum Fahrstuhl wäre damit kürzer als vom Behinderten-Parkplatz vor der Halle aus. "Bei Veranstaltungen wie der Ingobertus-Messe ist ein Aussteigen vor dem Haupteingang überhaupt nicht möglich", sagt der 72-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

"Ich mache diesen Vorschlag, damit die Stadthalle noch in diesem Sommer barrierefrei wird - und das mit weniger Geld", so Schulz weiter. Die Gesamtkosten dieser Lösung würden sich laut Schulz auf 73 000 Euro belaufen. "Das wäre 50 Prozent günstiger als bei einem Innen-Aufzug", so Schulz. Zudem betont er, dass diese Lösung diesen Sommer, die andere erst 2017 umsetzbar sei. Außerdem wäre so keine Auslagerung von Veranstaltungen nötig. Der Fahrstuhl würde einen zwei Meter hohen Niveau-Unterschied überbrücken - bei einem Innen-Aufzug wären es acht Meter - und auf Höhe des Parketts der Stadthalle im Obergeschoss enden. Somit könnten Menschen mit Behinderung auf direktem Weg die Garderobe erreichen, ebenso die Behinderten-Toilette.

Schulz: "Das Parkett stellt mit 69 Prozent der Fläche des Obergeschosses den wichtigsten Bereich dar und wäre barrierefrei erreichbar." Die Empore mit 15 Prozent der Fläche könne man laut Schulz hinsichtlich der Barrierefreiheit außer Acht lassen, weil das Parkett eine perfekte barrierefreie Teilnahme ermöglicht. Zum barrierefreien Zugang der Bühne sagt er: "Das sind 16 Prozent der Fläche, die selten gebraucht wird. Hier könnten die Veranstalter, die Behinderte auf die Bühne bringen wollen, eine Vorrichtung mieten, mit der die Stufen zur Bühne elegant überwunden werden können." Diese Vorrichtung wird laut Schulz während der Ingobertus-Messe in diesem Jahr eingesetzt.

Bleibt noch die Bar: "Ein barrierefreier Zugang zur Bar ist aufgrund der bestehenden räumlichen Gegebenheiten kompliziert und damit überproportional teuer", so Schulz weiter. Er betont, dass an dieser Stelle sicher ein freundlicher Mitbürger bereit sei, ein Getränk mitzubringen.

Eine Besonderheit: Die Kabine des Aufzuges sei so lang und breit, dass Rettungskräfte eine Person in einem Krankenhausbett befördern könnten. Das koste zwar 8000 Euro mehr, sei aber im Endpreis bereits enthalten. Ein Innen-Aufzug würde zwar noch Vorteile für den Transport von Bestuhlung aus dem Lager in der früheren Kegelbahn bieten und damit könnten jährlich zirka 10 000 Euro gespart werden - für Schulz jedoch eine Kosten-Differenz, die nicht kompensiert würde. Schulz zeigt ein Schreiben, aus dem hervorgeht, dass der Landesbeauftragte des Saarlandes für die Belange von Menschen mit Behinderung im März "geprüft, begrüßt und unterstützt" habe. Auch einer der beiden Behinderten-Beauftragten, Karl-Heinz Dewald, habe dieses Vorhaben geprüft und befürwortet. Bereits 2010 hatte St. Ingberts Ortsvorsteher Ulli Meyer (CDU ) die Idee eines Aufzugs in der Stadthalle im Ortsrat thematisiert. Der Ortsrat war dafür, auch im St. Ingberter Stadtrat fand sich in der Folge eine Mehrheit für das Projekt. Der Rat stellte 100 000 Euro für den Bau im Haushalt ein. Fünf Jahre später allerdings wird immer noch um die Umsetzung des Vorhabens gerungen. Ein Außenaufzug war in der Debatte zwischenzeitlich bereits verworfen worden. Den neuen Entwurf würde Ortsvorsteher Meyer allerdings dennoch gerne mit Ideengeber Klaus Schulz besprechen. Meyer: "Die Tatsache, dass jemand einen neuen Vorschlag zur Realisierung macht, zeigt den Wunsch der Bürger nach einem Fortschritt."

Wenn ein Privatmann mit Plänen aufwarte, werfe das kein gutes Licht auf die Stadt und den Verwaltungschef. "Wir haben kein konzeptionelles, sondern ein Umsetzungsproblem", betont der Ortsvorsteher.

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